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Umgehungsstraße B 423
Straßenplanungen laufen zunächst weiter

 In der Mastau sind Wildkatzen nachgewiesen worden. Auf unserem Bild aus Hessen sind zwei wenige Wochen alte Jungtiere zu sehen.
In der Mastau sind Wildkatzen nachgewiesen worden. Auf unserem Bild aus Hessen sind zwei wenige Wochen alte Jungtiere zu sehen. FOTO: picture alliance / dpa / Boris Roessler
Homburg. Oberbürgermeister sieht keine Auswirkungen für die geplante Umgehung zur bestehenden B 423. Von red

Die Stadtverwaltung in Homburg sieht derzeit keinen Grund, die Planungen für die Umgehungsstraße B 423 wegen der Sichtung von Wildkatzen einzustellen oder zurückzufahren. Das geht aus einer Stellungnahme aus dem Rathaus hervor. Anfang Dezember hatte die Bürgerinitiative „Erhaltet die Mastau – gegen die B 423-neu“ ein Gutachten weitergeleitet, in dem es heißt, dass im Bereich der Mastau Wildkatzenbestände nachgewiesen wurden. Somit gäbe es einen weiteren Grund gegen die geplante Umgehungsstraße, wie die Initiative mitteilte.


In dem vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) veröffentlichten Bericht, den unsere Zeitung vor kurzem ausführlich vorgestellt hat, heißt es, dass „Wildkatzenvorkommen innerhalb der Grenzen der Kreisstadt Homburg seit längerem bekannt“ seien, es aber nicht verwunderlich sei, dass bei einer Reviergröße von bis zu 3000 Hektar und Wanderungsaktivitäten in neuen Gebieten von bis zu 25 Kilometern einzelne Tiere auch in die Mastau gelangen. Allerdings stehe in diesem Gutachten, so die Verwaltung weiter, auch, dass die Frequenz und Intensität ihrer Anwesenheit offen sei und weiter: „Als Fortpflanzungsort erscheint die Mastau eher ungeeignet.“ Als Methode für den Nachweis von Wildkatzen im Bereich der Mastau seien Lockstöcke genutzt worden – mit Baldrian besprühte Holzpflöcke, an denen sich Wildkatzen reiben und so Haare hinterlassen.

Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind in der Stellungnahme: „Dass es Wildkatzen in der Region gibt, ist uns schon lange bewusst. Es gibt mehrere Hinweise auf das Vorkommen in den Wäldern rund um Homburg. Die Wildkatzen nutzen den Raum, in dem die Umgehungsstraße geplant ist, wohl eher als Wanderkorridor. Ihren Lebensmittelpunkt haben sie woanders. Daher sehen wir auch erstmal keine Beeinflussung auf die weiteren Pläne bezüglich der Umgehungsstraße B 423-neu“. Das BUND-Gutachten gebe ihm Recht, so die Auffassung des Verwaltungschefs: „Der Einzelnachweis der Wildkatze in der Mastau klärt nicht, welche funktionale Bedeutung das Gebiet für die Wildkatze hat“. Um das herauszufinden, seien weitere Untersuchungen erforderlich, so Schneidewind.