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Weg aus der Orientierungslosigkeit

Homburg. "Nach der Schule" ist oft "vor der Ausbildung". Doch bevor junge Schulabgänger erfolgreich eine Lehrstelle antreten können, steht das oft aufwendige Bewerbungsverfahren auf der To-Do-Liste. Doch wie bewirbt man sich richtig? Diese Frage stellen sich viele - und kommen leider nicht selten zu völlig falschen Antworten Von SZ-Mitarbeiter Thorsten Wolf

Homburg. "Nach der Schule" ist oft "vor der Ausbildung". Doch bevor junge Schulabgänger erfolgreich eine Lehrstelle antreten können, steht das oft aufwendige Bewerbungsverfahren auf der To-Do-Liste. Doch wie bewirbt man sich richtig? Diese Frage stellen sich viele - und kommen leider nicht selten zu völlig falschen Antworten. Viele Ausbildungsbetriebe beklagen seit langem Form und Inhalt schriftlicher Bewerbungen, nicht selten landen die Elaborate so mancher Lehrstellen-suchenden im Papierkorb, Rechtschreibfehler, formale Mängel und einiges mehr sind dafür verantwortlich. Und auch wenn es um die persönliche Vorstellung im gewünschten Ausbildungsbetrieb geht, steht so mancher eher neben sich als mitten im Leben. So verwundert es nicht, das Bewerbertrainingsprogramme gefragt sind, mal als Angebot gewerblicher Anbieter, mal von staatlicher Seite, mal als Initiative gemeinnütziger Einrichtungen. Eine der letzteren ist das Atelier für Mädchen und junge Frauen der Arbeiterwohlfahrt in Homburg. Getragen auch durch den Saarpfalzkreis und die Stadt Homburg, bietet das Atelier regelmäßig Bewerbertrainings an - und das auch für eine Zielgruppe, die es schon an sich oft nicht leicht hat auf dem Lehrstellenmarkt: Mädchen mit Migrationshintergrund. "Mittlerweile haben wir hier im Mädchenatelier einen deutlichen Anstieg von Mädchen mit Migrationshintergrund. Der Anteil liegt bei rund 73 Prozent", so Heike Albrecht, die Leiterin der Einrichtung. Den Anstieg begründet Albrecht zum einen mit einer zunehmenden Angstfreiheit ihrer Klienten im Umgang mit den eigenen Fähigkeiten. "Die Mädchen gehen offener auf uns zu und sagen uns klar, in welchen Bereichen sie Unterstützung brauchen. So zum Beispiel in der Rechtschreibung, gerade wenn es um Bewerbungen geht. Oder auch, wenn es darum geht, überhaupt ein geeignetes Berufsbild zu finden." Zum anderen sei das Atelier gerade für ausländische Mädchen deswegen sehr interessant, so Albrecht, weil es jungenfrei sei. "Darauf legen viele Eltern wert." Mit ganz unterschiedlichen Angeboten, über EDV-Workshops und Praxiskurse bis hin zur Vermittlung von wichtigem Wissen um den Vorgang der Bewerbung an sich, werden die Mädchen dann auf die ersten Schritte ins Berufsleben vorbereitet. Heike Albrecht: "Wichtig ist, dass wir den Mädchen Selbstbewusstsein vermitteln." Die große Herausforderungen für Albrecht und ihre Mitstreiterinnen: Die oft ausgeprägte Orientierungslosigkeit der Jugendlichen, wenn es um den Weg in den richtigen Beruf geht. "Wir stellen oft fest, dass das Wissensspektrum der Mädchen, wenn es um die Berufswahl geht, sehr gering ist." Neben Einrichtungen wie dem Mädchenatelier sind es auch die Arbeitsagenturen, die gezielt in einzelnen Seminaren Lehrstellensuchende auf die Bewerbung vorbereiten. Und auch im Internet bieten Portale wie www.bewerbung-forum.de Tipps und Tricks zur richtigen Bewerbung an.