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Sozialbüro Kirkel blickt auf das Jahr
Die Jüngsten stehen im Fokus der Projekte

Wolfgang Steiner, der Leiter des Sozialbüros der Gemeinde Kirkel, gab gestern im Gespräch mit unserer Zeitung einige Einblicke in die in diesem Jahr anstehenden Projekte in der Gemeinde.
Wolfgang Steiner, der Leiter des Sozialbüros der Gemeinde Kirkel, gab gestern im Gespräch mit unserer Zeitung einige Einblicke in die in diesem Jahr anstehenden Projekte in der Gemeinde. FOTO: Thorsten Wolf
Kirkel. Vor allem der Ausbau von Kindergärten und Schulen sind in diesem Jahr ein großes Thema in der Gemeinde Kirkel. Von Thorsten Wolf

Ausbau von Kapazitäten im Bereich der Kindergärten und der Freiwilligen Ganztagsschulen in der Gemeinde, ein neuer Senioren-Busverein, Überlegungen für einen Jugendbeirat, die Situation der Flüchtlinge und noch so einiges mehr: Nein, langweilig wird es Wolfgang Steiner, dem Leiter des Sozialbüros der Gemeinde Kirkel, wohl auch 2018 nicht. Im Gespräch mit unserer Zeitung gab Steiner gestern einen in Teilen recht detaillierten Einblick in die anstehenden Projekte, ganz vorne an stellte er dabei die Jüngsten in der Gemeinde.



„Die Geburtenzahlen sind in Kirkel erfreulicherweise weiterhin sehr hoch. Das hat damit zu tun, dass wir einen überdurchschnittlichen Anteil von jungen Familien in der Gemeinde haben. Das liegt wiederum am Wohnwert und der Kinderbetreuung.“ Um hier der steigenden Nachfrage ein angemessenes Angebot entgegenstellen zu können, müsse man im Bereich der Kinderbetreuung die Möglichkeiten erweitern, „das heißt, wir werden zusätzliche Krippenplätze und Ganztagsplätze zur Verfügung stellen. Das machen wir nicht selbst, sondern freie Träger. Aber wir als Sozialbüro sind in die Bedarfsplanung und in die konzeptionelle Umsetzung stark eingebunden.“ Konkret nannte Steiner den Umbau der alten Alstadter Schule zur Kindertagesstätte, damit werde man einen Teil der starken Nachfrage im Bereich der Krippenplätze dann befriedigen können. „Des Weiteren werden wir uns bedarfsplanerisch auch in Kirkel-Neuhäusel und Limbach noch um eine Ausweitung des Betreuungsangebotes kümmern müssen.“

Ein Stufe die „Alterstreppe“ hinauf gehe es dann in 2018 auch um die Jugend, das Stichwort hier: Jugendbeirat. „Ich kann hier natürlich nicht den Entscheidungen des Sozialausschusses und des Gemeinderates vorgreifen. Die Verwaltung legt nun aber einen überarbeiteten Satzungsentwurf vor.“ Auf dieser Basis könne er sich, so Steiner, durchaus vorstellen, dass ein solcher Jugendbeirat in der Gemeinde gegründet wird. Dieses Instrument gebe dann den jungen Menschen in Kirkel die Möglichkeit kommunalpolitisch stärker aktiv zu werden. Dass es, zumindest aktuell, genügend Jugendliche gebe, die sich in einem solchen Beirat engagieren wollen, dessen ist sich Steiner sicher.

Im Bereich der Senioren lenkte Steiner den Fokus auf ein Projekt des Seniorenbeauftragten Hans-Peter Schmitt. Der habe sich mit viel Engagement die Gründung eines Senioren-Busvereins vorangetrieben. Dieser soll als Ergänzung zum gewerblichen ÖPNV auf ehrenamtlicher Basis Senioren und Menschen mit Mobilitätseinschränkungen ermöglichen, wichtige zentrale Versorgungspunkte in der Gemeinde leichter zu erreichen, so Einkaufsmöglichkeiten, Ärzte oder auch die Postfiliale. Steiner: „Das wird der erste Senioren-Busverein im Saarland. Das wird eine ganz spannende Geschichte. Und Hans-Peter
Schmitt betreibt das mit ganz großem Nachdruck.“ Nun hoffe man, dass das Projekt im Frühjahr „ans Netz“ gehen könne. „Das könnte sogar ein Modell-Projekt für das ganze Saarland werden.“

Wesentlich weiter in die Zukunft blickend nannte Steiner gestern auch ein Konzept aus Finnland als Gedanken-Spiel: „Dieses Konzept heißt Gesundheits-Kiosk, ist ein ärztliches Versorgungselement und wird dem Besuch beim Hausarzt vorgeschaltet.“ Gegewärtig setze man dieses Angebot schon im hohen Norden in einem Hamburger Stadtteil um. „Hier können zum Beispiel Menschen mit leichten Verletzungen hingehen.“ In Finnland laufe dies sehr erfolgreich – und sei vielleicht auch ein überlegenswertes Konzept für die ärztliche Versorgung auf dem Land. Ist so etwas auch für Kirkel denkbar? Steiner: „Natürlich denke ich über so etwas schon mal nach. Einer muss ja mal anfangen.“

Auch das Thema Flüchtlinge ließ Steiner gestern nicht außen vor. Derzeit betreue man im Netzwerk aus hauptamtlich und ehrenamtlich Aktiven in der Gemeinde rund 200 Personen. Hier gelinge die Versorgung aktuell gut. Man habe noch genug Wohnraum, könne anstehende Probleme meistern. Er könne aber nicht abschätzen, wie sich die Lage entwickle, wenn sich zum Beispiel die außenpolitischen Bedingungen veränderten. Dann könne die Situation problematisch werden. Deswegen Wolfgang Steiners Hoffnung für die kommenden Monate: „Ich wünsche mir ein unspektakuläres Jahr 2018!“