| 22:08 Uhr

Chöre treffen Musiksommer
Wechselspiele mit Jazz und Chormusik

Zum Ende des abwechslungsreichen Konzertes kamen das Jazzquartett und alle Chorsänger zusammen für zwei Songs auf die Bühne beziehungsweise die Treppe des alten Rathauses.
Zum Ende des abwechslungsreichen Konzertes kamen das Jazzquartett und alle Chorsänger zusammen für zwei Songs auf die Bühne beziehungsweise die Treppe des alten Rathauses. FOTO: Foto: Sebastian Dingler
Homburg. Der Homburger Musiksommer ist auch in diesem Jahr wieder vielseitig. Am Samstag stand vor dem alten Rathaus ein Chorkonzert und Jazz an. Ein Mix, an dem viele Musikfreunde an diesem Vormittag Gefallen fanden. Von Sebastian Dingler

Einmal im Jahr, so hat es sich der Vorsitzende des Kreis-Chorverbandes, Frank Vendulet, vorgestellt, sollen auch Chöre am Homburger Musiksommer teilnehmen können. Nachdem das im vergangenen Jahr schon gut geklappt hatte, wurde diese Art Konzert dieses Jahr einfach wiederholt. Damit das an Jazz gewöhnte Publikum am Samstagmorgen auch etwas geboten bekam, wechselten sich die Singgemeinschaften mit einem hochkarätigen Jazzquartett ab. Offiziell nannte sich dieses „Soundgesellschaft“ – allerdings ist das, wie der Bassist und Macher der Band, Julian Langer aus Trier, erklärte, nur eine von vielen möglichen Formationen, für die der Name Soundgesellschaft steht.


Je nach Bedarf sucht Langer sich andere Mitmusiker aus, um dann eben die passende Musik für die jeweilige Veranstaltung anbieten zu können. Der Trierer Saxofonist Carlos Wagner gehört dabei zum Stamm, Schlagzeuger Peter Lauer aus Mannheim ist häufig dabei. Dieses Mal saß am Piano der in der saarländischen Jazzszene wohlbekannte Manuel Krass. Den teilweise etwas angestaubten Jazz-Standards hauchte die Formation frisches Leben ein. Dabei bestach Krass mit seinem Ideenreichtum und Wagner mit seinem schönen Ton auf dem Saxofon. Nach einigen Jazz- und Bossa-Nova-Klassikern bewies das Quartett am Ende seine Vielseitigkeit, indem es auch mal eine Stevie Wonder-Nummer interpretierte.

„Die Band ist breit aufgestellt, alle haben Jazz studiert“, sagte Langer zum musikalischen Hintergrund der Mitglieder. Dadurch, dass Vendulet den Bassisten kennt, kam der Kontakt zustande und so auch die gelungene Mischung aus Chorbeiträgen und Instrumentalmusik. Wie der Homburger Kulturbeigeordnete Raimund Konrad meinte, hätten Chöre in Homburg nicht so viel Gelegenheit sich zu präsentieren. Allerdings habe er darauf bestanden, dass deren Repertoire halbwegs modern sei: Schlager der 70er Jahre wie „Er hat ein knallrotes Gummiboot“ oder „Im Wagen vor mir“ gingen da aber ebenso durch wie die Hippie-Hymne „San Francisco“. All das hatte jedenfalls der Kirrberger Chor Taktstrich im Repertoire, der als Erstes auf die „Bühne“ ging und dessen Leitung Eric Gouverneur in Vertretung von Claudia Nirschl übernommen hatte.

Der zweite Chor, der sich auf die Stufen des alten Rathauses stellen durfte, waren die St. Martin Singers aus Medelsheim. Unter Leitung von Christina Weyers brachte der Kirchenchor weltliche Stücke wie „Hit the Road Jack“ zu Gehör „1klang“ (Leitung: Wolfgang Schmitt) nennt sich ein Gemischter Chor als Abteilung des Männergesangvereins Kirkel, der auch mal einen alten Schlager wie „Rote Lippen soll man küssen“ im Repertoire hatte. Die Voices Alive aus Niederbexbach waren als Letztes dran. Normalerweise wird der Chor von Annegret Geibig geleitet, am Samstag musste sie aber von Marco Welker vertreten werden. „Aux Champs Elysées“ erklang da, oder „Der Baum des Lebens“.

Zum großen Finale hatten sich alle Chöre zusammen zwei gemeinsame Stücke ausgedacht, nämlich Leonard Cohens „Hallelujah“ und „Barbara Ann“ von den Beach Boys. Begleitet wurden sie dabei ganz routiniert von der Band Soundgesellschaft, die dabei einen weiteren Einblick in ihre Vielseitigkeit lieferte.



Gerade beim letzten Stück fingen viele im Publikum an mitzuklatschen und bewiesen damit, dass die Kombination aus Jazzband und Chören ein weiteres Mal gut funktionierte.