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Vampirnächte auf dem Schlossberg

 Die Filmnächte auf dem Schlossberg, hier ein Foto vom vergangenen Jahr, widmen sich diesmal dem Thema Vampire. Foto: Thorsten Wolf
Die Filmnächte auf dem Schlossberg, hier ein Foto vom vergangenen Jahr, widmen sich diesmal dem Thema Vampire. Foto: Thorsten Wolf FOTO: Thorsten Wolf
Homburg. Weil in der Festung auf dem Schlossberg Fledermäuse vor der Open-Air-Kino-Leinwand flatterten, kamen die Filmnacht-Macher auf das Thema: Vampire. Geboten wird auch ein Stummfilm mit Live-Musik. Ulrike Stumm

Es liegt in der Natur der Sache, dass Vampire nicht totzukriegen sind. Schließlich gelten die Nachtgestalten in der Regel als in irgendeiner Form lebende Tote, die sich von Blut anderer ernähren und denen nur sehr schwer beizukommen ist. Über die Ursprünge und Ausprägungen gibt es ganze Bücher, Wissenschaftler versuchen dem Phänomen auf den Grund zu gehen. Eines ist auf jeden Fall unzerstörbar: Die Faszination für die Gruselwesen - und einer ihrer berühmtesten Vertreter ist Graf Dracula , aber eben auch nur einer, ersonnen wurde dieser nach diversen historischen Dokumenten vom irischen Autor Bram Stoker.


Nun kommen die Vampire auch auf den Homburger Schlossberg - allerdings nicht leibhaftig, sofern man dies überhaupt sagen kann, sondern auf einer riesigen Leinwand unter freiem Himmel in den Ruinen der Festung. Am Freitag und Samstag, 19. und 20. August, wird es zum dritten Mal die Homburger Filmnächte geben, veranstaltet von der Kulturgesellschaft, praktisch umgesetzt von einer Firma. Und diesmal, kündigt Homburgs Kulturbeigeordneter Raimund Konrad an, wurde das bislang übliche Prozedere, das Open-Air-Kino an dieser Stelle einem bestimmten Land zu widmen, durchbrochen. In den vergangenen Jahren habe man immer wieder Besuch von Fledermäusen gehabt, die vor der Leinwand herumgeflattert seien, da kam die Idee auf, diese Flatterwesen, die ja häufig auch mit Vampiren verbandelt werden, indirekt zum Thema zu machen.

Gezeigt werden Klassiker des Vampirfilms, auch um den örtlichen Kinos keine Konkurrenz zu machen, sagt Konrad. Am Freitag soll der bekannte "Tanz der Vampire" zu sehen sein, der Originalfilm entstand Ende der 60er Jahre. Regisseur Roman Polanski hat eine gesellschaftssatirische Genreparodie geschaffen, die aber dennoch als düsterer, ernst zu nehmender Horrorfilm dasteht - so die Wertung der Kritiker.



Für den Samstag drehen die Macher das Vampir-Film-Rad dann noch weiter zurück und zeigen "Nosferatu", Friedrich Wilhelm Murnaus Stummfilm aus den 1920er Jahren. Ruhig bleiben soll es dabei aber dennoch nicht, denn das Trio OHR begleitet die Handlung musikalisch. Bereits seit 1996 widmen sich die drei Männer - neben dem Saarbrücker Jazzer Oliver Strauch (Schlagzeug, Percussion) gehören Juan Pablo Tobon (Gitarre, Effekte) und Rudolf P. Schaaf (Bass, Gitarre) dazu - der musikalischen Bearbeitung und Live-Vertonung von Stummfilm-Klassikern.

Es werden neue, dem Film entsprechende Töne geschaffen, so dass das Genre dann zu einem Gesamtkunstwerk der Bilder und Klänge werde, versprechen sie.

Bleibt nur auf das passende Wetter zu hoffen und auf die Fledermäuse , die das Vampir-Kinoerlebnis perfekt machen.

Karten für die Kinonächte sind noch im Laufe dieser Woche erhältlich. Anfordern kann man Tickets beim Kulturamt, Tel. (06841) 10 11 66, oder bei Ticket Regional. Für "Tanz der Vampire" am Freitag zahlt man acht Euro, für "Nosferatu" am Samstag zwölf Euro, ein Kombiticket kostet 18 Euro im Vorverkauf. Einlass ist jeweils ab 19.30 Uhr, die Filme starten um 20.30 Uhr. Es werden Shuttlebusse vom Parkplatz der Karlsberg-Brauerei auf den Schlossberg fahren. Sollte das Wetter sehr schlecht sein, werde das Ganze in den Musikpark verlegt, kündigt der Beigeordnete Konrad an.

homburger-filmnaechte.de

 Diese Szene stammt zwar aus dem Musical „Tanz der Vampire“, doch auch im gleichnamigen Film wird es bissig. Zu sehen ist dieser am Freitag, 19. August, bei den Filmnächten auf dem Homburger Schlossberg. Foto: Bernd Weißbrod/dpa
Diese Szene stammt zwar aus dem Musical „Tanz der Vampire“, doch auch im gleichnamigen Film wird es bissig. Zu sehen ist dieser am Freitag, 19. August, bei den Filmnächten auf dem Homburger Schlossberg. Foto: Bernd Weißbrod/dpa FOTO: Bernd Weißbrod/dpa