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Neue Freiheiten bei der Besichtigung
Wieder mehr Besucher in den Höhlen

Seit einigen Wochen kann man die Homburger Schlossberghöhlen auf eigene Faust erkunden. Laut einer ersten Beurteilung der Stadtverwaltung hat sich das schon jetzt positiv auf die Besucherzahlen ausgewirkt.
Seit einigen Wochen kann man die Homburger Schlossberghöhlen auf eigene Faust erkunden. Laut einer ersten Beurteilung der Stadtverwaltung hat sich das schon jetzt positiv auf die Besucherzahlen ausgewirkt. FOTO: Thorsten Wolf
Homburg. Seit einigen Wochen können die Schlossberghöhlen in Homburg wieder auf eigene Faust erkundet werden. Zudem wurden weitere Etagen geöffnet. Was sich bereits jetzt andeutet: Das Angebot wird gut angenommen, berichtet die Stadt. Von Thorsten Wolf

Als im Jahr 2003 ein Teil des sogenannten Thronsaales einstürzte, da war in den Homburger Schlossberghöhlen die Zeit der unbeschwerten Leichtigkeit vorbei. Über die Jahrzehnte vor diesem Vorfall wissen die alten Homburger so manche Geschichte zu erzählen. Von großen Partys in den Gewölben wird berichtet und davon, dass man damals einfach so in den Höhlen spielen konnte. Und für die Stadt bedeuteten die „größten Buntsandsteinhöhlen Europas“ vor 2003 auch ein gewichtiges Pfund in Sachen Stadtmarketing. Bis zu 40 000 Besucher zählte man jährlich. Dann das Jahr 2003 und das vorläufige Ende der Geschichte.


Nach dem Einsturz wurden die Höhlen gesperrt und aufwendig saniert. Im Jahr 2007 wurde dann zumindest eine Ebene wieder eröffnet, die Schlossberghöhlen wurden zwischenzeitlich als Besucherbergwerk geführt und unterstanden damit dem Bergrecht und dem Oberbergamt des Saarlandes. Führungen waren nur noch in Gruppen möglich, die Besucherzahl sank auf gerade einmal 20 000 pro Jahr.

Seit etwas mehr als zwei Monaten nun ist alles anders – und es scheint, als wäre auch alles wirklich ein bisschen besser. Nachdem mit jahrelanger Verzögerung endlich eine Video-Überwachungsanlage in den Höhlen erfolgreich in Betrieb genommen werden konnte, können Gäste nun zum einen auf eigene Faust auf Tour zu gehen, zum anderen stehen zwei weitere Etagen des mehrstöckigen Höhlensystems den Besuchern offen.



Und das scheint sich auszuzahlen. „In der Vergangenheit hatten wir pro Monat außerhalb der Sommer-Ferien etwas unter 2000 Besucher im Schnitt, in den Sommerferien waren es rund 3000. In den vergangenen Wochen waren es hingegen 5000“, fasste Homburgs Stadtpressesprecher Jürgen Kruthoff auf Nachfrage unserer Zeitung die aktuelle Entwicklung in Zahlen zusammen. Natürlich, so Kruthoff, sei es aber gegenwärtig noch nicht möglich, ein abschließendes Urteil über den Erfolg der Maßnahme zu fällen. Positiv auf den augenscheinlichen Anstieg der Besucherzahlen, und das schon vor Inbetriebnahme der neuen Video-Überwachungsanlage, habe sich auch der Umstand ausgewirkt, dass ein Besuch der Schlossberghöhlen nun auch Teil des Programms der so genannten Saarland Card sei. Diese Offerte der Tourismuszentrale des Saarlandes gibt die Möglichkeit, 85 ausgewählte Attraktionen und Erlebnis­angebote im ganzen Saarland und der angrenzenden Region kostenfrei zu erleben.

Nun waren die Schlossberghöhlen und der gesamte Schlossberg in der jüngeren Vergangenheit auch Gegenstand weitergehender Überlegungen.

So wurden Pläne vorgestellt, um die Eingangssituation der Schlossberghöhlen neu, ansprechender und barrierefrei zu gestalten. Und auch ein Aufzug hinauf auf den Schlossberg wurde angedacht und auch schon in ersten Entwürfen visualisiert (wir berichteten). Auch das sollte die touristische Attraktivität des Schlossbergs mit seinen Höhlen und der Ruine der Hohenburg weiter steigern – so die Begründung der Stadt für die ambitionierten Überlegungen. Um diese Überlegungen ist es in den vergangenen Monaten zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung recht still geworden. Doch das Konzept sei nicht auf Eis gelegt, versicherte Jürgen Kruthoff, „die Pläne werden weiterentwickelt“. Auch gebe es in der näheren Zukunft weitere Gespräche mir der Landesregierung, skizzierte der Pressesprecher die aktuelle Situation.

Bei diesen Gesprächen gehe es vor allem auch um die finanzielle Förderung aus dem Topf der Tourismusförderung, angesiedelt beim saarländischen Wirtschaftsministerium. Die betrügen bei den millionenschweren Plänen, wie Kruthoff erläuterte, bis zu 70 Prozent. Von dieser Förderung sei natürlich vieles abhängig. Grundsätzlich gebe es aber „grüne Signale“ für die Pläne. Was Kruthoff darüber hinaus auch noch klar machte: Auch die Schlossberg-Höhlenanlagen im Bereich der Karlsberg-Brauerei könnten in eine Gesamtplanung für die Weiterentwicklung des Schlossbergs mit einbezogen werden.

Vor diesem Hintergrund, und da schloss sich für Kruthoff dann der Kreis zu den bis jetzt verwirklichten Verbesserungen in den Höhlen, könnten steigende Besucherzahlen dort auch förderlich bei der Antragstellung für zukünftige Weiterentwicklungen sein.