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Mannlich-Gymnasium
Zukunftsthema beschäftigte Querdenker

 Die Homburger Mannlich-Oberstufenschüler waren in der Europäischen Akademien zu Gast.
Die Homburger Mannlich-Oberstufenschüler waren in der Europäischen Akademien zu Gast. FOTO: Johannes Schmitt
Homburg. Schüler der Oberstufe des Christian-von-Mannlich-Gymnasiums in Homburg diskutierten in der Europäischen Akademie Otzenhausen mit Experten über zukunftsfähige Nachhaltigkeitsökonomie. Schülerin Franka Klaproth aus der Klassenstufe zwölf hat ihrer Erfahrungen in einem Bericht zusammengefasst. Von red

Unsere Gesellschaft lebt in einer Zeit des stetigen wirtschaftlichen Wachstums. Könnte dieses Wachstum eines Tages an seine Grenzen stoßen?  Genau um dieses Thema drehte sich das dreitägige Seminar „Grenzen des Wachstums – Wir sind die Zukunft!“ in der Europäischen Akademie, das für die „Querdenker“ der Oberstufe des Mannlich-Gymnasiums konzipiert wurde.


Die „Querdenker“ sind eine fächer- und jahrgangsübergreifende Gruppe, die es seit diesem Schuljahr am Homburger Gymnasium zusätzlich zum wöchentlich parallel zum Regelunterricht stattfindenden Programm auch als Blockseminar-Angebot für die Oberstufe gibt. Als Pilotschule der Bund-Länder Initiative „Leistung macht Schule“ baut die Homburger Unesco-Projektschule ihre Angebote zur individuellen Förderung begabter Schülerinnen und Schüler unter Leitung von Ulrike Bossung, Johannes Schmitt und Jan Weißler weiter aus.

Das Thema ist komplex, und deshalb gab es auch ein randvolles und abwechslungsreiches Programm. So wurden von den Experten möglichst viele verschiedene Perspektiven und unterschiedliche Lösungsansätze angeboten. Geleitet wurde das Seminar von Antje Schönwald, der Leiterin des Ressorts „Nachhaltige Entwicklung“ der Europäischen Akademie, die in die Thematik einführte und den Schülern viele Denkanstöße gab.



Tiefergreifende Eindrücke durften die Teilnehmer in Vorträgen von Alexander Metternich, Christiane Kliemann und Peter Heck gewinnen, und auch anschließend mit ihnen diskutieren. Alle drei hatten verschiedene Meinungen und auch Lösungsansätze, wie eine nachhaltige Wirtschaft der Zukunft aussehen sollte, doch in einem waren die Experten sich einig: Es müsse sich etwas ändern.

Oft sei es so, dass sich Menschen direkt verschlössen, wenn sie Wörter wie „Klimawandel“ oder „Nachhaltigkeit“ hören. Warum? Als Gründe wurden angeführt, dass für viele das Problem viel zu komplex sei. Außerdem könne ein Einzelner nichts ändern. Doch einfach Wegsehen sei keine Lösung, sondern zeige vielmehr die Bequemlichkeit vieler Menschen - war eine der in Otzenhausen vertreteten Ansichten. Es gebe bereits Lösungsansätze, die vielversprechend seien,  erhielten aber „wenig Gehör in unserer Welt“, so Franka Klaproth in ihrem Bericht weiter.

So stellte Heck, Professor für Umweltwirtschaft und -recht am Umweltcampus Birkenfeld, seinen Ansatz vor, den er nach eigener Aussage bereits in diversen Projekten umgesetzt hat. Kreislaufwirtschaft heiße das Konzept, anstatt einer linearen Wirtschaft, so Heck. Alle Abgase, Abfälle oder Abwasser seien auch als Ausgangsstoffe zur Herstellung von anderen Produkten zu betrachten, so dass diese einen sich von selbst im Stande haltenden Kreislauf bilden könnten. Auf diese Weise entstünde ein „grünes Wachstum“.

Christiane Kliemann, eine freie Journalistin mit dem Schwerpunkt „Postwachstum“, sieht eine andere Lösung. Für sie sei der einzige Weg das Prinzip „DeGrowth“, das ist ein Fachbegriff dafür, dass das Wachstum komplett zu stoppen sei und auch ein „grünes Wachstum“ nicht zu einer Verbesserung führe.

Auch sahen die Homburger Schüler die französische Dokumentation „Tomorrrow“, die zeigte, wie  Menschen etwas für die Umwelt in unserem System verändern können. Inspiriert von diesen verschiedenen Sichten und der Diskussion mit den Experten, wurde den Oberstufenschülern anschließend die Aufgabe gegeben, in einer Zukunftswerkstatt konkrete Lösungsansätze zu finden, die sie in der Schule umsetzen könnten, um auch dort einen Teil zu bewirken.

Damit einhergehend wurden sie von der Sprechwissenschaftlerin Nicola Speer rhetorisch geschult, sodass sie ihre Ideen auch anschaulich präsentieren konnten. Als Ergebnis entwickelten sie zwei Projekte. Zum einen wurde beschlossen, das Konzept des „Urban Farming“, also landwirtschaftliche Profukte in der Stadt anzubauen, auch an ihrer Schule umzusetzen. Zum anderen möchten die Schüler das Erlernte an mehr Menschen herantragen, so beschlossen sie einen Instagram-Account (its.wearth.it) zu eröffnen.