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Konfirmation
Ein großer Schritt auf dem Glaubensweg

Auch über sonniges Wetter konnten sich die 13 Konfirmandinnen und Konfirmanden der protestantischen Kirchengemeinde Limbach-Altstadt an Palmsonntag freuen. 
Auch über sonniges Wetter konnten sich die 13 Konfirmandinnen und Konfirmanden der protestantischen Kirchengemeinde Limbach-Altstadt an Palmsonntag freuen.  FOTO: Bill Titze
Limbach/Altstadt. In der Elisabethkirche wurden an Palmsonntag 13 Konfirmanden eingesegnet. Mit einem Theaterstück gestalteten sie den Gottesdienst mit. Von Bill Titze

Palmsonntag ist in vielen evangelischen Gemeinden ein besonderer Tag. Jugendliche, meist etwa 14 Jahre alt, gehen an diesem Tag zur Konfirmation. Das ist auch in unserer Region so und war Anlass, sich einmal beispielhaft an einer Stelle umzuschauen.


Anlässlich des Konfirmationsgottesdienstes der protestantischen Kirchengemeinde Limbach-Altstadt war die Elisabethkirche am Palmsonntag voll besetzt. Viele Familienangehörige und Gemeindemitglieder wollten mitverfolgen, wie 13 junge Konfirmandinnen und Konfirmanden nach zweijähriger Vorbereitungszeit, ihre Aufnahme in die protestantische Gemeinschaft der Erwachsenen begingen. Denn darum geht es. Konfirmiert wurden hier: Philipp Benoit, Louis Breuser,  Friederike Bruns,  Charlotte Grünwald, Frida Härtel, Franziska Keller, Rebecca Leibrock, Yannick Müller, Kira Paulus, Chantalle Razniewski, Sophia Simon, Christian Zieger und Pauline Ziegler.

Dabei beschäftigte sich der Gottesdienst mit der Frage „Bin ich schön...?“. Die Jugendlichen hatten sich vor dem Gottesdienst Gedanken über diese Frage gemacht und führten in drei Akten ein Theaterstück auf, in dem sie diese Frage auf alltägliche Situationen bezogen. So stellten sie sich auch die Frage, was hässlich und was schön macht. Dabei fielen bei der Schönheit Begriffe wie Freundlichkeit, Humor und ein echtes Lächeln, während die Konfirmandinnen und Konfirmanden mit Hässlichkeit Oberflächlichkeit und Lügen assoziierten.



Auch Pfarrerin Härtel setzte sich in ihrer Predigt mit der Thematik auseinander und kritisierte eine zunehmende Oberflächlichkeit der Gesellschaft. Dabei beantwortete sie die Frage nach der Schönheit mit Martin Luther, der gelehrt habe, dass vor Gott jeder ohne sein eigenes Zutun schön sei. „Schön bin ich mit allem was ich bin“, fasste Härtel die Botschaft Luthers zusammen. Auch Jesus sei es nicht nur um innere oder äußere Schönheit gegangen, sondern vor allem um die Glück­seligkeit der Menschen.

Nach der Predigt wurden die Konfirmandinnen und Konfirmanden unter dem Glockengeläut der Elisabethkirche eingesegnet. Dabei stellten alle 13 Jugendlichen ihren Konfirmationsspruch vor und erläuterten kurz, wieso sie diesen ausgewählt hatten, bevor die Konfirmationskerze an der Osterkerze entzündet wurde. Im Anschluss wurde die Einsegnung durch Presbyter Matthias Hoßfeld mit einer kurzen Ansprache bestätigt. Hoßfeld stellte den Ausspruch Leonardo da Vincis „Binde deinen Karren an einen Stern“ in den Mittelpunkt seiner Rede. Man solle „über seinen Horizont hinausblicken und eine Verbindung zwischen dem Alltäglichen und dem Himmlischen schaffen.“ Dies gebe „Kraft und Hoffnung.“ Der Presbyter stellte zudem eine Verbindung zwischen Jesus und Leonardo da Vinci her, die beide Revolutionäre gewesen seien und sich Gedanken über alternative Wege gemacht hätten. Das Elternwort, das von Judith Zieger und Paul Ziegler gehalten wurde, setzte sich gesellschaftskritisch mit Zitaten von Luther und ihrer Interpretation für die heutige Zeit auseinander. Dabei kritisierten sie, passend zum Thema des Gottesdienstes die zunehmende Oberflächlichkeit und Fremdheit in der Gesellschaft. Sie forderten die Zuhörer dazu auf miteinander zu reden und sich nicht allein zu lassen. Passend dazu feierten die Gläubigen danach alle gemeinsam das Abendmahl. Zum Abschluss dankte Pfarrerin Härtel allen Helferinnen und beglückwünschte die Konfirmandinnen und Konfirmanden zur Bestätigung ihrer Taufe.