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Ein bunter Strauß schöner Melodien

Die Chöre des MGV Kirkel, hier der Gemischte Chor, hatten zum Benefizkonzert in die protestantische Kirche eingeladen. Foto: Jörg Jacobi
Die Chöre des MGV Kirkel, hier der Gemischte Chor, hatten zum Benefizkonzert in die protestantische Kirche eingeladen. Foto: Jörg Jacobi FOTO: Jörg Jacobi
Kirkel. Ein Konzert sollte jetzt Geld für die Glocken der Kirkeler Friendenskirche einspielen. Dazu hatte der MGV Kirkel ein buntes Programm erarbeitet. (red)

Mit einem Benefizkonzert zugunsten der Glocken im Turm der Kirkeler Friedenskirche präsentierten sich die beiden Chöre des MGV 1848 vor großem Publikum im evangelischen Gotteshaus. Die Sängerinnen und Sänger des Gemischten Chores 1klang und des traditionellen Männerchores beschenkten dabei ihre Gäste mit einem bunten Melodienstrauß.


Alle Welt beklagt neuerdings das Sterben vereinsgebundener Chöre. Der MGV Kirkel nicht; er gründete vor drei Jahren einen Gemischten Chor mit vielen jugendlichen Stimmen, die Kreischorleiter Wolfgang Schmitt so unkonventionell wie erfolgreich zu Höchstleistungen anspornt. Die stilsichere und auch stimmliche Gewandtheit a Cappella in der herben, an Dissonanzen reichen Neufassung des bekannten "Mai-Liedes" durch Friedrich W. Arnold war ein Kabinettstückchen.

Nicht minder der afrikanische Gesang "N'kosi Skikelel'i Afrika" mit schnörkellosen Naturregistern. In der Litanei "Adiemus" von Karl Jenkins und im rhythmisch mitreißenden "Top of the world" von Richard Carpenter rahmte die einfühlsame Klavierbegleitung der jungen Pianistin Caroline Ames das Erscheinungsbild eines jungen Chores in Topform dezent ein. Der Männerchor bereicherte unter der Leitung von Chordirektor Kurt Kihm den "Bunten Strauß" zunächst mit "Melodien zum Verlieben" nach Walter Kollo und Peter Kreuder.



Zur Klavierbegleitung von Paul O. Krick erinnerten die nächsten Titel an unvergessene Sänger wie Frank Sinatra mit seinem "My Way", Peter Alexander mit "Ich zähle täglich meine Sorgen" oder Louis Armstrong mit seinem kindlichen Staunen "What a Wonderful World", das der Pianist für den befreundeten Männerchor bearbeitet hatte.

Nach den Ehrungen verdienter Sänger durch die Chorverbandspräsidentin Marianne Hurth und den Vorsitzenden des Kreischorverbandes Frank Vendulet überraschten beide Chöre im zweiten Teil erneut mit Höhepunkten. Eric Claptons Song "Tears in Haeven" gestalteten Wolfgang Schmitt, Caroline Ames und die Choristen von 1klang zur anrührenden Trauer um den verstorbenen Sohn des Komponisten.

Hubert von Goiserns "Weit weg" hatte der Kirkeler Sänger Robert Kunz zur Freude aller Zuhörer und Ausführenden aus dem österreichischen Original ins saarländische Idiom getaucht. Im "Hit the Road, Jack" und im Gospel "If you're happy" glänzten alle ein letztes Mal mit hinreißendem Swing im Pop-Sound.

"Bereitwillig ließen sich die Zuhörer dann vom Männerchor auf eine imaginäre Weltreise entführen", so einige Gäste: Nach Südamerika, wo sie dem "Ave Maria no morro" von Herivelto Martins lauschten, nach Prag, wo zum Rieseln und Wogen im Klavier Bedich Smetanas "Moldau" vorbei rauschte und schließlich nach Wien, wo Peter Alexander in seine "Kleine Kneipe" einlud.

Zum guten Schluss des Benefizkonzertes hoben beide Chöre des Männergesangvereins Kirkel noch einmal grandios ab im bekannten "Fliegermarsch" von Hermann Dostal, der nach stürmischem Schlussapplaus wiederholt werden musste.

Zum Thema:

Im Rahmen des Benefizkonzertes ehrten die Präsidentin des saarländischen Chorverbandes, Marianne Hurth, und der Vorsitzende des Kreischorverbandes Homburg, Frank Vendulet, Sänger des MGV 1848 Kirkel für ihre langjährige Treue. Norbert Simon, seit 13 Jahren Kassenwart der Chorgemeinschaft, erhielt die Ehrennadel in Gold und Onyx. Die Ehrennadel für 60 Jahre Singtätigkeit bekam Manfred Leibrock; für 50 Jahre Robert Kunz, Franz Josef Weiland und Günther Wagner; für 40 Jahre Werner Richert, Thomas Boesen, Manfred Schäfer und Wolfgang Hussong und für 25 Jahre Bruno Karg, Frank Blumberg und Dietmar Schäfer.