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Hohe Kosten durch illegalen Müll in Homburg
Müll im Wald sorgt für großen Ärger

Im Vergangenen Jahr musste die Stadt Homburg immerhin 130 000 Euro aufbringen, um illegal entsorgten Müll zu beseitigen.
Im Vergangenen Jahr musste die Stadt Homburg immerhin 130 000 Euro aufbringen, um illegal entsorgten Müll zu beseitigen. FOTO: Thorsten Wolf
Homburg. Illegale Entsorgung kostet jährlich zusätzlich rund 130 000 Euro. Grund ist die Änderung im Gebührensystem. Von Thorsten Wolf

Das Thema Müll ist eines, das in Homburg immer wieder hochkocht. Das verwundert nicht, geht es doch schlicht um den Eindruck, den die Stadt bei ihren Einwohnern, aber auch den Gästen hinterlässt. Das große Problem sind dabei aber nicht nur die vermeintlich kleinen „Sünden“ wie achtlos weggeschmissenens Schokoriegel-Verpackungspapier. Es ist eher der fast schon „professionell“ und am offiziellen Verwertungsweg vorbei entsorgte Müll, der nicht nur das Bild der Stadt verschandelt, sondern auch noch kräftig die Kassen Homburgs belastet.


Stadtpressesprecher Jürgen Kruthoff auf Nachfrage unserer Zeitung: „Allein im Jahr 2017 haben wir rund 130 000 Euro für die Entsorgung illegal abgelagerten Mülls, wieder auf- und eingesammelt von unseren Kolleginnen und Kollegen des Baubetriebshofs, ausgegeben. Davon entfielen rund 15 000 Euro auf die Entsorgungsgebühren dieser Müllmengen beim Entsorgungsverband Saar, der größere Teil entstand durch Personal-, Geräte- und Fahrzeugkosten.“ Neben den Schäden, die teilweise in Natur und Umwelt entstünden, „neben der Arbeit, die unsere Mitarbeiter im Baubetriebshof damit haben, sei hier auch der Hinweis gestattet, dass die Menschen, die so etwas machen, nicht denken sollten, ihre ‚Art‘ der Müllentsorgung sei kostenlos. Es kostet schließlich unser aller Steuergeld, das dann an anderer Stelle fehlt.“

Als einen Grund für das in den vergangenen Jahren gestiegene Aufkommen von illegaler Müllentsorgung nannte Kruthoff auch die Veränderungen bei der Gebührenerhebung. „Nachdem vor Jahren die Entsorgung des Restmülls auf ein Zählsystem umgestellt wurde, hat leider die illegale Entsorgung zugenommen und sich seitdem auf einem wenig erfreulichen Niveau eingependelt. Einen weiteren Zuwachs bei den illegalen Entsorgungen mussten wir in diesem Frühjahr feststellen, nachdem die Grüngut-Karte eingeführt wurde.“ Dabei handele es sich bei den Ablagerungen, die vor allem an Containerstandorten und im Wald vorzufinden seien, nicht nur um Restmüll. Es gebe auch immer wieder größere Mengen Schutt, alte Möbel, Autoreifen und ähnliches. Dieses Material sei meistens eher dem Sperrmüll zuzuordnen.



Das ärgert den Stadtpressesprecher. „Da Sperrmüll kostenfrei an sechs Tagen in der Woche an unserem Wertstoffzentrum am Zunderbaum abgegeben werden kann –   gleiches gilt für kleinere Mengen Grüngut, sofern man eine Karte hat, – ist es völlig unverständlich, warum sich Menschen die Mühe machen, Sperrmüll in den Wald zu fahren, wenn in dieser Zeit doch auch das Wertstoffzentrum angefahren werden kann.“ Zudem, so Kruthoff: Bei größeren Mengen Sperrmüll, hier rede man von bis zu vier Kubikmetern für eine Gebühr von 15 Euro, könne auch der „Sperrmüll auf Abruf“ in Anspruch genommen werden. Hier erfolge die Entsorgung nach telefonischer Absprache unter der Telefonnummer (0 68 41) 10 19 14 „äußerst komfortabel, da der Sperrmüll lediglich zum vereinbarten Termin an der Straße abgestellt werden muss“.

Trotz all dieser Möglichkeiten, seinen Müll mit grundsätzlich geringem finanziellen und logistischen Aufwand legal los zu werden, machten sich manche „Umweltfreunde“ sogar die Mühe, möglichst weit in den Wald hineinzufahren, um versteckte Stellen mit ihren Hinterlassenschaften zu verunstalten, so Kruthoff. „Wenn unsere Kolleginnen und Kollegen vom Baubetriebshof dann von Joggern oder Spaziergängern auf diese Müllablagerungen hingewiesen werden, ist es oft nicht so einfach, diese auch zu finden und zu entsorgen.“

Angesichts dieser Situation gab Kruthoff dann all denen, die es nicht so mit der legalen Entsorgung ihres Mülls haben, noch einen Rat mit bitter-sarkastischem Beigeschmack: „Wer also absolut nicht von diesem illegalen Handeln lassen kann und unter keinen Umständen zum Wertstoffzentrum fahren will, sollte seinen Dreck möglichst am Anfang eines Waldweges abladen. Das spart Zeit und Mühe – für diese Menschen und für die Mitarbeiter des Baubetriebshofes, weil die Wege dann kürzer werden und das Finden einfacher wird.“