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Fairtrade-Gemeinde Kirkel
Burggemeinde liegt im Fairtrade-Trend

In den vergangenen Monaten hat sich Dirk Pfeifer als Verantwortlicher seitens der Gemeinde dafür eingesetzt, dass Kirkel nun an diesem Sonntag während des Neujahrskonzerts der Gemeinde als Fairtrade-Kommune ausgezeichnet wird.
In den vergangenen Monaten hat sich Dirk Pfeifer als Verantwortlicher seitens der Gemeinde dafür eingesetzt, dass Kirkel nun an diesem Sonntag während des Neujahrskonzerts der Gemeinde als Fairtrade-Kommune ausgezeichnet wird. FOTO: Thorsten Wolf
Kirkel. Kirkel wird beim Neujahrskonzert als Fairtrade-Gemeinde ausgezeichnet. Der Weg dahin war allerdings nicht einfach. Von Thorsten Wolf

Das Neujahrskonzert der Gemeinde Kirkel ist seit vielen Jahren eine gerne und gut gepflegte Tradition. Doch an diesem Sonntag wird alles ein bisschen anders sein als in den Jahren zuvor. Denn: Kirkel wird bei diesem Anlass auch als Fairtrade-Gemeinde ausgezeichnet (wir berichteten).


Damit kommt eine Geschichte zum Abschluss, die schon im November 2014 mit einer entsprechenden Gemeinderats-Initiative ihren Anfang nahm. Das Thema wurde in der Folge im Sozialausschuss beraten und auf den Weg gebracht. Nachdem zuerst das Sozialbüro der Gemeinde mit der Umsetzung der Pläne betraut war, diesen Auftrag aber aufgrund steigender Flüchtlingszahlen und dem damit verbundenen, deutlichen Mehr an Aufgaben abgeben musste, wurde der Fachbereich 1 der Gemeindeverwaltung und da namentlich Dirk Pfeifer in der Folge mit der Aufgabe betraut, Kirkel auf den Weg zur Fair-Trade-Gemeinde zu bringen.

Am Freitag gab Pfeifer im Gespräch mit unserer Zeitung einen Einblick in das, was da an Arbeiten und Aufgaben zu leisten und zu meistern waren. „Wir haben das ganze Thema dann gemeinsam mit den Fraktionsvorsitzenden und dem Limbacher Ortsvorsteher Max Victor Limbacher intensiviert, im Sommer 2016 gab es dann verstärkt Pressearbeit.“ Ziel sei es gewesen, eine konstituierende Sitzung der nötigen Fairtrade-Steuerungsgruppe zu initiieren, „da sollen Vertreter aus den politischen Parteien, Bürger, Vertreter von Schulen und Kindergärten sowie kirchlichen Einrichtungen, Vereinen und Gewerbe vertreten sein“. Im November 2016 sei es dann eben zur ersten Sitzung der besagten Steuerungsgruppe gekommen, „diese trifft sich seitdem einmal im Quartal. Und diese Bemühungen haben dann auch tatsächlich zum Ziel geführt, Mitte 2017 haben wir die Zusage erhalten, dass Kirkel die notwendigen Bedingungen erfüllt.“



Doch was genau sind das für Bedingungen? Dirk Pfeifer: „Fairtrade muss Thema in den Schulen und Kindergärten sein, kirchliche Einrichtungen müssen sich engagieren, wir hier im Rathaus müssen natürlich mit gutem Beispiel, so mit Fairtrade-Zucker und Fairtrade-Kaffee bei offiziellen Anlässen, vorangehen. Es müssen unterscheidliche Aktionen in der Gemeinde laufen, die auf Fairtrade hinweisen. Und auch in der Gastronomie müssen Fair-Trade-Produkte angeboten werden.“ Die von Pfeifer so aufgezählte „Muss-Stafette“ machte da schon klar: So einfach wird man nicht zur Fairtrade-Kommune.

Bei diesem ganzen Unterfangen, so Pfeifer ergänzend, sei es vor allem eine Herausforderung gewesen, die nötige Zahl von Gastronomen davon zu überzeugen, mindestens zwei Fairtrade-Produkte ins Sortiment aufzunehmen. Zum Hintergrund: Wie viele Einrichtungen, sprich Kirchengemeinden, Vereine, Gastronomen, Schulen und Geschäfte sich am fairen Handel beteiligen müssen, das legt die Dachkampagne „Fairtrade Towns“ anhand der Einwohnerzahl fest. Für Kirkel bedeutete das ganz genau: Vier Geschäfte, zwei Gastronomiebetriebe, eine Schule, eine Kirchengemeinde und ein Verein mussten mindestens von der Teilnahme am Projekt überzeugt werden, dies habe man, so Pfeifer, in der Regel sogar übertroffen.

Es hat auch zahlreiche Aktionen in der Gemeinde gegeben, so Pfeifer: Am Weltfrauentag hätten Bürgermeister, Ortsvorsteher und die Frauenbeauftragte fair gehandelte Blumen verteilt, nach einer Infoveranstaltung bei der Jugendfeuerwehr in Kirkel-Neuhäusel seien beim Feuerwehrfest fair gehandelte Rosen verteilt worden, „das fand großen Anklang bei den Kindern“, es habe Aktionen in Kindergärten und Schulen gegeben. „Bei der Sportlerehrung sind Rücksäcke mit fair gehandelten Produkten an die Geehrten verschenkt worden, beim Mitternachts-Fußballturnier wurde mit fair gehandelten Bällen gespielt und es gab Fairtrade-Nikoläuse auf den Weihnachtsmärkten.“

Na, dann ist es wohl auch nur fair, wenn Kirkel an diesem Sonntag nun auch ganz offiziell zur Fairtrade-Kommune wird.

Damit ist die Burggemeinde Teil der immer größer werdenden Fairtrade-Bewegung in der Region, an deren Spitze ja der Saarpfalz-Kreis steht.