| 20:46 Uhr

Start im Musikpark
Rockige Leichtigkeit aus „Down under“

Joseph Vincent „Joe“ Camilleri (links) und seine „Black Sorrows“ rockten am Donnerstag den Musikpark.
Joseph Vincent „Joe“ Camilleri (links) und seine „Black Sorrows“ rockten am Donnerstag den Musikpark. FOTO: Thorsten Wolf
Homburg. Feinste australische Rock-Sounds durchdrangen am Donnerstagabend den Musikpark in Homburg. Zu hören gab es die Black Sorrows. Von Thorsten Wolf

Wenn man von der Musik aus „Down under“ spricht, dann fallen einem natürlich in erster Linie Bands wie AC/DC, INXS oder auch Men at Work ein. Immer wieder schafften und schaffen es Bands aus Australien, die Weltcharts zu erobern und musikalische Denkmäler zu errichten. Doch es wäre ein Fehler, die Güte der Musik auf der anderen Seite der Erdhalbkugel nur mit solchen Ikonen in Verbindung zu setzen. Denn: Der Kontinent schreibt seine eigene musikalische Geschichte. Und die zeichnet sich durch Eigenständigkeit und Vielfalt aus: Einer, der in den zurückliegenden Jahrzehnten die Musik Australiens entscheidend mit geprägt hat, stand am Donnerstagabend beim Auftakt der Konzertsaison im Homburger Musikpark mit seiner Band The Black Sorrows auf der Bühne: Joseph Vincent „Joe“ Camilleri.


Seit 1983 gibt es die Band um den Sänger, Gitarristen und Saxophonisten – und in ihrer mehr als dreißigjährigen Geschichte haben sich „The Black Sorrows“ in ihrer Heimat einen unvergleichlichen Ruf erarbeitet, konnten in den australischen Verkaufscharts zahlreiche Alben unter den Top-20 platzieren. Die Blues-Rock-Band hat dabei zahlreiche Wechsel in ihrer Besetzung erlebt, die Konstante blieb Camilleri. Der bewies am Donnerstag, wie „Blues-Rock made in Australia“ sich anhört – verdammt gut. Kräftig, erdig, mit viel Arbeit, aber trotzdem auch viel Leichtigkeit zogen die „Sorrows“ die Zuhörer ab der ersten Minute in ihren Bann, Camilleri rockte die Bühne, mal mit seinem Gesang, mal mit seiner Gitarre, mal mit seinem Saxophon – und manchmal als einer, der sich der Musik einfach ganz ergab und wie ein kleiner Derwisch über die Bühne fegte.

Starke Gitarrensoli prägten den Abend dabei genauso wie eine dynamische Rhythmus-Sektion, der Wechsel aus dem klassischen Blues-Rock-Genre hinüber zu anderen Musikstilen und wieder zurück klappte in einer organischen Flexibiltät, die mehr als deutlich machte: Da steht eine Band von internationalem Niveau auf der Bühne. Doch der Abend hatte nicht nur Camilleri und seine Band zu bieten, als Vorgruppe sorgten Lucky Random aus Zweibrücken für einen gelungenen Start. Akkustisch mit Gitarren und mehrstimmigen Gesang legte das Trio aus der Nachbarstadt schon mal gut vor, der Mix aus bekannten Songs aus ganz unterschiedlichen Schubalden des Rock und Pop ließ die Betriebstemperatur bei den Gästen schon mal ordentlich ansteigen. Dass eben leider nicht so viele Gäste den Abend im Musikpark genießen wollten, das musste am Ende keinen überraschen: The Black Sorrows sind in Europa nicht so bekannt wie in ihrer Heimat.



Doch der Güte des Auftakts tat dies keinen Abruch, ärgern müssen sich nur die, die das Konzert verpasst haben. Doch dieses Versäumnis lässt sich ja in der Zukunft korrigieren, das Programm des Musikparks hat da noch einiges zu bieten. Ein Higlight ist mit Sicherheit der Auftritt der Ausnahme-Gitarristin Ana Popovic am 17. November. Doch nicht nur solche Original-Künstler seien hörenswert, versicherte Achim Müller von der Kulturgesellschaft, auch Tribute-Bands wie Circle of Hands als Hommage an Uriah Heep seien „vorzüglich“.