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Motorradgespanne
Mit in die Kurven legen erhöht den Fahrspaß

Dietmar Herges, Horst Kissel und Martin Jacob (von links) von den Motorradfreunden Kirkel investieren viel Zeit und Arbeit in ihre Motorräder mit Gespann.
Dietmar Herges, Horst Kissel und Martin Jacob (von links) von den Motorradfreunden Kirkel investieren viel Zeit und Arbeit in ihre Motorräder mit Gespann. FOTO: Bill Titze
Kirkel-Neuhäusel. Das Gespanntreffen der Kirkeler Motorradfreunde war wieder ein beliebter Treffpunkt, auch zum Ausfahren durch den Bliesgau. Von Bill Titze

() Motorräder mit Gespann – eine Rarität, die man im Alltag nicht besonders oft zu sehen bekommt. Ganz anders war das am Wochenende in Kirkel-Neuhäusel, denn dort fand zum bereits fünften Mal das Gespanntreffen der dortigen Motorradfreunde statt.


Mit der Zeit ist das Treffen ordentlich gewachsen und so konnte man am Caravanplatz viele verschiedene Exemplare dieses Fahrzeugtyps bewundern. Denn Motorradgespanne sind keine Produkte vom Band, sondern jeweils ein ganz persönliches Erkennungsmerkmal der Fahrer, wie Martin Jacob von den Motorradfreunden erzählt. „Die Gespanne sind alle unterschiedlich, denn sie werden meist speziell für den Besitzer angefertigt.“ Das macht wohl auch einen Teil der Faszination aus, die bei dem Treffen förmlich überall zu spüren ist. Kein Wunder, schließlich investieren die Fahrer einen großen Teil ihrer Freizeit in diesen doch besonderen Zeitvertreib.

„Man muss schon Leidenschaft besitzen, denn der Zeitaufwand ist doch recht hoch, um ein Motorrad mit Gespann zu pflegen“, stellt Jacob klar. Was das Hobby aber auch ausmacht, ist die enge Gemeinschaft, die mit der Zeit entsteht. Sichtbar wird diese unter anderem beim Gespanntreffen, bei dem mittlerweile im Schnitt vierzig Besitzer und auch die eine oder andere Besitzerin mit ihren Gespannen vorfahren. „Es kommen Männer und auch einige Frauen aus ganz Deutschland, vereinzelt sogar aus dem Ausland“, so Jacob. „Viele kommen schon länger hierher, aber es gibt immer wieder auch neue Gesichter, die man noch nicht kennt.“ Und was natürlich nicht fehlen darf bei einem solchen Treffen, ist die obligatorische Ausfahrt. Dabei blieben die Fahrten bisher immer in der Region, dieses Jahr ging es ins Biosphärenreservat Bliesgau auf eine 70 Kilometer lange Tour.



„Wir wollen gerade denen, die hier noch nicht waren, unsere schöne Heimat zeigen und da bietet sich der Bliesgau an“, sagt Jacob. Gefragt sind hier, wie bei jeder Fahrt, die Fahrkünste des Einzelnen oder präziser ausgedrückt des Teams. Denn der Beifahrer sollte wenn möglich mithelfen, auch um das eigene Fahrerlebnis zu intensivieren, wie Horst Kissel von den Motorradfreunden unterstreicht. „Wenn man sich mit in die Kurven legt, macht es noch mehr Spaß, weshalb der Platz im Gespann bei den Familien oft sehr begehrt ist.“ Tatsächlich sei es auch für den Fahrer mit besetztem Gespann einfacher zu fahren, denn ansonsten hebe sich dieses bei Rechtskurven an. „Man braucht schon eine Saison Übung, um gut fahren zu können“, fügt Kissel hinzu.

Übung haben die Motorradfreunde ebenfalls bei der Organisation des Gespanntreffens, bei dem sie für den Aufbau in diesem Jahr drei Tage benötigten. „Insgesamt muss man sagen, dass wir aus der Kirkeler Bevölkerung sehr viel Unterstützung erfahren, was so eine Veranstaltung deutlich erleichtert“, betont Martin Jacob.

Hörbares Zeichen dieser Unterstützung war in diesem Jahr die „Washboard-Jazz-Band“ aus Kirkel, die für Stimmung sorgte. Dabei kommt der Erlös des Treffens der Elterninitiative krebskranker Kinder zugute. „Wir spenden nun schon seit längerer Zeit für diese sinnvolle Initiative und konnten schon einiges an Spendengeldern zusammentragen“, ist Horst Kissel stolz auf das Engagement der Motorradfreunde. „Für uns war es wichtig etwas Gutes zu tun und bei der Elterninitiative ist das Geld sehr gut aufgehoben:“ Ein Grund mehr also, das Gespanntreffen in Kirkel zu besuchen.