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| 19:11 Uhr

Vampire bissen nicht zu

Inmitten der Ruine der Hohenburg auf dem Schlossberg verwandelte sich Murnaus „Nosferatu“ zu einem stimmungsvollen Gesamtbild, allerdings konnten sich bei lausigen Temperaturen nur rund 90 Gäste am Samstagabend für den Schauer-Klassiker erwärmen. Foto: Wolf
Inmitten der Ruine der Hohenburg auf dem Schlossberg verwandelte sich Murnaus „Nosferatu“ zu einem stimmungsvollen Gesamtbild, allerdings konnten sich bei lausigen Temperaturen nur rund 90 Gäste am Samstagabend für den Schauer-Klassiker erwärmen. Foto: Wolf FOTO: Wolf
Homburg. Neben Regen und Kälte als Ursache für wenige Besucher blieb eine weitere Erkenntnis nach den Filmnächten: Filme, die als Klassiker gelten, ziehen heute kein großes Kinopublikum mehr an. Die Veranstalter werden Überlegungen anstellen. Thorsten Wolf

Nein, ein wirklicher Publikumsmagnet waren die Homburger Filmnächte auf dem Schlossberg noch nie. Zwar konnte man im vergangenen Jahr beim Blockbuster "Willkommen bei den Sch'tis" einen ordentlichen Zuspruch mit über 200 Gästen verbuchen, in der Regel waren aber in der Vergangenheit mehr Plätze vor der großen Leinwand in der Ruine der Hohenburg leer als besetzt.

Und auch die dritte Auflage der Veranstaltung am vergangenen Wochenende musste mit diesem Schicksal leben. Bei Polanskis Klassiker "Tanz der Vampire " fanden rund 100 Kinofans den Weg auf den Schlossberg, bei der samstäglichen Vorführungen von Murnaus "Nosferatu" waren es 90. Immerhin ein passabler Grund für den eher mageren Zuspruch: das Wetter. Am Freitagabend latent regnerisch, einen Tag später viel zu kalt.

Aber die Veranstalter werden sich auch fragen müssen, ob die Filmauswahl wirklich zieht. In Zeiten, in denen Hollywood Horror- und Vampirstreifen am laufenden Band und in unterschiedlichster Güte auf einen immer schwierigeren Markt wirft und zudem Online-Videotheken der große Renner sind, kann man schon drüber philosophieren, ob das, was man gerne als "Klassiker" vermitteln will, tatsächlich noch die Massen vor eine Kinoleinwand zieht. Doch eben keine Massenfilme zu zeigen, das ist und war einer der Ansätze der Homburger Filmnächte, das verdeutlichte auch Homburgs ehrenamtlicher Kulturbeigeordneter Raimund Konrad als einer der verantwortlichen am Samstagabend. Trotz dieses Anspruchs müsse man aber schon überlegen, wie es mit den Homburger Filmnächten weitergehen könne - auch vor dem Hintergrund der Wetter-Unbeständigkeiten. "Wir werden uns im kommenden Jahr stärker auf ein Ausweichquartier fokussieren. Das wollen wir frühzeitig auch so bewerben." Denkbar wäre hier der Musikpark, so Konrad.

Das ist eine Lösung in Sachen Logistik. Doch könnte man es sich nicht auch in Sachen Publikumszuspruch leichter machen und auf gängige Filme setzen? Konrad: "Das werden wir im kommenden Jahr vielleicht wieder machen. Wir können ja dann mal auf echte Blockbuster setzen." So wie man es bei "Willkommen bei den Sch'tis" gemacht habe.

Doch das ist Zukunftsmusik, am vergangenen Wochenende entschied man sich mit "Tanz der Vampire " und "Nosferatu" für eine Mischung aus Unterhaltungskino und Anspruch. Und gerade der Samstag hatte bei Letzterem einiges zu bieten. So begleitete ein Jazz-Trio um den bekannten Schlagzeuger Oliver Strauch den Stummfilm-Klassiker von Friedrich Wilhelm Murnau aus dem Jahr 1922. Das gab dem Werk deutliche Mehrdimensionalität und verwandelte den Abend inmitten der stimmungsvoll beleuchteten Ruinen der Hohenburg einen ganz besonderen Charakter - schon alleine dafür hatte sich für die 90 Gäste der Abstecher auf den Schlossberg gelohnt. Und: Gänsehaut bekam man gleich doppelt, nicht nur im Angesicht des blutdurstigen Grafen Orlok. Lausige Temperaturen taten ihr übriges, um einem den einen oder anderen Schauer über den Rücken zu jagen - nun, im Hochgebirge der Karpaten, der Heimat Nosferatus, ist es ja auch nicht wirklich warm.

Zum Thema:

Auf einen Blick Die Homburger Filmnächte könnten nicht die einzigen Kinovorführungen in Verantwortung der stadteigenen Kulturgesellschaft in diesem Jahr sein. So wird derzeit überlegt, den Musikpark als Veranstaltungsort für ein weiteres Kinoevent zu nutzen. Abseits davon ist der Bau grundsätzlich als Ausweichquartier für die Homburger Filmnächte im Gespräch. thw