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| 19:11 Uhr

Anwohner fühlen sich übergangen

Nicht zu letzt die schon jetzt zahlreichen Veranstaltungen auf der Burg, aber auch die aus ihrer Sicht mangelnde Eignung der Burgstraße selbst (links oben) haben betroffene Anwohner dazu gebracht, sich gegen ein Dorffest vor ihrer Haustür auszusprechen. Foto: Thorsten Wolf
Nicht zu letzt die schon jetzt zahlreichen Veranstaltungen auf der Burg, aber auch die aus ihrer Sicht mangelnde Eignung der Burgstraße selbst (links oben) haben betroffene Anwohner dazu gebracht, sich gegen ein Dorffest vor ihrer Haustür auszusprechen. Foto: Thorsten Wolf FOTO: Thorsten Wolf
Kirkel-Neuhäusel. 24 Anwohner der Kirkeler Burgstraße haben sich per Unterschrift gegen das mittlerweile abgesagte Dorffest im oberen Teil ihrer Straße ausgesprochen. Man sei schon beeinträchtigt durch die Veranstaltungen auf der Burg. Statt dessen wollen sie ein neues Dorffest. Thorsten Wolf

Mit einem offenen Brief, verteilt an alle Haushalte der Gemeinde, hatte sich Jörg Erbelding als einer der Initiatoren eines geplanten, neuen Dorffestes in Kirkel vor einigen Tagen an die Öffentlichkeit gewandt. In diesem Schreiben erhob er aus seiner Sicht massive Vorwürfe gegen Kritiker der Wiederbelebung der zwischenzeitlich abgesagten Veranstaltung (wir berichteten).

Nun haben sich einige der von Erbelding angegriffenen Kritiker selbst zu Wort gemeldet, im Gespräch mit unserer Zeitung und stellvertretend für 24 Anwohner, die eine Unterschriftenliste gegen das neue Dorffest in der Burgstraße unterschrieben hatten. Vorab die klare Botschaft: Man sei eben gar nicht gegen das Dorffest an sich, wehre sich aber dagegen, dass die Burgstraße Schauplatz werde. Dies habe, so Anwohner Hans-Walter Hill, auch ganz klar im Vorwort zur Unterschriftenliste gestanden: "Wir sprechen uns für die Durchführung eines ,neuen' Kirkeler Dorffestes aus. Als betroffene Anwohner sind wir jedoch ausdrücklich gegen eine Durchführung im oberen Bereich der Burgstraße, da wir bereits durch die zahlreichen Veranstaltungen auf der Burgruine übermäßig beeinträchtigt sind", zitierte Hill die Unterschriftenliste, die der Verwaltung vorliege.

Auch klar: Die Anwohner der Burgstraße fühlen sich übergangen. Man habe das ganze Pferd von hinten aufgezäumt und die Planungen vorangetrieben, ohne mit den Anwohnern überhaupt gesprochen zu haben. "Wir haben am 1. April im Bekanntmachungsblatt der Gemeinde gelesen, dass ein Dorffest veranstaltet wird. Wir haben gedacht, dies sei ein Aprilscherz", erinnerte sich Bernhard Kurt. Es hätte dann weitere und teils sehr unterschiedliche Informationen gegeben. "Keiner wusste, was los war." Als sich dann der Plan verfestigt habe, dass das neue Dorffest in der Burgstraße stattfinden soll, sei man sich im Kreis von Anwohnern klar gewesen, dass das so nicht gehe. Kurt: "Die Burgstraße ist für eine solche Veranstaltung nicht mehr geeignet, sie ist zu schmal."

Anwohnerin Karola Ruf zeigte kein Verständnis für die Organisatoren. "Am 24. Juni hat zum ersten Mal im Bekanntmachungsblatt gestanden, dass das Dorffest hier in der Burgstraße stattfinden soll. Die Planung sollen aber schon im Januar gestartet sein. Wenn ich aber ein Fest plane, so kenne ich das, dann spreche ich zuerst die Anwohner an und kläre die rechtlichen Aspekte mit der Gemeinde. Und erst dann kann ich mit Ausstellern sprechen. Das ist so aber nicht passiert." Vielmehr seien die Anwohner erst Ende Juni gefragt worden und hätten "Nein" gesagt. In der Folge sei aber im amtlichen Bekanntmachungsblatt trotzdem das Dorffest angekündigt, eine Woche später dann aber doch abgesagt worden. Für diese Absage sei den Anwohnern, so Ruf, völlig zu Unrecht die Schuld gegeben worden. "Wir sind überhaupt nicht gefragt worden. Und: Wir haben nichts ,hintenrum' gegen das Dorffest unternommen. Wir sind auch nicht gegen das Dorffest, nur gegen das Dorffest in unserer Straße." Karola Rufs Ehemann Walter verwahrte sich zudem ausdrücklich gegen den Vorwurf, man sei zu feige gewesen, um sich in den Besprechungen zum neuen Dorffest zu äußern. Walter Ruf: "Das ist eine Beleidigung." Man sei schlicht und einfach gar nicht eingeladen gewesen zu diesen Besprechungen.

Auf Nachfrage unserer Zeitung nahm Kirkels Bürgermeister Frank John zum Hinweis der Anwohner zur mangelnden Eignung der Burgstraße Stellung. "Tatsächlich ist eine Durchfahrtsbreite von vier Metern für Rettungsdienste gefordert. Wir haben zwar nicht nachgemessen, ich glaube aber, dass wir diese Vorgabe mit einer entsprechenden Anordnung der Stände hinbekommen hätten. Damit hätten die Stände aber mit Sicherheit weiter auseinander stehen müssen, als man das von früheren Dorffesten gewohnt war."