| 13:57 Uhr

Prunksitzung der Burgnarren
Die Burgnarren trumpften groß auf

Die Schoppengarde der Kirkeler Burgnarren feierte am Samstag nach zwei Jahren Pause ein Comeback, trainiert von Maike Breiter ließen die Herren in Uniform ihre tänzerischen Muskeln spielen.
Die Schoppengarde der Kirkeler Burgnarren feierte am Samstag nach zwei Jahren Pause ein Comeback, trainiert von Maike Breiter ließen die Herren in Uniform ihre tänzerischen Muskeln spielen. FOTO: Thorsten Wolf
Kirkel-Neuhäusel. Bei der Gala-Prunksitzung überzeugten die Kirkeler Karnevalisten in der Burghalle mit ihrem närrischen Programm. Von Thorsten Wolf

Eigenlich hätte man Hans-Jörg Döhlas Job am Samstag bei der großen Gala-Prunksitzung der Kirkeler Burgnarren in der Burghalle so beschreiben können: Als Sitzungpäsident sorgt Döhla mit seinen Moderationen für einen eleganten Übergang zwischen den einzelnen Programmteilen, bringt auch mal das Publikum in Stimmung und sorgt im Allgemeinen für gute Laune im Saal. Gut, das tat Döhla auch. Aber: Tatsächlich hätte der Sitzungspräsident nach dem Abend auch gleich bei der Nasa anheuern können. Denn so viele Raketen, wie Döhla am Samstag in den Himmel über der Kirkeler Narhalla in die Himmel schießen ließ, das hatte schon Cap Canaveral-Format.


Aber die Akteure auf der Bühne gaben auch genug Anlass für die instellare Begeisterung, ganz gleich, ob es nun um Mariechen-Tänze, Marsch- und Schautänze oder Prinzenpaar- und Büttenreden. Bei so viel Brillanz einzelne Bühnen-Aktive herauszupicken, ist natürlich nicht so ganz einfach. Ein guter Anfang ist da immer der traditionelle Auftritt der Prinzenpaare, in Kirkel in dieser Session gleich im Doppelpack zu erleben – auch das macht die Fastnacht in der Burggemeinde immer wieder einzigartig. Nach dem Einzug der Aktiven war es so an Prinzessin Justine I. (Justine Boesen) und Prinz Jan I. (Jan Weber) als Erwachsenen-Prinzenpaar, zusammen mit dem Kinderprinzenpaar Annika I. (Annika Städtler) und Lukas I. zum III. (Lukas Müller) die Gäste in der ausverkauften Burghalle mit ihren Reden auf närrische Betriebstemperatur zu bringen. Was Justine und Jan den Narren im Saal zu sagen hatten, stammte übrigens aus der Feder von Christina Keßler, der  Kerwe-Mama.

Das war schon mal ein gelungener und gefeierter Einstieg in einen Abend, der dann auf der Bühne so einiges an Show und Tänzen folgen ließ – bis dann der „Fidelius“ seinen Auftritt hatte und in der Halle die fröhliche Hölle ausbrach. Was Christoph Lesch mit seiner Kunstfigur auf die Bühne brachte, das brachte den Saal zu Kochen. In einem furiosen Mix aus umgetexteten Schlagern und Gags ließ Lesch einem kaum Zeit zum Atemholen, oder Trinken, oder ruhig sitzen. Und Lesch brachte so manches passgenau auf den Punkt: „Die Fasenacht ist die Zeit zum Fremdgehen. Da kauft man dann im Supermarkt Kondome – und bekommt dafür Treuepunkte“. Auf ganz andere Art nicht minder furios auch der gemeinsame Marschtanz der Junioren- und der Prinzengarde der Burgnarren. Trainiert von Michaela Gräser und Corinna Stalter (Junioren) sowie Karen Panter (Prinzengarde) sorgten die beiden Formationen erst einzeln, dann gemeinsam für einen weiteren, echten Bühnenhöhepunkt. Und Hans-Jörg Döhla konnte sich dann schon wieder als Leiter der „Mission-Control Kirkel“ beweisen – natürlich gabs auch für diesen einzigartigen Kombi-Auftritt zweier Garden eine Rakete.



Bei den Schautänzen legte zuerst die Kindergarde vor, die mit „Mary Poppins“ eine mitreißende Bühnen-Show lieferten und die Gäste im Saal verzauberten. Rakete? Aber natürlich! Mit großer Spannung erwarteten die Gäste im Saal natürlich auch den Auftritt der „Schoppengarde“. Die hatte zwei Jahre pausiert, wurde in diesem Jahr zum ersten Mal von Maike Breiter trainiert und lieferte wie erhofft die Show, die alle sehen wollten – als knackige Cops. Und genau dieser Aufritt war dann auch mal ein gute Anlass, um hinter die Kulissen der Burgnarren zu schauen. Unsere Gesprächspartnerin: Eben Maike Breiter.

Sie konnte man am Samstag schon mal fragen, ob sich für viereinhalb Minuten Bühnenshow – mögen sie auch noch so gefeiert sein – der ganze Aufwand lohnt. Da war Maike Breiters Antwort, ausgiebig freudig, eindeutig. „Auf jeden Fall, definitiv. Es ist ja nicht nur der Auftritt selbst. Der ist natürlich das Highlight. Aber schon das Traning selbst macht so viel Spaß und ist so witzig.“ Immerhin mehr als ein halbes Jahr habe man für den „Polizisten-Schautanz“ geübt, für Maike Breiter, auch Pressereferentin des Vereins und Mitglied der Schautanzgruppe der Prinzengarde, eine hohe zeitliche Belastung. „Aber es ist ja mein Privatvergnügen. Und ich würde es nicht machen, wenn ich keinen Spaß daran hätte.“ Eine Sitzung wie die am Samstag geht aber natürlich nicht ohne einen, wenn auch kleinen, offiziellen Teil.

So rief Burgnarren-Präsidentin Irmgard Waidner noch recht zu Beginn der Sitzung Wolfgang Blatt, den Regionalvertreter Saarpfalz des Verbandes saarländischer Karnevalsvereine, auf die Bühne und dankte ihm für die jahrezehntelange freundschaftliche Zusammenarbeit. Und was gab‘s sonst noch zu berichten von der Sitzung der Burgnarren? Da darf man vor allem auch die nicht vergessen, die, wie in all den Jahren zuvor, hinter der Bühne wieder mit Erfolg für einen geordneten Ablauf gesorgt haben.

Prinzessin Justine I. (Justine Boesen) und Prinz Jan I. (Jan Weber) gaben der Sitzung der Kirkeler Burgnarren am Samstag royalen Glanz.
Prinzessin Justine I. (Justine Boesen) und Prinz Jan I. (Jan Weber) gaben der Sitzung der Kirkeler Burgnarren am Samstag royalen Glanz. FOTO: Thorsten Wolf