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Gerichtsverhandlung
Die Homburger sind ein nettes Völkchen

FOTO: SZ / Robby Lorenz
So gaaaanz allmählich scheinen die Homburger Gerichtstage auf die  Zielgerade zu kommen. Nach der Mammutsitzung am vergangenen Freitag wird es im Prozess gegen den amtierenden Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind möglicherweise am Donnerstag die Plädoyers geben (vielleicht sogar einen Richterspruch). Von Peter Neuheisel

Und auch im  Verfahren gegen Alt-OB Karlheinz Schöner wartet man auf die Plädoyers.


Am Montag gaben sich im Schöner-Prozess noch einmal mehrere Zeugen die Klinke in die Hand. Mit Spannung wurde dabei der Auftritt von Schneidewind erwartet, der sich zur zeitweise verschwundenen Musikanlage äußern musste. Seinen Vorgänger schonte er dabei erneut nicht, allzu viel Neues hatte er aber auch nicht zu erzählen. Da schon eher Baudirektor Michael Banowitz. Der hatte als zuständiger Mann vor Jahren nichts von Baumfällungen auf und hinter dem Schönerschen Grundstück erfahren. Dafür konnte er aber mitteilen, dass es unmöglich gewesen wäre, einen Bolzplatz in dem gesamten Bereich anzulegen – weil viel zu aufwändig und teuer. War es nicht gerade ein Bolzplatz, der argumentativ als Vorwand für die Grundstücksarbeiten herhalten musste? Von „Arbeiten“ ist die Rede, die von dem Trupp ausgeführt wurden, der zunächst für die Aquis GmbH des Kreises und später für den Baubetriebshof im Einsatz war – während der Arbeitszeiten auf Privatgelände. Am Montag haben wir gelernt, dass dies grundsätzlich nicht erlaubt ist. Noch eine Homburger Eigenheit: Die Bautrupp-Mitarbeiter waren aus Dankbarkeit dem Alt-OB gegenüber auch noch in der Freizeit für diesen unterwegs, weil er „immer so gut zu uns war“ (O-Ton). Der Richter hatte so seine Zweifel.