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Integration
Integrationsprozesse weiter vorantreiben

Mehrere Gruppen und Vereine engagieren sich in der Gemeinde Kirkel durchaus mit Erfolg in der Flüchtlingshilfe und -integration.
Mehrere Gruppen und Vereine engagieren sich in der Gemeinde Kirkel durchaus mit Erfolg in der Flüchtlingshilfe und -integration. FOTO: picture alliance / dpa / Patrick Pleul
Kirkel. In Kirkel geht es beim Programm „Willkommen bei Freunden“ um die täglichen Herausforderungen der Flüchtlingshilfe.

(red) In der Gemeinde Kirkel ist – als erster Gemeinde im Saarpfalz-Kreis – eine Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamtlichen sowie geflüchteten Menschen über das Bundesprogramm „Willkomen bei Freunden – Bündnisse für junge Flüchtlinge“ entstanden. Daran erinnerte jetzt Beate Ruffing vom Arbeitskreis für gemeindenahe Integration in das Leben in Kirkel. Hier lebten laut Veröffentlichung des Statistischen Landesamtes zum 31. Dezember 2016 insgesamt 574 Migrantinnen und Migranten, davon ungefähr ein Drittel geflüchtete Menschen. Wie kann die Integration in einem gegenseitigen Prozess gut gelingen? Die Frage war Ausgangspunkt einer Beratung bei Annette Molter-Klein, kommunale Bildungskoordinatorin von der Leitstelle „Lebenslanges Lernen“ in der Homburger Kreisverwaltung. Sie vermittelte eine Beratung und Begleitung über oben genanntes Bundesprogramm.


Bürgermeister Frank John lud Ehrenamtliche, Hauptamtliche und geflüchtete Menschen ein, Angebote in den Themen Arbeit/Ausbildung/Studium, Frauen, Freizeit und Wohnen zu sammeln, um in einem nächsten Schritt gute Lösungen zu finden. Es zeigte sich, dass die Ehrenamtlichen als Allrounder in all diesen Themen aktiv sind und die Menschen ganzheitlich betreuen: kurze Wege zur Verwaltung, eine gute Öffnung der Vereine sowie einer guten Resonanz bei der Teilnahme an den Ferienfreizeiten des Jugendbüros, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Die Studenten Osman Bairam und Rizkar Shahin bestätigten dies: „Wir fühlen uns gut aufgenommen, nehmen am Dorfleben teil. Deshalb pendeln wir auch zur Universität und ziehen nicht um in die Stadt.“

Die Herausforderungen, die sich bei der Arbeits- und Ausbildungsplatzsuche stellen, benannte Cristina Vinga-Martins. Den Familien und jungen Menschen sei trotz bisheriger Aufklärungsbemühungen nicht klar, wie sich die Bildungswege darstellten und wie die Schulwahl erfolge. Eine permanente Vermittlung dieser Informationen – beginnend mit dem Integrationskurs und verpflichtend bei Jobcenterterminen – oder die Einführung von Kompetenzseminaren zur Entscheidungsfindung könnten eine Lösung sein. „Die Vermittlung von Praktikums- und Ausbildungsplätzen erfolgt oft über private Kontakte“, so Vinga-Martins, „passende Ausbildungs- und Arbeitsplätze sind nicht einfach zu finden“. Das zeigte sich schon bei entsprechenden Bemühungen innerhalb der Gemeindeverwaltung. „Ungeachtet dessen werde ich ortsansässige Firmen ansprechen“, versprach Bürgermeister John. Gertrud Holzer fasste für ihre Arbeitsgruppe zusammen, dass die Angebote für Frauen einige Stolpersteine mit sich bringen. So hätten die Frauen in Kirkel-Neuhäusel, wo die meisten Familien leben, wenige Freiräume, um die Angebote für Frauen in Limbach anzunehmen: Die räumliche Entfernung, aber auch familiäre Verpflichtungen und der Besuch des Integrationskurses seien Hindernisse.



„Der Sonntag ist der schlimmste Tag für die allein lebenden Geflüchteten und lässt die Sorgen über die zurückgelassene Familie und Fluchterlebnisse Oberhand gewinnen“, berichtete Susanne Bach-Bernhard aus der Erfahrung über ihre Patenschaften und für ihre Arbeitsgruppe. Ein Sonntagsprogramm mit einer Wanderung, einem Picknick oder einem Ausflug, das einmal im Monat angeboten wird, würde Abhilfe schaffen. Doch ein scheinbar leicht zu organisierendes Angebot beinhaltet auch viele Fragen: Was ist erlaubt, was erwünscht im Kontext auf Religion und Kultur? Wie kommen wir an Informationen zu den Freizeitbedürfnissen, um diese zu bündeln? Wie transportieren wir Informationen zu bestehenden Angeboten wie dem Inliner-Training?

„Aktuell wird ein Zuzug aus Syrien und Russland erwartet“, informierte
Iris Rath, die die Geflüchteten im Sozialbüro betreut. „Viele Aktivitäten laufen auf privater Ebene. Man verbringt gemeinsame Zeit beim Volleyball oder beim Fußball. Das funktioniert gut“, erklärte Martina Reith, Vorsitzende des TV Limbach.

Infos bei den Kooperationspartnern ASB-Leibs Heisje: Gisela Vinzent, Tel. (0 68 41) 98 1413, Agil: Gertrud Holzer, Tel. (0 68 41) 88 54, Werner Moutty, Tel. (0 68 41) 8 03 93, Josef Homberg, Tel. (0 68 49) 67 85, Sozialbüro: Iris Rath, Tel. (0 68 41) 80 98 12.