| 19:07 Uhr

Ein Erstligist aus Altstadt

Die Poolbillard-Spieler aus Altstadt feiern zusammen mit einigen mitgereisten Anhängern den erstmaligen Aufstieg in die 1. Bundesliga. Foto: Holzhauser
Die Poolbillard-Spieler aus Altstadt feiern zusammen mit einigen mitgereisten Anhängern den erstmaligen Aufstieg in die 1. Bundesliga. Foto: Holzhauser FOTO: Holzhauser
Altstadt. Poolbillard-Spieler des PBC Joker feiern die Meisterschaft in der 2. Liga und steigen auf. Stefan Holzhauser

In einem wahren Herzschlagfinale haben sich die Poolbillard-Spieler des PBC Joker Altstadt am Sonntag in der 2. Bundesliga Süd die Meisterschaft gesichert und steigen damit erstmals in der Vereinsgeschichte ins deutsche Oberhaus auf. Und dabei wäre nach dem ersten Teil des abschließenden Doppel-Spieltages am Samstag bereits fast alles verloren gewesen. So mussten sich die Saarländer beim Tabellendritten BC Siegtal 89 deutlich mit 2:6 geschlagen geben. Bis zur Pause gaben Sebastian Staab, Ralf Wack und Christopher Ahrens ihre Partien ab. Lediglich Marco Dorenburg konnte gewinnen. Nach Wiederbeginn holte dann Staab den einzigen Punkt für die Gäste, während Wack, Dorenburg und Leon Kohl leer ausgingen.


"Wir waren mega nervös gewesen, und es lief einfach nichts zusammen. Wir wussten eigentlich, dass es dies bereits in Sachen mögliche Meisterschaft gewesen ist. Doch dann haben wir von der überraschenden 3:5-Niederlage der BSF Kurpfalz beim PBC Bad Saulgau erfahren. Dadurch hatten wir alles noch selbst in der Hand", berichtet Wack. Man habe sich dann am Samstagabend noch einmal vor Ort auf das alles entscheidende Spiel am nächsten Tag eingeschworen und wollte es unbedingt besser machen.

Und genau so kam es dann auch. Die Altstadter setzten sich am Sonntag deutlich mit 6:2 beim Tabellenfünften 1. PBC Hürth-Berrenrath durch und standen damit als Meister fest. In der Vorrunde siegten Ahrens, Staab, Wack und Dorenburg. Und nach der Pause machten dann Staab und Dorenburg alles klar, sodass die Niederlagen von Jörg Kohl und Wack nicht mehr schmerzten. Am Ende hatten die Saarländer 28 Punkte und konnten sich damit knapp vor dem BV Mörfelden-Walldorf (27 Zähler), Siegtal (26), Kurpfalz (25) sowie Hürth-Berrenrath (23) durchsetzen.



"Wir haben dann zunächst vor Ort anständig gefeiert und sind mit unserem gemieteten Bus sowie drei Autos in unser Clubheim nach Altstadt gefahren. Dort ging es dann für die meisten Spieler bis zum frühen Morgen weiter. Es wird auch noch eine offizielle Meisterschaftsfeier geben, die aber noch nicht terminiert ist", erklärt Wack. Der Routinier feiert im Dezember seinen 50. Geburtstag.

Nach der Sommerpause geht es dann also für die Altstadter in der eingleisigen 1. Bundesliga weiter. Dort trifft man unter anderem auf den BSV Dachau, der kürzlich zum zweiten Mal in Folge deutscher Meister wurde. Davor hatte sich der BC Oberhausen mehrmals hintereinander deutschlandweit durchgesetzt. Dieses Mal wurde man Vize-Meister.

"Wir spielen in der nächsten Saison fast ausschließlich gegen Vereine, die auf Söldner setzen und sind dabei haushoher Außenseiter. Egal, wie es ausgeht: Wir haben hier in Altstadt eine richtig geile Truppe zusammen, die aus Spaß an der Freude Billard spielt - und nicht wegen der Kohle", betont Wack und ergänzt: "Diese tolle Kameradschaft versuchen wir, gegen die gut bezahlten Gegner in die Waagschale zu werfen und vielleicht die ein oder andere Überraschung gegen diese Profis zu schaffen."