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Fairtrade-Gemeinde heißt das Ziel

Kirkel. Eine mögliche Zeitachse gibt es noch nicht, die Bemühungen um die offizielle Anerkennung der Burggemeinde gehen weiter: Kirkel will es den Homburgern gleich tun und Fairtrade-Kommune werden. Im Sozialausschuss wird man darüber reden. Ralph Schäfer

Die Bemühungen der Gemeinde Kirkel , Fairtrade-Gemeinde zu werden, sich also stark zu machen für die Verwendung fair gehandelter Produkte in Einzelhandel , Gastronomie und mehr, laufen schon länger. In der November-Gemeinderatssitzung wurde das Thema diskutiert und passierten Anträge von CDU und SPD den Rat, die beide die "Fairtrade-Gemeinde Kirkel " zum Ziel hatten. In der für den kommenden Donnerstag geplanten Sitzung des Sozialausschusses des Kirkeler Gemeinderats steht das Thema auf der Tagesordnung.

Im Antrag der CDU heißt es als Beschlussvorschlag: Die Gemeinde Kirkel verfolgt die Absicht, eine offiziell anerkannte Fairtrade-Gemeinde zu werden. "Fairtrade-Kommune zu werden, bedeutet ein konkretes Zeichen für eine gerechtere Welt zu setzen", meint die Organisation TransFair. Dem sei, so die CDU in ihrem Antrag, uneingeschränkt zuzustimmen. "Der Grundgedanke Fairtrade ist in Ordnung und wunderbar", meinte der CDU-Fraktionssprecher Hans-Josef Regneri gestern auf SZ-Anfrage. "Ich würde dann, wenn ich sehe, dass Fairtrade angeboten wird, auch gerne überprüfen, dass da auch was bei den Leuten ankommt". so Regneri. Es gebe Beispiele, dass das nicht immer der Fall sei.

Im Beschlussvorschlag des SPD-Antrags, der zusätzlich noch die regionale Entwicklung beinhaltet, heißt es unter anderem: "Der Gemeinderat begrüßt das Anliegen von Fairtrade zur Förderung kooperativer Wirtschafts- und Handelsformen zur Bekämpfung von Armut sowie Anbau und Produktion unter umweltschonenden Kriterien." Für den Fraktionsvorsitzenden der Sozialdemokraten, Esra Limbacher, gehört es einfach in das Bewusstsein der Bevölkerung, "dass bestimmte Produkte aus Ländern kommen, wo die Produktionsbedingungen anders sind." Es sei richtig, den Fairtrade-Gedanken schon bei den Kindern zu etablieren, "deshalb ist das Gespräch mit der Schule wichtig." Er denke schon, so Limbacher, dass das Projekt bei den Kirkeler Bürgern auf Interesse stoßen wird. Anlauf-Probleme habe es auch bei den anderen Fairtrade-Kommunen gegeben. "Es ist nicht so einfach, dass ein solches Projekt in einer kleinen Gemeinde wie Kirkel von Anfang an läuft. "Deshalb ist es wichtig, dass wir die Bildungseinrichtungen mit ins Boot nehmen." Eine mögliche Zeitachse bis zur offiziellen Anerkennung zu nennen, sei bisher noch nicht möglich.

"Ich stehe den Bemühungen zur Anerkennung als Fairtrade-Kommune natürlich positiv gegenüber. Wir wollen das umsetzen und machen und uns nachhaltig aufstellen", betonte Kirkels Bürgermeister Frank John gestern im SZ-Gespräch. Entstanden sei die Idee aus Anträgen der CDU-Fraktion und dann der SPD im Kirkeler Rat, der die regionale Entwicklung miteingebunden habe. Man müsse das Rad nicht überall neu erfinden. "Wir werden mit dem Saarpfalz-Kreis zusammenarbeiten. Schließlich geht es dann darum, möglichst viele Akteure aus den verschiedensten Bereichen von den Vereinen bis zum Einzelhandel miteinzubeziehen". so John.