| 21:07 Uhr

Pfarrkapelle
Symphonische Blasmusik für den guten Zweck

Die Musikerinnen und Musiker der Pfarrkapelle Kirrberg stellten ihr diesjähriges Benefizkonzert in den Dienst der Klinik-Clowns am Homburger Universitätsklinikum und des Jakobus-Hospizes in Saarbrücken.
Die Musikerinnen und Musiker der Pfarrkapelle Kirrberg stellten ihr diesjähriges Benefizkonzert in den Dienst der Klinik-Clowns am Homburger Universitätsklinikum und des Jakobus-Hospizes in Saarbrücken. FOTO: Thorsten Wolf
Homburg. Pfarrkapelle Kirrberg spielte in der Aula des Homburger Saarpfalz-Gymnasiums auch zu Gunsten der Klinik-Clowns am Homburger Universitätsklinikum.

Was wäre die Welt ohne Musik? Wohl ein stiller und trauriger Ort. Aber zum Glück gibt es die Musik ja und damit auch die vielen Menschen, die in Noten für so viele Emotionen verantwortlich sind. Sie tun also viel Feines, die Musikerinnen und Musiker. Und manchmal nicht nur durch ihre Musik an sich, sondern auch, in dem sie ihr Tun in den Dienst der guten Sachen stellen. So geschehen, als die Pfarrkapelle Kirrberg am vergangenen Sonntag in der Aula des Homburger Saarpfalz-Gymnasiums zu Gunsten der Klinik-Clowns am Homburger Universitätsklinikum und zum Nutzen des St. Jakobus-Hospizes in Saarbrücken aufspielte. Also eines der tradtionelle Benefiz-Konzertes, wie sie das Kirrberger Orchester seit Jahren gibt?


Nicht ganz. Und das lag zum einen daran, dass sich in den Reihen der Musikerinnen und Musiker auch drei Gastakteure des „L´Orchestre d´Harmonie de La Baule“, also aus Homburgs französischer Partnerstadt, fanden. Zum anderen war es der Anfang von Ende einer Ära bei der Pfarrkapelle Kirrberg, denn der musikalische Leiter Reiner Thörner wird sein Amt aufgeben und sich persönlich verändern. Das sorgte beim Konzert am Sonntag für eine sichtlich emotionale Komponente, stand Thörner doch 18 Jahre lang am Dirigentenpult der Kirrberger. Ein bisschen mehr als ein kleines Bisschen dieser Emotionen kam dann auch im Gespräch mit Heike Stärkle, der ersten Vorsitzenden der Pfarrkapelle, hoch – kein Wunder, haben Stärkle und Thörner doch weite Teil des Weges an der Spitze des Orchesters gemeinsam zurückgelegt. „Wir haben gemeinsam angefangen. Das ist für mich schon wirklich sehr schwer“, gestand Stärkle ein.

Nicht weniger einfach sei auch aktuell die Antwort auf die Frage nach einer Nachfolge für den Erfolgsdirigenten, hier gebe es noch keine Lösung. Dies alles gab dem Konzert am Sonntag einen ganz besonderen Rahmen, wie auch die offizielle Zertifizierung der Pfarrkapelle Kirrberg als „gesundes Orchester“. Im Vordergrund stand aber natürlich vor allem das Musizieren für den guten Zweck. Den brachte der Moderator des Nachmittags, Kirrbergs früherer Ortsvorsteher Stefan Mörsdorf, den leider viel zu wenigen Gästen des Konzerts in seiner gewohnt launigen Art und Weise näher – nachdem Thörner und sein Orchster mit Joseph Compellos Werk „Enterprise“ , nicht zu verwechseln mit dem Thema der gleichnamigen Science-Fiction-Serie, schon mal ein Ausrufezeichen in Sachen symphonischer Blasmusik gesetzt hatten. Mörsdorf erinnerte daran, dass die Pfarrkapelle Kirrberg schon in den zurückliegenden Jahren für die Klinikclowns gespielt habe. Deren Arbeit am Universitätsklinikum sei wichtig, gehe es dabei doch gerade um Kinder „die in einer Situation sind, die für sie zum Teil lebensbedrohend ist – und dann noch in einem Krankenhaus, in einer fremden Umgebung, das ist mit Sicherheit nicht schön. Und wenn man diesen Kindern kurzfristig ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann, dann hat man schon sehr, sehr viel erreicht.“

Um eben diese Arbeit der Klinikclowns, getragen von der Initiative Krankenpflege, auch in Zukunft zu ermöglichen, rief Mörsdorf zu großzügigen Spenden auf. Doch nicht nur dafür sollten die Gäste des Konzerts am Sonntag den einen oder anderen Euro locker machen. So gehe es beim zweiten Spendenadressaten, dem Jakobus-Hospiz in Saarbrücken, darum, das Ende des Lebens erträglich zu machen. Im Detail solle hier auch die „Spezialisierte ambulante Palliativ-Versorgung“ des Hauses unterstützt werden. Dieser Dienst, so Mörsdorf, sei eine Voraussetzung dafür, dass Patienten zu Hause versorgt werden könnten. „Deswegen brauchen sowohl die Hospiz-Arbeit als auch die ambulante Versorgung der Patienten unsere Unterstützung!“

(thw)