| 20:14 Uhr

Frauentag
Viele Frauen arbeiten in Teilzeit- und Minijobs

Homburg. Jedes Jahr zum Internationalen Frauentag am 8. März wird beklagt, dass Frauen weniger Geld verdienen als Männer, weil sie überdurchschnittlich in Teilzeit- und Niedriglohnjobs beschäftig sind. Im Saarpfalz-Kreis sind  nach Angaben der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) 73 Prozent aller Teilzeit- und Minijobs in Frauenhand. Bei den rund 16 000 Teilzeit-Stellen im Landkreis liege der Frauenanteil nach Angaben der Arbeitsagentur sogar bei 82 Prozent.

Jedes Jahr zum Internationalen Frauentag am 8. März wird beklagt, dass Frauen weniger Geld verdienen als Männer, weil sie überdurchschnittlich in Teilzeit- und Niedriglohnjobs beschäftig sind. Im Saarpfalz-Kreis sind  nach Angaben der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) 73 Prozent aller Teilzeit- und Minijobs in Frauenhand. Bei den rund 16 000 Teilzeit-Stellen im Landkreis liege der Frauenanteil nach Angaben der Arbeitsagentur sogar bei 82 Prozent.


Mark Baumeister, Geschäftsführer der NGG Saar, spricht von einer „Karrierefalle“: Gerade in Hotels, Restaurants und Bäckereien seien Minijobs und Teilzeit-Verträge stark verbreitet. „Die Kellnerin in Vollzeit ist die Ausnahme“, so Baumeister. Wer jedoch 20 oder 25 Stunden arbeite, habe es beim beruflichen Aufstieg deutlich schwerer. Das gehe aus einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung hervor. Danach sind für Teilzeit-Beschäftigte auch Gehaltszuwächse und Beförderungen seltener.

Zwar gebe es für Frauen im Saarpfalz-Kreis seit diesem Jahr erstmals einen Rechtsanspruch darauf zu erfahren, was ein männlicher Kollege in ähnlicher Position verdient. Doch das Lohntransparenzgesetz gilt lediglich in Betrieben mit mehr als 200 Beschäftigten. „Davon hat kaum eine Köchin oder Bäckereifachverkäuferin im Kleinbetrieb etwas“, bemängelt Gewerkschafter Baumeister. Hier müsse die künftige Bundesregierung dringend nachbessern.

Sollte die Politik nicht deutlich mehr gegen die Lohnungerechtigkeit unternehmen, dürfte sich nach Einschätzung der NGG auch die Altersarmut für Frauen im Saarpfalz-Kreis verschärfen. „Geringere Löhne und kürzere Arbeitszeiten sorgen für magere Renten. Außerdem tragen Erziehungs- und Pflegezeiten dazu bei, dass nur wenige Rentenpunkte zusammenkommen“, erklärt Mark Baumeister.

Positiv wertet die NGG Saar, dass sich immer mehr Frauen gegen Ungerechtigkeiten im Arbeitsleben zur Wehr setzten.