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„In Bildung und Familie sind wir stark“

Frank John (SPD) wurde vor acht Jahren zum Bürgermeister der Gemeinde Kirkel gewählt. Für ihn ist es das bisher wichtigste politische Ereignis in seinem Leben.
Frank John (SPD) wurde vor acht Jahren zum Bürgermeister der Gemeinde Kirkel gewählt. Für ihn ist es das bisher wichtigste politische Ereignis in seinem Leben. FOTO: Maack/SZ
Kirkel. In der Gemeinde Kirkel wird am 11. September der Bürgermeister neu gewählt. Für die SPD tritt erneut der derzeitige Bürgermeister Frank John an. Wir haben ihm im Vorfeld des Urnenganges in der Burggemeinde einen umfangreichen Fragenkatalog zugeschickt. Hier seine Antworten. red

Umreißen Sie bitte kurz die dringlichsten Aufgaben in der Gemeinde!



Frank John : Zu den dringlichsten Aufgaben in den nächsten Jahren gehört ganz klar der weitere Ausbau der Betreuungsplätze in Kita und Grundschule. Nachdem in der letzten Legislaturperiode der Schwerpunkt aufs Vorschulalter gelegt wurde, gilt es jetzt, die Ganztagesplätze in den beiden Grundschulen auszubauen. Weiterer Schwerpunkt wird die Senkung der Verkehrsbelastung in den Ortsdurchfahrten sein. Das kann nur über Maßnahmen der innerörtlichen Entwicklung in Verbindung mit der Stärkung der Ortszentren passieren. Die weitere Integration der bei uns beheimateten Flüchtlinge gehört in den nächsten Jahren genauso zu den anstehenden Aufgaben, wie der Aufbau weiterer Netzwerke im Seniorenbereich.

Welcher Ortsteil hat sich nach Ihrer Meinung in den letzten zehn Jahren am besten entwickelt?

Frank John : Alle drei Ortsteile haben sich in den letzten zehn Jahren kontinuierlich weiterentwickelt. Viele Dinge wurden angestoßen und vollendet, in Kirkel-Neuhäusel die Neugestaltung der Dorfmitte um dem Marktplatz, in Altstadt der Umbau der alten Schule und damit auch der Überplanung des Schulhofes und dem Gelände um die jetzige Kindertagesstätte, in Limbach sind es die gelungenen Maßnahmen in der Kirchenstraße und im südlichen Teil der Bahnhofstraße.

Welcher Ortsteil hat den größten Nachholbedarf?

Frank John : Großen Nachholbedarf kann ich nirgends ausmachen. Alle drei Ortsteile stehen vor Herausforderungen, vor allem die Verkehrsproblematik in den Griff zu bekommen. Dies kann natürlich nur in Zusammenarbeit mit dem Saarpfalz-Kreis und dem Land zum Erfolg geführt werden.

Auf welchem Sektor sehen Sie die Zukunftschancen der Gemeinde?

Frank John : Die Gemeinde Kirkel ist in den Bereichen Bildung und Familie sehr stark. Diese Stärke werde ich in Zukunft weiter ausbauen. Kirkel ist Zuzugsgemeinde, wir verzeichnen eine steigende Geburtenrate, unsere Vereine sind das Rückgrat des sozialen Lebens.

Was würden Sie im Falle einer Wahl sofort anpacken?

Frank John : Den Ausbau der Betreuungsplätze an den beiden Grundschulen .

Welches Stück Natur schätzen Sie am meisten im Bereich der Gemeinde Kirkel?

Frank John : Am meisten schätze ich den Kirkeler Wald, da ich hier am besten zur Ruhe kommen kann. Er hat den Vorteil, dass er direkt vor meiner Haustür liegt und ich in wenigen Minuten dort sein kann. Da hat sich nichts geändert.

Gibt es Prinzipien, von denen Sie nicht abgehen möchten?

Frank John : "Was du nicht willst, dass man dir tut, das füg' auch keinem anderen zu." Ich möchte niemandem Dinge versprechen, die ich nicht halten kann. Auch hier hat sich nichts geändert.

Haben Sie eine Vision oder eine Utopie?

Frank John : Alle Menschen auf dieser Welt sollen in Frieden zusammenleben. Das Thema "Soziale Gerechtigkeit" muss wieder auf die Agenda der Tagespolitik.

Welches war das wichtigste politische Ereignis in Ihrer bisherigen politischen Laufbahn?

Frank John : Die Wahl zum Bürgermeister der Gemeinde Kirkel

Was werden Sie am Wahlabend tun?

Frank John : Nach der Ergebnisverkündung werde ich mit Freunden und Parteifreunden ein bisschen feiern.

Wie viele Stunden in der Woche wollen Sie als Bürgermeister arbeiten?

Frank John : So 50 bis 60 Stunden in der Woche plus einige Stunden an den Wochenenden.

Wie viele Stunden in der Woche wollen Sie Ihrer Familie einräumen?

Frank John : So viele wie möglich. Die Familie darf nicht zu kurz kommen.

Haben Sie noch Vorlieben außerhalb der Politik ?

Frank John : Wandern, Fahrradfahren, Fußballspielen, Lesen.

Welches sind Ihre Vorbilder und warum?

Frank John : Mein Vorbild ist der frühere Bundeskanzler Helmut Schmidt . Er hat die Dinge immer angepackt und hat sich der Diskussion gestellt, er ließ sich auch überzeugen, wenn er mal auf der falschen Fährte war. Wenn er von Lösungen überzeugt war, hat er sie auch gegen Widerstände durchgesetzt. Dabei ist er immer fair geblieben. Ich bin auch ein Anhänger seiner Wirtschafts- und Finanzpolitik.

Wann sagen Sie von sich: Ich bin zufrieden?

Frank John : Ich bin dann mit mir zufrieden, wenn ich mir etwas vorgenommen habe und es unter Beachtung aller Restriktionen auch umgesetzt habe.

Welche Musik hören Sie, wenn Sie nach einem nervigen Tag entspannen wollen?

Frank John : Rock und Pop, insbesondere Placebo.

Was essen und trinken Sie am liebsten?

Frank John : Ich esse alles gerne, vor allem aber ein schönes Stück Donauwellen. Mein Lieblingsgetränk ist Bananenmilch.

Was würden Sie mit Ihrem Leben anfangen, wenn Sie heute noch einmal 20 Jahre alt wären?

Frank John : Ich würde alles noch mal so machen. Nur im Studium würde ich mich schon früher auf Bilanzen und Wirtschaftsprüfung konzentrieren.

Zum Thema:

Zur Person Frank John stammt aus Limbach. Er wurde am 6. April 1972 in Zweibrücken geboren. Er besuchte die Grundschule in Limbach und das Saarpfalz-Gymnasium in Homburg. Nach dem Abitur studierte John in Saarbrücken Volkswirtschaftslehre und arbeitete danach in der Bilanzbuchhaltung eines saarländischen Unternehmens in der Ernährungsbranche. 2003 wechselte Frank John in die Verwaltung (Rechnungsprüfung) des Saarpfalz-Kreises in Homburg. John trat 1994 in die SPD ein. Nach mehreren Posten im Gemeinderat und als Ortsvorsteher von Limbach wurde er im November 2008 in einer Stichwahl zum Bürgermeister der Gemeinde Kirkel gewählt. Frank John ist verheiratet und hat eine fünfjährige Tochter. red