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Handball
Zellmer verlässt die HWE

Spielertrainer Thomas Zellmer  (3.v.l) verlässt am Saisonende die Handballer der HWE Homburg Richtung Zweibrücken.
Spielertrainer Thomas Zellmer (3.v.l) verlässt am Saisonende die Handballer der HWE Homburg Richtung Zweibrücken. FOTO: Klos Horst / Horst Klos (Klosfoto)
Homburg. Der Spielertrainer des Spitzenreiters der Handball-Saarlandliga tritt aus privaten Gründen kommende Saison kürzer. Von Mirko Reuther

Die Handballer der HWE Homburg starten am Samstag um 20 Uhr mit einem Auswärtsspiel bei der HSG TVA/ATSV Saarbrücken in die Rückrunde der Saarlandliga. Für Thomas Zellmer bricht damit die letzte Halbserie auf der Trainerbank der Homburger an. Der Spielertrainer wechselt nach der laufenden Runde zum Oberligisten SV 64 Zweibrücken. Das Traineramt wird er bei dem Klub, für den er bereits zwischen 2010 und 2016 spielte, nicht mehr bekleiden. Sein Abschied aus Homburg hat private Gründe. Zellmers Ehefrau erwartet in diesem Sommer Zwillinge. Als dann dreifacher Familienvater sei die Doppelbelastung als Spielertrainer nicht mehr zu stemmen, erklärt Zellmer.


„Die Zwillinge wären wenige Monate alt, wenn die neue Saison losgeht. Ich werde meine Frau nicht mehrmals in der Woche alleine mit drei Kindern zu Hause lassen. Seit meiner Krankheit habe ich gesagt: Die Familie geht immer vor“, ergänzt Zellmer. Er war 2013 an multipler Sklerose erkrankt. Der Heilungsverlauf war positiv. 2014 feierte Zellmer im Saarlandpokalfinale gegen die HF Illtal sein Comebach und gewann mit dem SV 64 den Titel. 2016 kam er zur HWE Homburg und führte die Mannschaft als Spielertrainer aus der Verbandsliga an die Tabellenspitze der Saarlandliga. Ausgerechnet der Erfolg steht einem Verbleib des 30-Jährigen im Weg. Die HWE dominiert die Spielklasse und nimmt Kurs auf die Aufstiegsrelegation Richtung Oberliga. „Wenn wir aufsteigen, müssten wir öfter trainieren. Mindestens drei Mal in der Woche. Das ist für mich mit der Familie nicht vereinbar“, sagt Zellmer.

In Zweibrücken spielt bereits sein jüngerer Bruder Bennjamin. Auch Frau Nadine und Sohn Paul tragen das Zweibrücker Trikot. Seine Spieler hat Zellmer bereits nach dem Saarlandpokalspiel Ende November gegen die HF Illtal informiert. „Die Jungs kennen meine Situation und haben die Entscheidung verstanden“, sagt der Trainer. In seinen letzten 14 Spielen mit Homburg will er die HWE zum Saarlandliga-Titel führen. „Das wäre eine tolle Sache. Auch wenn der Abschied dann sicher nicht leichter fallen wird“, sagt der Spielertrainer der Homburger.



Die Partie am Samstag bei den heimstarken Saarbrückern sieht Zellmer als ersten großen Prüfstein für seine Mannschaft im neuen Jahr. „Es gibt Gegner, da weiß ich: Wenn wir eine ordentliche Leistung abrufen, gewinnen wir auch. Die HSG Saarbrücken zählt nicht zu diesen Gegnern. Ich erwarte ein Spiel, das bis in die Schlussminute umkämpft sein wird“, warnt Zellmer auch ein wenig seine Spieler vor dem Gegner. Die HSG Saarbrücken hat in der heimischen Rastbachtalhalle in den letzten 20 Monaten nur eine Niederlage kassiert. Zum Rückrundenauftakt hat Homburg außerdem einen neuen Spieler verpflichtet. Weil sich Torwart Max Loschky die Hand gebrochen hat, kommt Marko Fuchs vom TV Kirkel als Ersatz.