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„In Kirkel geht noch viel“

Carsten Baus stellte in unserer Redaktion sein Engagement für die Gemeinde Kirkel vor. Foto: Maack/SZ
Carsten Baus stellte in unserer Redaktion sein Engagement für die Gemeinde Kirkel vor. Foto: Maack/SZ FOTO: Maack/SZ
Kirkel. Am Sonntag, 11. September, wählt die Gemeinde Kirkel einen neuen Bürgermeister. Zwei Kandidaten treten an: Amtsinhaber Frank John (SPD) und Herausforderer Carsten Baus (CDU). Wir stellen beide Kandidaten in einer kleinen Serie vor. Heute Teil 2: Carsten Baus. Christine Maack

Um attraktive Urlaubsorte und um attraktive Posten reißen sich viele Leute. Carsten Baus (CDU ) hingegen reißt sich um eine attraktive Gemeinde: "Kirkel ist ein Kleinod. Das ist eine Gemeinde, in der man etwas gestalten kann, die man voranbringen kann, die viel Potenzial hat. Hier würde ich gerne Bürgermeister sein."



Das sagt er sonst nicht so leicht: "Ich habe eine Zeitlang in der Nähe von Berlin gelebt, da sind nicht alle Gemeinden so beschaffen wie Kirkel ." Der Anwalt Carsten Baus ist beruflich viel herumgekommen, gehört aber zu jenen Saarländern, die gerne zurückkommen: "Ich war als Jurist in Unternehmen tätig, ebenso in Anwaltskanzleien. Als ich aber das Angebot erhielt, im Saarland Landesgeschäftsführer beim Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VdK) zu werden, habe ich zugesagt. Das war eine berufliche Umorientierung, die ich gerne angenommen habe."

Sein Büro ist in Riegelsberg, sein Heim in Altstadt, wo er seit 2009 für die CDU im Ortsrat sitzt, sein familiär bedingter zweiter Wohnsitz in Niederwürzbach. "Die Altstadter kennen mich", sagt Baus, "in Kirkel-Neuhäusel muss ich mich noch eingehender vorstellen".

Seine erste Amtshandlung wäre im Interesse von Kirkel-Neuhäusel, denn Carsten Baus kann nicht verstehen, dass das Projekt, einen Teil der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) ins ehemalige Praktiker-Gebäude zu holen, nicht aktiv von der Gemeinde betrieben wird: "Wenn ich am 11. September gewählt würde, wäre ich am 12. September in Saarbrücken und würde dort für Kirkel klappern gehen." Auch vor dem Hintergrund, dass anscheinend perspektivisch die Raumprobleme der Hochschule noch nicht komplett beseitigt sind.

Er sehe nicht, warum ein leer stehendes, landeseigenes Gebäude nicht deutlicher nach außen vertreten werden sollte: "Was Besseres als ein Haufen Studenten kann uns gar nicht passieren." Baus denkt schon weiter: "Homburg ist der zweitgrößte Industriestandort im Saarland. Und das vor den Toren einer eventuellen Kirkeler HTW, das wäre doch ideal."

Carsten Baus sagt von sich, dass er "über den Tellerrand hinausblicke", er hat nach dem Abitur am Homburger Saarpfalz-Gymnasium und einigen Semestern Jura in Saarbrücken das Saarland Richtung Berlin verlassen und war nach Abschluss seines Studiums auch mehrere Jahre in Berlin als Anwalt tätig: "Das ist eine gute Lehre fürs Leben." Dazu gehöre, die Dinge auch mal von außen zu betrachten: "Kirkel gehört zur Biosphärenkernzone und hatte bisher nicht viel davon. Außerdem könnten sich in Kirkel weitere Unternehmen ansiedeln. Viele Leute, die ich aus Wirtschaftsvereinigungen kenne, wissen gar nicht, was es bei uns alles gibt, zum Beispiel die Top-Kinderbetreuung, das ist doch ein Standortvorteil, mit dem man werben kann."

Eine gut aufgestellte Gemeinde nur zu verwalten, genüge nicht: "Das mag zehn Jahre gutgehen, doch irgendwann rächt es sich. Stillstand ist Rückschritt. Noch stehen wir demographisch gut da, aber in Altstadt kann man schon Anzeichen sehen, was passieren wird: Der ländliche Raum dünnt aus und es verschwinden allmählich die Metzger, die Bäcker, die Schankwirte und Gastwirtschaften." Man müsse Kontakte pflegen, "an den Unternehmen dran bleiben, sonst sind die weg".

Baus will nicht in die Vergangenheit blicken: "Da sind Fehler gemacht worden, klar. Beim Feuerwehrhaus, dessen Kosten ausgeufert sind, dann der teure Bahnlog-Prozess, den Kirkel verloren hat, die Fördergelder, die nicht abgerufen wurden - aber was soll's, es kann für Kirkel nur besser werden." Als Bürgermeister würde er eine Sparkommission ins Leben rufen: "Wir müssen positiv wirtschaften und die Bürger einbeziehen."

Baus hofft, dass Kirkel selbstständig bleibt: "Wenn wir alles nur noch in große Einheiten aufteilen, fühlen sich die Bürger am Ende übergangen. " Zum Zunderbaum: "Da bleibt als große Aufgabe der Gemeinde und des Kreises, den Schwerlastverkehr aus Altstadt rauszuhalten. Der ist jetzt schon eine Katastrophe."

Zum Thema:

Zur Person Carsten Baus wurde 1970 in Neunkirchen geboren. Sein Abitur machte er am Saarpfalz-Gymnasium in Homburg. Anschließend studierte er Jura in Saarbrücken und Potsdam und war nach seinem Staatsexamen zwei Jahre in einer Berliner Anwaltskanzlei tätig. Dann wechselte er nach Rheinland-Pfalz, wo er einige Jahre für ein Unternehmen als Prokurist tätig war, danach folgte wieder eine längere Tätigkeit als Anwalt. Seit knapp drei Jahren ist Carsten Baus Landesgeschäftsführer beim Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge . Baus ist seit 2009 Mitglied des Ortsrates in Altstadt, er ist verheiratet und Vater eines dreijährigen Sohnes. red