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Gelungene Weihnachtsaktion
Weihnachts-Überraschung für kranke Kinder

Feuerwehrmann Dirk Müller (Mitte) zauberte in der Uni-Kinderklinik dem 16-jährigen Thomas ein Lächeln ins Gesicht.
Feuerwehrmann Dirk Müller (Mitte) zauberte in der Uni-Kinderklinik dem 16-jährigen Thomas ein Lächeln ins Gesicht. FOTO: Sebastian Dingler
Homburg. 17 Feuerwehrleute waren am Heiligen Morgen zur Uni-Kinderklinik gekommen, um den kleinen Patienten eine Freude zu bereiten. Von Sebastian Dingler

Weihnachten ist die Zeit, auch einmal an diejenigen zu denken, denen es nicht so gut geht. An jene, die nicht gesund sind oder jene, die nicht zu Hause feiern können. Beides traf auf Patienten der Kinderklinik zu, die den 24. Dezember im Krankenhaus verbringen mussten. Deshalb hatten die Jugendfeuerwehrleiter im Saarpfalz-Kreis die Idee, am Heiligen Morgen dort vorbei zu schauen. Natürlich waren die 17 Männer und Frauen nicht mit leeren Taschen gekommen: Da gab es Kuscheltiere, Plastikhelme, Süßigkeiten, Plätzchen, Comics oder einen Bastelbausatz, mit dem Kinder aus Pappe ein Feuerwehrauto bauen können. Zudem hatten die Feuerwehrleute ein reales Löschfahrzeug vor der Kinderklinik geparkt, das die kleinen Patienten aus dem Fenster betrachten konnten.



Doch die größte Attraktion bestand in den Zauberkünsten von Dirk Müller aus Kirrberg, der stellvertretender Jugendbundesleiter bei der Feuerwehr ist: Er brachte selbst einen Jugendlichen wie Thomas zum Lachen. Unglaublich, wie schnell der 16-Jährige auftaute angesichts der beeindruckenden Tricks des Feuerwehrmanns. „Das gibt’s doch nicht!“ und „Ich will das auch können!“, rief der Heranwachsende. Müller zauberte zunächst mit einem kleinen Becher, in dem er eine Kugel verschwinden und wieder auftauchen ließ; dann zeigte er Kartentricks, ehe er einen Esslöffel im Mund umdrehte ohne die Hände zu Hilfe zu nehmen.  „Die Zauberei ist ein Eisbrecher“, sagte der vielseitige Feuerwehrmann. Die kleineren Kinder beeindruckte er mit der Herstellung von Luftballontieren. Auch dabei war schön festzustellen, wie schnell die Kinder alles andere um sich herum vergaßen. Der fünfjährige Philipp hatte das Glück, in den Genuss der Feuerwehraktion zu kommen, kurz bevor er mit seinen Eltern die Klinik verlassen durfte. „Wir müssen zwar übermorgen noch mal kommen, aber wir haben es Gott sei Dank noch geschafft, an Weihnachten nach Hause zu kommen“, sagte seine Mutter Silke Reinhold. Eine Woche hatte der Knirps im Krankenhaus verbringen müssen.
Vor dem Eintritt in die Kinderonkologie gab es Anweisungen an die Gruppe: Alle sollten sich die Hände desinfizieren, solche mit Anzeichen von Erkältung lieber draußen bleiben. Auch für die krebskranken Kinder war es eine besondere Freude, von der Feuerwehr beschenkt zu werden. Die Auszubildende Vivian Marsollek führte die Gruppe durch die Station. „Viele haben das Glück, über Weihnachten nach Hause zu dürfen“, sagte sie. „Fünf Kindern geht es nicht so gut, die müssen wir hier behalten“, erzählte Krankenschwester Brigitte Schwarz. Und wie wird auf der Station gefeiert? „Wir haben hier einen Tannenbaum, es ist geschmückt worden. Mit den Kindern machen wir eher wenig, weil diejenigen, die bleiben, ziemlich krank sind. Wir haben aber unter uns ein schönes Frühstück zur Feier des Tages gemacht.“

Professor Norbert Graf, Chef der Kinderonkologie, bedankte sich bei den Feuerwehrleuten: „Das war super! Die Kinder haben sich sehr gefreut.“ Auch Dirk Müller war am Ende sehr zufrieden mit der Aktion: „Das war eine tolle Geschichte. Es war schön, dass wir zu so vielen Kindern durften, wir hatten für alle etwas dabei und konnten allen ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Jetzt können wir zu unseren Familien und schöne Weihnachten feiern.“ Apropos Feuerwehr und Weihnachten: Sind die brennenden Kerzen am Baum nicht häufig der Grund für einen Einsatz am Heiligabend? „Ich habe in all meinen Jahren bei der Feuerwehr noch nie einen brennenden Weihnachtsbaum gehabt. Auch meine Kollegen haben das noch nie erlebt“, berichtete Dirk Müller.