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Stadtrat Homburg
Schlossberg soll attraktiver werden

Erst vor Kurzem wurden zusätzliche Bereiche der Homburger Schlossberghöhlen wiedereröffnet, nun soll es mit der Attraktivitäts-Steigerung von Höhlen und Schlossberg weitergehen.
Erst vor Kurzem wurden zusätzliche Bereiche der Homburger Schlossberghöhlen wiedereröffnet, nun soll es mit der Attraktivitäts-Steigerung von Höhlen und Schlossberg weitergehen. FOTO: Thorsten Wolf
Homburg. Pläne um einen Aufzug sind Thema in der Stadtratssitzung. Außerdem geht es um den Erbach und um Radwege.

Für seine September-Sitzung an diesem Donnerstag hat sich der Homburger Stadtrat einiges vorgenommen, insgesamt finden sich über 30 Themen auf der Tagesordnung. Darunter wahrscheinlich mit am spannendsten dürfte die Nummer 9 sein. Hier wird es um die „Touristische Neuerschließung des Schlossberges und der Schlossberghöhlen“ gehen. Bei vielen Homburgern wird da etwas klingeln.


Ende 2016 wurden erstmals Pläne bekannt, den Schlossberg von der Innenstadt aus mit einem Aufzugsystem zugänglich zu machen. Diese Idee fand bei weitem nicht überall Anklang, über Wochen hinweg ging es in Sachen Meinungsbild zu diesem durchaus technisch und finanziell aufwändigen Projekt hin und her (wir berichteten mehrfach). Teil der Pläne war auch die Neugestaltung der Eingangssituation der Schlossberghöhlen samt eines neuen Infozentrums. Ein großer Überbegriff über dieser Idee: Barrierefreiheit.

An diesem Donnerstag nun soll der Stadt die „weitergeführte Entwurfsplanung als Grundlage für die Ausarbeitung der Antragsstellung beim Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr“ beschließen. Um es deutlich kürzer und weniger verwaltungsdeutsch zu formulieren: Es sollen die Grundlagen für eine Förderung des Projekts durch Saarbrücken geschaffen werden. Sollten die Planungen in das Programm zur „Förderung öffentlicher touristischer Infrastruktureinrichtungen“ aufgenommen werden, lockt ein Förderanteil von 70 Prozent der förderfähigen Kosten. Im Umkehrschluss bleiben allerdings auch 30 Prozent dieser Kosten bei der Stadt hängen.



Wer nun die Sitzungvorlage aufmerksam von vorne bis hinten durchliest, dem wird nach dem letzten Satz auffallen, dass ein Wort fehlt. Und das lautet „Aufzug“. Vielmehr spricht die Verwaltung von einer „Anlage“. Diese werde „mit der Einrichtung eines Besucherzentrums, der erfolgten Ausweitung der besuchbaren Höhlenbereiche sowie der Erschließung mit Erlebnischarakter und direkter Anbindung an die Innenstadt äußerst positiv bewertet“. Gerade die Formulierung der „direkten Anbindung an die Innenstadt“ lässt nun schon darauf schließen, dass es eben um einen Aufzug gehen wird.

Warum man allerdings den Leser der Beschlussvorlage im Unklaren über die tatsächliche technische Umsetzung lässt, das bleibt im Dunkeln. Immerhin wäre ja auch eine überraschend neue Idee als Ersatz für die nicht unumstrittenen Aufzugspläne denkbar.

Aufklärung wird da wohl nur die Sitzung am Donnerstag selbst geben. In der Sache wird das Projekt vom Institut „ift - Freizeit und Tourismusberatung“ auf Basis einer touristischen und wirtschaftlichen Machbarkeitsstudie als eines bewertet, „das die ‚Tourismuskonzeption Saarland 2015‘ vollinhaltlich erfüllt“.

Neben diesem Thema geht es am Donnerstag auch, auf Antrag der CDU, um die „Behebung der Missstände um den Erbach“. Im Detail fordert der neue Fraktionsvorsitzende der CDU im Homburger Stadtrat, Stefan Mörsdorf, die Stadtverwaltung dazu auf, „sich für die Verbesserung der Wasserqualität des Erbachs einzusetzen, den Zustand der Kanäle rund um den Erbach mit dem Entsorgungsverband Saar zu überprüfen, sich für die Beseitigung der Missstände auch rund um die Renaturierungsmaßnahmen einzusetzen und den Wasserpegel des Erbachs zu überprüfen“.

Auch ein Antrag der Fraktionen der Grünen steht auf der Tagesordnung, hier geht es um die Forderung nach einem „Radschulwegplan“. Das Ziel dieser Initiative, so der stellvertretende Fraktionssprecher Winfried Anslinger, solle eine Steigerung der Verkehrssicherheit für Schülerinnen und Schüler auf ihrem Weg mit dem Rad zur Schule sein. „Grundvoraussetzung dafür ist allerdings ein attraktiver und sicherer Schulweg“, so Anslinger. Mit einem Radschulwegplan gewinne die Verwaltung vor diesem Hintergrund hier wichtige Planungsgrundlagen für entsprechende Maßnahmen.

(thw)