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Ein Blick auf Beeden
Vom Biotop bis zur Umgehungsstraße

Um die Entwicklung des Beeder Biotops ging es ebenfalls beim Heringsessen.
Um die Entwicklung des Beeder Biotops ging es ebenfalls beim Heringsessen. FOTO: Thorsten Wolf
Beeden. Beim Heringsessen kamen viele originär Beeder Themen zur Sprache. Unter anderem ging es um den Kindergarten, dessen Neubau im April bezogen werden soll, aber auch um die Diskussion über den möglichen Bau der „B 423 neu“. Von Ulrike Stumm

Es gebe in Beeden alles, was man so braucht: von Sportplätzen über eine Grundschule samt freiwilliger Nachbetreuung bis zur Kita, dem Biotop und dem eigenen Friedhof. Das war Ortsvertrauensmann Gerhard Wagner (SPD) beim Heringsessen in der Beeder Sporthalle, zu dem er bereits zum 22. Mal eingeladen hatte, wichtig. Denn neben den deutlichen Worten zur aktuell schwierigen Lage der Stadtspitze (wir berichteten) war der Ort selbst das zentrale Thema am Mittwochabend.


Sowohl Wagner als auch Salvatore Vicari, stellvertretender Vorsitzender der Beeder SPD, widmeten sich einem Punkt, der für Unruhe sorgt: den möglichen Bau der „B 423 neu“. Falls diese gebaut werde, dann bringe sie viele Vorteile für Beeden, machte Wagner deutlich, entlastet würde beispielsweise die Blieskasteler Straße. Und Wagner rechnet generell mit weniger Verkehr in Beeden. Es gebe, fügte er hinzu, aber auch Bürger, nur wenige, die dadurch mit mehr Lärm belastet würden. Er habe, so Wagner, für jeden Verständnis, der gegen die Straße sei, aber auch für jeden, der sie befürworte. Man müsse, appellierte er, fair miteinander umgehen. Auch Vicari griff das Thema auf: Es sei noch offen, wann der endgültige Planfeststellungsbeschluss vorliege, also ob der Bund die Umgehung baue oder nicht. Die Diskussion um den Straßenbau habe über Monate das Geschehen in Beeden und in Homburg bestimmt. An der Spitze der Kritiker stehe die Bürgerinitiative. Zum Hintergrund: Eine neu gegründete BI engagiert sich seit vergangenem April zunehmend lautstark gegen das Projekt „B 423 neu“, ab da, als die gesetzte Streckenführung bekannt wurde. Ihr Ziel: Die Straße soll so nicht gebaut werden. Vicari bezeichnete dieses Engagement als „gelebte Demokratie“. Und er mahnte: Trotz aller Gegensätze solle kein Riss im Zusammenleben entstehen.

Positives hatte Vicari vom 2,7 Millionen Euro teuren Neubau der Kindertagesstätte Allerhand zu berichten. Hier sei man auf der Zielgeraden. Der Umzug sei für April geplant. Die Kita umfasse dann drei Kindergartengruppen und eine Krippengruppe für die Allerkleinsten, elf neue Krippenplätze würden so geschaffen, „die werden auch dringend benötigt“. Die Kita sei nun ein echtes Schmuckstück, könne auch mit flexiblen Öffnungszeiten punkten. Der Rückbau der alten Kita soll im März erfolgen. Zudem rechne man damit, dass auch in diesem Jahr noch das Außengelände fertiggestellt werde. Zwei Aufgaben bleiben noch: Den Bewohnern der Straße „Zum alten Kanal“ sei deutlich weniger Verkehr versprochen worden, das könne durch die Schaffung neuer Parkplätze erreicht werden. Zudem sei nun das letzte Stück der großen Wiese am Spielplatz eingezäunt. Hier sei nun ein Zebrastreifen zwischen Kita und Spielplatz sinnvoll.



Ortsvertrauensmann Wagner hatte noch zwei Ur-Beeder Themen auf der Agenda. Zum einen das Beeder Brünnchen. Das sei, unterstrich er, in schlechtem Zustand. Das habe er auch bei den verantwortlichen Stellen reklamiert. Im Frühjahr soll es nun so hergerichtet werden, kündigte er an. Anschließend warf er einen Blick aufs Beeder Biotop. Das habe sich gut entwickelt. Angefangen habe man mit 25 Hektar, bis heute sei es auf 48 Hektar bis zum Zollbahnhof erweitert worden. Jetzt stünden für die Tiere auch hochwassersicherere Stellen zur Verfügung. Das Biotop habe den Ort bekannt gemacht, es gebe ein großes Interesse daran. Die Nachfrage nach Führungen, die vom Biotopverein angeboten werden, sei groß.

Neben all dem verwies Wagner auf ein Jubiläum, das im kommenden Jahr ansteht: Der hundertste Geburtstag des SV Beeden soll „ordentlich gefeiert werden“.

Ein wichtiger Punkt des Abends: die Verleihung der Beeder Bürgermedaille an Menschen, die sich durch ihr ehrenamtliches Engagement im Ort verdient gemacht haben. Diesmal gingen diese an Helga Decker, Claudia Bentz und an Patrick Cappel. Ihr großer Einsatz an verschiedenen Stellen wurde dann jeweils mit einer kleinen Laudatio und viel Applaus von den Gästen gewürdigt.

Mit den frisch gekürten Trägern der Beeder Bürgermedaille Claudia Bentz (links), Patrick Cappel (Dritter von links), Helga Decker (Zweite von rechts) freuten sich Landrat Theophil Gallo (Zweiter von links) und Ortsvertrauensmann Gerhard Wagner.
Mit den frisch gekürten Trägern der Beeder Bürgermedaille Claudia Bentz (links), Patrick Cappel (Dritter von links), Helga Decker (Zweite von rechts) freuten sich Landrat Theophil Gallo (Zweiter von links) und Ortsvertrauensmann Gerhard Wagner. FOTO: Karl-Theo Dzieia