| 19:50 Uhr

"Homburg lebt gesund"
Wer zuviel wiegt, lebt ungesund

Jeder kann mal einen Hamburger essen. Aber wenn man sich nur noch von Brötchen, Mayo, Schmelzkäse und Buletten ernährt, wird's ungesund. Vor allem Kinder neigen dazu, sich an gesüßte Nahrungsmittel zu gewöhnen. Foto: honk
Jeder kann mal einen Hamburger essen. Aber wenn man sich nur noch von Brötchen, Mayo, Schmelzkäse und Buletten ernährt, wird's ungesund. Vor allem Kinder neigen dazu, sich an gesüßte Nahrungsmittel zu gewöhnen. Foto: honk FOTO: honk
Homburg. Am Dienstag, 6. Juni, kann man sich im Homburger Forum ab 14.30 Uhr informieren, wie man sein Übergewicht bekämpfen kann. Neben Medizinern sind auch Psychologen wichtige Ansprechpartner beim Willen zum Abnehmen. Christine Maack

Es ist noch keine 100 Jahre her, da gehörten hungernde Kinder in Deutschland zum Straßenbild, die Bilder von Käthe Kollwitz aus den 20er Jahren zeigen es.



Inzwischen sterben weltweit mehr Menschen an Übergewicht als an Hunger. Denn die Folgen von Übergewicht sind vielfältig, von Bluthochdruck über Zucker bis zu Bandscheibenproblemen.

Am Dienstag, 6. Juni, findet im Sitzungssaal im Forum im Rahmen der Aktion "Homburg lebt gesund" in Zusammenarbeit mit der Stadt Homburg und der Arbeitsgemeinschaft Adipositaschirurgie der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) der zweite Aktionstag Adipositas "Save a life day" statt. Ab 14.30 Uhr können sich Interessierte in einer entspannten Atmosphäre und bei mehreren Vorträgen informieren. Auch die Adipositas-Selbsthilfegruppe am Uniklinikum stellt sich vor.

Die Klinik für Allgemeine Chirurgie, Viszeral-, Gefäß- und Kinderchirurgie bietet im Rahmen der Adipositaschirurgie unterschiedliche Therapieverfahren an. Dazu zählen beispielsweise die Implantation eines Magenbandes, die Entfernung eines Teils des Magenvolumens (Schlauchmagen) oder ein Magenbypass. Hierbei wird am Mageneingang eine etwa 30 Milliliter fassende Tasche gebildet.

Diese Magentasche wird anschließend mit dem Dünndarm verbunden, wobei eine bestimmte Strecke des Dünndarms von der Nahrungspassage ausgeschlossen wird. Auch darüber wird am 6. Juni ausführlich informiert werden. Christine Becker, die Beigeordnete der Stadt Homburg, wird um 14.30 Uhr die Gäste der Veranstaltung gemeinsam mit Klinikdirektor Professor Matthias Glanemann begrüßen.

Anschließend stehen folgende Vorträge auf dem Programm: "Abnehmen beginnt im Kopf" von der Psychologin Hilla Klingen, "Warum brauchen wir Adipositaschirurgie?" von Dr. Sebastian Holländer, Assistenzarzt der Klinik für Allgemeine Chirurgie, Viszeral-, Gefäß- und Kinderchirurgie, "Operative Verfahren bei krankhaftem Übergewicht" von Hans-Joachim Klingen, Facharzt und Leiter des Adipositaszentrums am Uniklinikum, "Psychotherapeutische Interventionen vor und nach Adipositaschirurgie" von Dr. Angelika Thönnes, Fachärztin für Pädiatrie und "Ernährung nach Adipositaschirurgie" von Lúcia Deluiz-Ecker, Ökotrophologin und Ernährungsbeauftragte. Am Ende stellt Silvio Engel die Adipositas-Selbsthilfegruppe Uniklinikum vor, deren Vorsitzender er ist.

Die Anzahl übergewichtiger Menschen in Deutschland hat sich in den letzten 40 Jahren mehr als verdreifacht. Gegenwärtig sind zwei Drittel der Männer und die Hälfte der Frauen in Deutschland übergewichtig. Stark übergewichtig, also adipös, sind ein Viertel der Erwachsenen - 23 Prozent der Männer und 24 Prozent der Frauen. Nun will kein Mensch wirklich so viel wiegen, aber was kann man dagegen tun, wenn Diäten nicht mehr helfen und die Betroffenen das Gefühl haben, in einer Sackgasse zu stecken, weil sie keinen Ausweg sehen, jemals von ihrem Übergewicht herunterzukommen?

"Adipositas-Chirurgie ist keine Mode und auch kein Schlankheitswundermittel, sondern für stark übergewichtige Menschen oft die einzige Möglichkeit, wieder normal leben zu können", betont Professor Matthias Glanemann, der neben dem Aktionstag am 6. Juni auch in seiner Klinik regelmäßig Adipositassprechstunden anbietet und dabei über die operativen Methoden informiert, wie man von seinem Übergewicht herunterkommt.

Es gibt auch eine Adipositas-Selbsthilfegruppe, die ihre Räumlichkeiten am Uniklinikum hat, so dass sich übergewichtige Menschen über ihre Erfahrungen austauschen können. Der Treffpunkt der Gruppe findet immer am letzten Montag im Monat statt - außer im Juli, August, und Dezember. Der Vorsitzende ist Silvio Engel, Tel. (0177) 3 46 43 77, E-Mail shg-homburg@online.de

Zum Thema:

Beginn des Adipositas-Aktionstages: 6. Juni, 14.30 Uhr, Großer Sitzungssaal der Kreisverwaltung Am Forum in Homburg. Betroffene, Angehörige und alle Interessierten sind dazu eingeladen, der Eintritt ist frei. Wer von seinem Übergewicht wegkommen möchte, kann auch die Adipositas-Sprechstunden nutzen: Immer Montag und Mittwoch von 12 bis 15 Uhr, Gebäude 57, am Uniklinikum. Unter Telefon (0 68 41 ) 1 63 10 00 sollte zuvor ein Termin vereinbart werden.