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Ein Riesenbecken für die Wasserratten

Frank, Lea und Max Schmelzer (von links) stachen gestern im Naturfreibad in Kirkel-Neuhäusel in See, um den heißen 34 Grad für ein paar Stunden zu entfliehen und sich in der großen Anlage die nötige Abkühlung zu holen. Fotos: Thorsten Wolf
Frank, Lea und Max Schmelzer (von links) stachen gestern im Naturfreibad in Kirkel-Neuhäusel in See, um den heißen 34 Grad für ein paar Stunden zu entfliehen und sich in der großen Anlage die nötige Abkühlung zu holen. Fotos: Thorsten Wolf
Kirkel. Die Hochsommerhitze hat auch die Saarpfalz schon Ende Mai fest im Griff. Da können die Sonnenhungrigen die Hitze beispielsweise bei einem Freibadbesuch genießen. In Kirkel gibt es gleich zwei attraktive Badeangebote. Thorsten Wolf

Deutlich über 30 Grad, und das Ende Mai: Das ist eine echte Ansage. Über das lange Vatertags-Wochenende zeigte sich der Sommer schon mal von seiner richtig heißen Seite. Gestern, zum Wochenbeginn, legte er noch mal nach, satte 34 Grad galt es entweder zu genießen oder zu verkraften. Mit dem Genießen hatten am meisten die Schwierigkeiten, die arbeiten mussten. Doch es gibt so einige Tipps, mit denen man gestern den Temperaturen trotzen konnte - wenn man nicht auf ein schattiges Plätzchen oder eine Klimaanlage zurückgreifen konnte: Ab und an kaltes Wasser über die Unterarme laufen lassen oder Einlegesohlen über Nacht im Kühlschrank lagern und damit über den Tag hinweg die Füße kühlen. Was auch gut funktioniert: Sich ein persönliches Erfrischungsspray basteln, mit grünem Tee und einer Sprühflasche. Den Tee aufkochen, abkühlen lassen, in die Flasche füllen und sich dann zwischendurch immer mal wieder ins Gesicht sprühen.


Das beste Mittel gegen die Hitze ist aber natürlich ein Besuch im Freibad. In Kirkel hat man da gleich die Qual der Wahl, entweder man geht im Limbacher Solarfreibad auf Tauchstation oder im Naturfreibad in Kirkel-Neuhäusel. Dort treffen wir gestern Schwimmmeister Udo Schwartz und seine Kollegen Sascha Wagner und Sebastian Grub. Es ist kurz nach 14 Uhr, noch ist nicht wirklich viel los. "Im Moment ist es noch recht ruhig, aber das kommt noch", zeigt sich Grub recht entspannt. "Gestern waren wir bei rund 1600 Gästen. Das ist für das Wetter in Ordnung, aber nicht übermäßig viel. Man merkt einfach, dass es an sich noch Frühling ist - so einen Start in die Saison gibt es eher selten." Wäre jetzt schon Ferienzeit oder eine Hochsommerphase im August, dann haben wir bei diesen Temperaturen zwischen zweieinhalbtausend und dreitausend Gästen an einem solchen Tag.

Gefragt, was das Bad in Kirkel-Neuhäusel von anderen in der Region unterscheide, weist Grub erst mal darauf hin, dass es sich eben um ein Naturfreibad ohne gechlortes Wasser handele. "Zudem haben wir ein Schwimmerbecken von 100 auf 80 Meter. Damit ist diese Fläche vier mal so groß wie die der meisten Freibäder hier in der Region."



Dies bedeute für die Schwimmmeister eine ganz andere Herausforderung als in anderen Anlagen. Auch sei die Klientel deutlich ruhiger, "es sind Menschen, die auch die Natur lieben". Und davon gibt's rund um die große Wasserfläche jede Menge, große Liegewiesen, schattenspendende Bäume - im Naturfreibad kann man es gut auch bei 34 Grad aushalten. Und noch etwas macht das Kirkeler Bad zu etwas ganz Besonderem. Und das erzählt Frank Schmelzer aus Dudweiler. Er ist gestern mit Tochter Lea und Max auf der Suche nach Kühlung im Naturfreibad, im Gepäck ein waschechtes Schlauchboot. Und genau das macht einen Besuch in Kirkel-Neuhäusel für die drei so richtig spannend.

Denn: Mit einem Boot aufs Wasser, das geht in den anderen Freibädern in der Region eigentlich nicht. "Da muss man schon an den Bostalsee oder an den Losheimer Stausee fahren, um so was zu erleben. Da ist das hier ein richtige gute Gelegenheit." Und bevor die drei mit ihrem Boot "in See stechen", stellt Papa Frank dem Naturfreibad in Kirkel auch sonst ein richtig gutes Zeugnis aus. "Die Schwimmmeister sind hier nicht so engstirnig, das Bad ist naturbelassen und die Gastronomie find ich gut." Aus diesen Gründe seien sie eigentlich recht oft in Kirkel, auch wenn sie in Dudweiler selbst ein Bad hätten. So wie die drei Schmelzers suchten gestern viele über den Tag hinweg nötige Abkühlung in den Freibädern in der Region. Und so wie es aussieht, dürften sich die Bäder noch mindestens heute und morgen über taugliche Temperaturen freuen.