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Marguerite Donlon
Donlon wird Patin der Tanz-Akademie

Marguerite Donlon war bis 2013 Ballettchefin am saarländischen Staatstheater in Saarbrücken. Jetzt übernimmt sie die Patenschaft für eine neue Tanz-Akademie in Limbach.
Marguerite Donlon war bis 2013 Ballettchefin am saarländischen Staatstheater in Saarbrücken. Jetzt übernimmt sie die Patenschaft für eine neue Tanz-Akademie in Limbach. FOTO: Oliver Dietze
Limbach/Homburg. Die ehemalige Ballett-Chefin am saarländischen Staatstheater in Saarbrücken, Marguerite Donlon, kann sich vorstellen, eventuell in der Limbacher Tanzmanufaktur von Lisa Merscher eine Masterclass zu unterrichten. Von Ulrike Stumm

Ihr persönlicher Lebensrhythmus schlägt für Lisa Merscher gerade in einem ziemlich beeindruckendem Tempo Vor wenigen Wochen, Anfang Januar, hat sie ihre Tanzmanufaktur in Limbach eröffnet (wir berichteten). Mittlerweile lernen hier schon etwa Schülerinnen und, ja, auch Schüler, Ballett und  modernen Tanz  - Kinder genauso wie Jugendliche und Erwachsene. „Mit diesem enormen Zulauf habe ich nicht gerechnet“, sagt Merscher. Jede Menge zu tun also, zumal sie im Moment auch noch eine Rolle in der Kammeroper „Solaris“ am Staatstheater tanzt.


 Jetzt ist der gebürtigen Jägersburgerin zu all dem ein echter Coup gelungen:  Marguerite Donlon, die bis 2013 Ballettchefin in Saarbrücken war, wird  Patin ihrer frisch gegründeten „Akademie für Ballett und Modernen Tanz“.  Dass sie sich darüber ehrlich freut, ist Lisa Merscher anzusehen – zu Recht. Dabei ist es nicht nur der Name, der hier zählt,  sondern mehr, denn Marguerite Donlon hat für sie eine besondere Bedeutung: künstlerisch und persönlich. Fasziniert von ihr sei  sie schon lange gewesen, sagt Lisa Merscher.  Sie habe Stücke von ihr gesehen, war in Proben, habe die Tänzer kennen gelernt. Der Kontakt zu Donlon selbst sei dann über „die persönliche Schiene“ zustande gekommen. Und sie bekam später auch sozusagen eine offizielle Seite: Merscher, die an der Musik- und Kunstuniversität der Stadt Wien studierte, schrieb ihre Bachelor-Arbeit über die Tänzerin und Choreographin. „Die fabelhafte Welt der Marguerite Donlon“ hieß die künstlerische Präsentation. Sie habe dafür auch ein ausführliches Interview mit Donlon geführt, in dem diese erzählte, wie sie arbeitet. Darin habe sie sich gut wiederfinden können: Der Gedanke, ins klassische Ballett mit seiner ganzen Technik einen modernen, zeitgenössischen Einfluss einzubringen, dies zu verknüpfen.

Als sie sie einige Jahre später dazu entschloss, die Schule zu gründen, habe sie Marguerite Donlon erst einmal nichts darüber erzählt. Diese erfuhr dann aber doch davon, etwa über soziale Netzwerke. „Dann haben wir erst einmal telefoniert“, berichtet Merscher. Und schließlich entstand die Idee zur Patenschaft. Die soll durchaus einen künstlerischen Anreiz für die Schüler bieten, Visionen gibt es einige, so ganz spruchreif ist aber noch nichts. Vorstellbar sei etwa, dass Marguerite Donlon, eine Masterclass geben wird. Das werde terminlich sicherlich nicht ganz einfach, denn sie sei sehr verplant. Seit 2015 lebt Donlon wieder in Berlin, dort wo ihre Karriere als Solotänzerin im Ballett der Deutschen Oper 1990 begann. Die Irin ist viel unterwegs, arbeitet weltweit erfolgreich als freischaffende Choreografin.

Für Lisa Merscher bleibt das Geburtsjahr ihrer Akademie auf jeden Fall spannend – und sie hat auch schon einige Pläne: Am Wochenende, 1. und 2. Dezember, plant sie im Homburger Saalbau mit allen ihren Schülern eine Wintertanzgala. Was genau da auf der Bühne zu sehen sein wird, ob ein Märchen oder etwas anderes, stehe noch nicht fest, sagt Merscher. Das werde sich im Probenprozess herausstellen. Eines scheint sich aber ziemlich deutlich abzuzeichnen: Ihr Tempo wird so schnell nicht langsamer werden.

Informationen im Internet:



Seit Anfang Januar betreibt die gebürtige Jägersburgerin Lisa Merscher in Limbach ihre Tanzmanufaktur.
Seit Anfang Januar betreibt die gebürtige Jägersburgerin Lisa Merscher in Limbach ihre Tanzmanufaktur. FOTO: Thorsten Wolf