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Zwischen Schönheit und Nutzen

Homburg. Während die Autofahrer dem erneuten Wintereinbruch vom Wochenende wohl eher wenig abgewinnen können, gibt es zumindest eine Berufsgruppe, die sich über die Minusgrade wirklich freut: Die Förster des Landesbetriebs Saarforst. Denn wenn die Temperatur unter Null Grad Celsius sinkt, dann frieren die Waldwege fest und bieten einen guten Untergrund für die Maschinen der Forstreviere Von Merkur-Mitarbeiter Thorsten Wolf

Homburg. Während die Autofahrer dem erneuten Wintereinbruch vom Wochenende wohl eher wenig abgewinnen können, gibt es zumindest eine Berufsgruppe, die sich über die Minusgrade wirklich freut: Die Förster des Landesbetriebs Saarforst. Denn wenn die Temperatur unter Null Grad Celsius sinkt, dann frieren die Waldwege fest und bieten einen guten Untergrund für die Maschinen der Forstreviere.


Das ist gerade im Winter von großer Bedeutung, sind diese Monate doch die Zeit, in der der Holzeinschlag für Laubholz läuft, der Vegetationsruhe geschuldet. Und um das geschlagene Holz bewegen zu können, sind feste und tragfähige Wege wichtig. "Wenn es matschig ist, wie in den vergangenen Wochen, dann werden die Wege und Pfade durch die Einschlagarbeiten deutlich in Mitleidenschaft gezogen", erklärt Förster Michael Pfaff, Revierleiter des Reviers Karlsberg. "Deswegen wäre für uns eine Frost-Phase jetzt am besten, dann hätten wir für die Holzernte die besten Voraussetzungen."

Dass eben diese Holzernte keine ganz unwichtige Sache ist, zeigen die Verkaufszahlen. Holz als Brennstoff feierte eine Renaissance - die hohen Ölpreise sind ein Grund für diesen Trend. Pfaff: "In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Verkaufsmenge von Brennholz locker verdoppelt. Alleine das Revier Karlsberg wird 2013 um die 2500 Festmeter Brennholz verkaufen." Damit, so Pfaff, habe sich der Saarforst zu einem echten Wirtschaftsbetrieb entwickelt, "der Haushalt von Saarforst ist in etwa ausgeglichen. Wir erwirtschaften also das Geld, das wir benötigen, fast komplett selbst." Damit habe sich auch sein eigenes Arbeitsfeld geändert, verdeutlichte Michael Pfaff, der seit fast 30 Jahren das Revier Karlsberg leitet. "Wir haben inzwischen viel mehr Kontakt mit der Bevölkerung, begründet auch durch den steigenden Brennholzverkauf."

Doch natürlich sind die Wälder um Homburg auch ein wesentlicher Faktor der Freizeitgestaltung. Nordic-Walker, Wanderer, Radfahrer - sie alle nutzen die Wege durch den Forst, auch und gerade im Winter, sorgt doch gerade die kalte Jahreszeit für teils beeindruckende Momentaufnahmen.

Da hat ein Revierförster wie Michael Pfaff natürlich auch ein waches Auge auf das Verhältnis zwischen Mensch und Natur - zumal mit dem Waldpark Schloss Karlsberg und den Wäldern von Jägersburg zwei touristische Schwerpunkte Homburgs in seinem Zuständigkeitsgebiet liegen. Da gilt es für Pfaff, die Interessen ganz unterschiedlicher "Waldnutzer" unter einen Hut zu bringen, vom Wanderer bis zum Jäger. "Das ist schon eine interessante Aufgabe, zumal sich so manche Interessenlagen eher gegenüber stehen."



Doch Pfaffs Urteil über die, die in "seinem" Wald unterwegs sind, ist grundsätzlich positiv: "Zum Großteil verhalten sich die Menschen so, wie sie es tun sollten." Doch Ausnahmen bestätigen eben die Regel, Stichwort illegale Müllentsorgung. Pfaff: "Das ist etwas, was ich nicht verstehe, zumal der Wertstoff-Hof in Homburg die Möglichkeit bietet, Müll dort abzugeben." Insgesamt betrachtet handele es sich aber um Ausnahmen, "die mich im Jahr trotzdem immerhin rund 10 000 Euro für die Müllentsorgung kosten".Foto: Thorsten Wolf

"Der Verkauf von Brennholz steigt seit Jahren."

Michael Pfaff

Auf einen Blick

Die Saarforst-Wälder in Homburg, Bexbach und Kirkel sind in vier Reviere unterteilt: Das Revier Karlsberg von Michael Pfaff, Tel. (01 75) 2 20 08 57, das Revier Homburg von Fabian Weiskopf Tel. (01 75) 2 20 08 58, das Revier Bexbach von Heiner Scherer, Tel. (01 75) 2 20 05 89, und das Revier Kirkel von Martin Eberele, Tel. (01 75) 2 20 08 39. thw