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Lange Nacht der Wissenschaft
Wissenschaftsnacht lockte viele Besucher

Wie molekulare Forschung ganz praktisch funktioniert, konnten die Gäste bei der Langen Nacht der Wissenschaften ausprobieren, indem sie die DNS einer Banane unter Anleitung von Dr. Gabriele Amoroso, Koordinatorin des Kompetenzzentrums, extrahieren konnten.
Wie molekulare Forschung ganz praktisch funktioniert, konnten die Gäste bei der Langen Nacht der Wissenschaften ausprobieren, indem sie die DNS einer Banane unter Anleitung von Dr. Gabriele Amoroso, Koordinatorin des Kompetenzzentrums, extrahieren konnten. FOTO: Bill Titze
Homburg. An über 100 Stationen konnten sich Interessierte informieren und hinter die Kulissen des Uniklinikums blicken.

Begehbare Organmodelle von Herz und Niere, ein Gelenkkino oder Anatomie am Schweineauge – wer sich für Medizin und alles was dazu gehört interessiert, war bei der „Langen Nacht der Wissenschaften“, zu der die medizinische Fakultät der Saar-Uni und das Universitätsklinikum (UKS) auf den UKS-Campus in Homburg eingeladen hatten, gut aufgehoben (wir berichteten kurz). An über 100 Stationen konnten sich die Besucher am Freitagabend über den neuen Stand der Wissenschaft informieren und sich bei vielen Experimenten selbst beteiligen. Dabei war für jede Altersgruppe etwas geboten, ob nun ein Parcours der Sinne für die Kleineren – für sie gab es ohnehin viel Interessantes im Programm zu entdecken – oder ein Vortrag über moderne bewegungserhaltende Therapien bei Bandscheibenvorfällen für die etwas Älteren.


Dass das Interesse an diesen Themen sehr groß ist, zeigte die große Besucherzahl bei der Wissenschaftsnacht, die auch Abschluss der Hochschulwoche ist, einmal mehr. Die meisten Stationen waren schon direkt nach Beginn stark frequentiert und so war das ein oder andere Mal Anstehen angesagt. Dass das Warten sich aber lohnen konnte, das zeigte sich beispielsweise beim Da-Vinci-OP Roboter, der in der Urologie ausprobiert werden konnte und auf großes Interesse stieß. „Der Roboter wird bei nahezu allen urologischen Operationen eingesetzt“, informierte Oberarzt Dr. Martin Janssen die Interessierten. „Er kann sehr kleine Bewegungen machen und arbeitet dadurch sehr präzise. Zwar macht der Roboter nichts alleine und muss vom Operateur jederzeit bedient werden. Dennoch erleichtert er die Arbeit natürlich erheblich“, so Janssen.

Während also in der Urologie die „Handarbeit“ von der Technik übernommen wurde, konnten die Besucher vor der Frauenklinik ihr eigenes Geschick mit den Händen unter Beweis stellen. Am Infopavillon Technik stellten die Werkstätten des Klinikums nämlich nicht nur ihre Arbeit vor, sondern boten auch verschiedene Aktivitäten für Kinder an. So konnten beispielsweise Blumen gelötet oder Kupferrohr-Spazierstöcke mit Klingel gebastelt werden. „Das ist für uns eine gute Möglichkeit, der Öffentlichkeit die Werkstätten der Uniklinik vorzustellen“, freute sich Julia Schuth, Architektin im Ingenieurbüro, über die Gelegenheit. Dem ein oder anderen sei schließlich möglicherweise gar nicht bewusst, dass die Klinik über eigene Werkstätten verfüge. „Wir haben über 100 Mitarbeiter in 13 Fachabteilungen, so zum Beispiel Maurer oder Dachdecker. Die Werkstätten waren auch bei der Vorbereitung der ,Langen Nacht der Wissenschaften’ involviert“, erläuterte Schuth.



Der breiteren Öffentlichkeit bekannt machen wollte sich einige Meter weiter auch das neu konzeptionierte Kompetenzzentrum für Molekulare Medizin. „Unser Ziel ist es, Biochemiker, Pharmakologen und Zellbiologen unter einem Dach zusammenzubringen und so Synergieeffekte zu nutzen. So wollen wir die Grundlagenforschung zu molekularen Ursachen von Krankheiten optimieren“, stellte Martin van der Laan, Professor für Biochemie, das Konzept des Zentrums vor. Ziel sei es, auch stärker mit Biotechnologiefirmen zusammenzuarbeiten und die Vernetzung innerhalb der Uniklinik zu fördern.

Wie molekulare Forschung dann auch ganz praktisch funktioniert, konnten die Gäste ausprobieren, indem sie die DNS einer Banane unter Anleitung von Dr. Gabriele Amoroso, Koordinatorin des Kompetenzzentrums, extrahieren konnten. Eine wirklich spannende Sache – so wie überhaupt die ganze „Lange Nacht der Wissenschaften“ in diesem Jahr wieder.

(tib)