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Tag der offenen Tür in Limbach
Eine Schule mit vielen Möglichkeiten

Mika und Elena gehörten beim Tag der offenen Tür der Gemeinschaftsschule Kirkel in Limbach zu den Lotsen, die die Eltern und Kinder durch die Schule führten und auch Rede und Antwort zum Schulalltag standen.
Mika und Elena gehörten beim Tag der offenen Tür der Gemeinschaftsschule Kirkel in Limbach zu den Lotsen, die die Eltern und Kinder durch die Schule führten und auch Rede und Antwort zum Schulalltag standen. FOTO: Thorsten Wolf
Limbach. Viele Eltern und Kinder informierten sich beim Tag der offenen Tür an der Gemeinschaftsschule Kirkel in Limbach. Von Thorsten Wolf

Der gescheiterte Versuch, ein Abitur an Gymnasien in neun Jahren (G 9) wieder einzuführen, Brandbriefe von Gemeinschaftsschulen an das saarländische Kultusministerium: Die saarländische Bildungslandschaft kommt in Teilen nicht zur Ruhe. Doch Eltern brauchen sicheren Grund, wenn sie mit ihren Kindern entscheiden wollen und müssen, welche Schulform auf Sicht die richtige ist. Ein wichtiges Instrument, gerade der Schulen selbst, ist da der „Tag der offenen Tür“. Einen solchen bot die Gemeinschaftsschule Kirkel in Limbach am vergangenen Samstag. Über die gesamte Schule hinweg konnten sich Eltern und Kinder einen guten Einblick in das verschaffen, was an der Gemeinschaftsschule alles geboten wird.


Und das ist nicht wenig: Naturwissenschaftliche Unterrichtsfächer wie Biologie, Chemie und Physik fanden am Samstag ebenso so ihren Platz im „Schaufenster“ wie Fremdsprachen, Kunst, Internet und Werken. Im Gespräch mit unserer Zeitung zeichneten Schulleiterin Ursula Luckscheiter, Konrektor Bernd Mollitor und Stephanie Klein als Koordinatorin in der Schulleitung das Bild einer Schule, der es gut gehe. Nichtsdestotrotz, so Luckscheiter auch mit Blick auf die jüngsten Entwicklungen, leide man an den Gemeinschaftsschulen grundsätzlich an den gegebenen Rahmenbedingungen. „Wir sollen Inklusion und Intergration vorantreiben. Wir wollen alle unser Bestes geben, aber irgendwann kommt jeder an seine Grenzen. Das, was von uns verlangt wird, ist nur umzusetzen, wenn auch die äußeren Bedingungen stimmen. Und dazu gehört eine Doppelbesetzung in den Klassen, mehr Förderstunden und Fachpersonal für die syrischen Kinder.“ So wünsche sie sich, wie Luckscheiter verdeutlichte, bei diesen zusätzlichen Aufgaben mehr Unterstützung.

Und wie hat man in Kirkel die Diskussion um G 9 wahrgenommen? Hier machte Luckscheiter mit Nachdruck klar, dass es ja ein G 9 gebe, nämlich an den Gemeinschaftsschulen.



„Wir haben ein Zentralabitur. Und die Kinder, die über die Gemeinschaftsschule ein Abitur machen, stehen dann genau dort, wo auch die G8-Abiturienten stehen.“ Dieser Fakt sei ihr in der öffentlichen Diskussion rund um das Volksbegehren zur Wiedereinführung von G 9 schlicht zu kurz gekommen. Konkret auf ihre eigene Schule bezogen, nannte Luckscheiter die schon früh einsetzende Berufsorientierung, im Prinzip schon ab Klassenstufe 5, als ein weiteres, wichtiges Standbein der Gemeinschaftsschule Kirkel, „hier sind wir ganz stark aufgestellt. Zudem sind wir ‚Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage‘.

Auch im Bereich Kunst und Theater setze man in Kirkel deutliche Zeichen. Und, wie Schul-Koordinatorin Stephanie Klein verdeutlichte, man wolle ab dem neuen Schuljahr mit dem Einsatz von Computer-Pads, bereitgestellt vom Saarpfalz-Kreis, auch moderne Medien klassenstufen-übergreifend einsetzen. Um all das zu vermitteln, sei ein Tag der offenen Tür wie der am vergangenen Samstag, eine gute Gelegenheit für die Eltern und Kinder, um sich das Konzept und die Ausstattung der Schule mal aus der Nähe anzuschauen. Ursula Luckscheiter: „Die Eltern können auch mit den Lehrern ins Gespräch kommen. Und wir können die Kinder, die Interesse haben, an diesem Tag auch in den Unterricht einbinden.“
Aus Rückmeldungen habe man immer wieder die Erfahrung gewonnen, dass Eltern vor allem nach einem Besuch des Tages der offenen Tür ihre Entscheidung für die Gemeinschaftsschule Kirkel getroffen hätten. Und wie sehen die Jugendlichen selbst ihre Schule? Beispielhaft waren sich da am Samstag Mika und Elena, beide in der Klassenstufe Neun und beim Tag der offenen Tür Lotsen für die Besucher, sicher, genau die richtige Wahl getroffen zu haben. „Uns gefällt es hier sehr gut“, so Mika und Elena unisono. Und für beide soll der Weg vielleicht auch zum Abitur führen, in neun Jahren und über die ab dem nächsten Jahr arbeitende gemeinsame Oberstufe der drei Gemeinschaftsschulen aus Homburg und Kirkel, beheimatet dann am Berufsbildungszentrum Homburg.