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Wenn die Augenhornhaut Hilfe braucht

Professor Seitz veranstaltet wieder den Homburger Keratoconus-Kongress am 21. April in Homburg.
Professor Seitz veranstaltet wieder den Homburger Keratoconus-Kongress am 21. April in Homburg. FOTO: Thorsten Wolf
Homburg. Beim Homburger Keratoconus-Symposium sprechen am Samstag, 21. April, Experten aus aller Welt über neue Diagnostik. Von Christine Maack

Am 21. April ist wieder das Homburger Keratoconus-Symposium. Was das ist? Professor Berthold Seitz, Direktor der Universitätsaugenklinik und Organisator des Symposiums, beschrieb es als „fortschreitende Ausdünnung, Verwölbung und irreguläre Verkrümmung der Hornhaut des Auges“. Die guten Behandlungsmöglichkeiten reichen von harten Kontaktlinsen über die Hornhautversteifung bis zur Hornhauttransplantation.


Bei der Tagung am Samstag, 21. April, werden die neuesten Diagnose- und Behandlungsmethoden diskutiert. Neben mehreren Experten aus der Homburger Uni-Augenklinik sind auch Referenten aus anderen Ländern zu Gast, darunter Professor Maeda aus Osaka und Professor Wylegata aus Kattowitz. Auch niedergelassene Augenärzte sind dabei – und ein Hersteller von Optikgeräten aus Wetzlar.

„Seit 2010 haben wir mittlerweile mehr als 1000 Patienten in unser Homburger Keratoconus-Center HKC eingeschlossen und einige Augen über sieben Jahre bis zu 12 Mal nachuntersucht“, so Seitz.



Pathophysiologische und molekularbiologische Aspekte würden im biologischen Labor der Homburger Augenklinik zusammen mit dem Institut für Experimentelle Ophthalmologie erforscht.

Beginn des Syposiums ist um 9 Uhr mit einer Einleitung und Begrüßung durch Professor Seitz, das Ende ist gegen 15.30 anvisiert. Tagungsort ist das Schlossberghotel in Homburg.

In diesem Zusammenhang wies Seitz noch einmal auf die Lions-Hornhautbank Saar-Lor-Lux Trier-Westpfalz hin. Die Einrichtung einer Hornhautbank am Universitätsklinikum des Saarlandes soll die Wartezeit auf eine Spenderhornhaut verkürzen helfen.

Infektionen, Verletzungen oder angeborene Erkrankungen können die Hornhaut des Auges trüben. Damit büßt der Betroffene sein Sehvermögen ein und kann erblinden. Die bereits 1905 eingeführte Hornhauttransplantation gehört heute zu den erfolgreichsten Gewebe-Verpflanzungen überhaupt und gibt einem Großteil der Patienten das Augenlicht zurück, so Seitz. Trotz des 1997 verabschiedeten Transplantationsgesetzes warten bundesweit rund 8000 Menschen auf eine Spenderhornhaut. In Homburg sind es bis zu 200 Patienten aus ganz Deutschland, Luxemburg und Lothringen.

Rund 25 Hornhautbanken gibt es in Deutschland, die eng miteinander kooperieren und die auch mit ähnlichen europäischen Einrichtungen vernetzt sind.

Da sich hauptsächlich Fachleute mit den Schäden an der Hornhaut beschäftigen, hier noch ein praktischer und allgemein verständlicher Tipp von Professor Seitz zum Thema Kontaktlinsen und Schäden, die sich damit für die Hornhaut ergeben: „Ich warne vor Billigprodukten, die man außerhalb von Fachgeschäften oder im Internet findet. Bei den modernen, bunten Disko-Linsen wird beispielsweise eine enorm hohe Infektionsrate festgestellt. Es dringen Rauchpartikel und Bakterien ins Auge ein, die Linsen werden viel zu spät herausgenommen.

Auch bei der Pflege glauben manche Zeitgenossen, etwas Spüli reiche schon. Manche kippen auch einfach neue Lösung auf die alte Desinfektionslösung von gestern, so dass sich die Bakterien wunderbar vermehren können. Das sind alles Verhaltensweisen, die dem Auge nachhaltig schaden können. Hornhautgeschwüre sind keine Seltenheit.“