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Spendenlauf geht in zweite Runde

Reizvolle Stimmung im Morgengrauen entschädigt die Frühaufsteher bei dem 24-Stunden-Lauf für ihren Einsatz. Fotos: Anika Meyer
Reizvolle Stimmung im Morgengrauen entschädigt die Frühaufsteher bei dem 24-Stunden-Lauf für ihren Einsatz. Fotos: Anika Meyer
Homburg. „Laufen fürs Leben“, unter diesem Motto steht der Benefizlauf, den Lisa Willms im vergangenen Jahr initiierte. Auch dieses Jahr führt die Strecke durch die Landsweiler-Redener Wassergärten. Jeder kann bei dem 24-Stunden-Lauf mitmachen. Anika Meyer

Als die Medizinstudentin Lisa Willms am Universitätsklinikum in Homburg beim Zentrum für Palliativmedizin und Kinderschmerztherapie ein Praktikum gemacht hatte, war sie schnell tief beeindruckt. "In der Palliativmedizin steht wirklich noch der Mensch im Mittelpunkt", sagt sie. Herzlich sei es zugegangen, auf die individuellen Bedürfnisse jedes einzelnen Patienten wurde eingegangen. "Es hat nie an Motivation und Ideen gemangelt, allerdings oft an Geld." Deshalb hat Willms letztes Jahr "Laufen fürs Leben" initiiert, einen Spendenlauf durch die Landsweiler-Redener Wassergärten zugunsten des Fördervereins für altersübergreifende Palliativmedizin . Unterstützung kam vom Förderverein selbst, aber auch von zahlreichen anderen Vereinen und Firmen.



Der Erfolg war groß, deshalb geht es nun in die zweite Runde: von Samstag, 3. September, 14 Uhr bis Sonntag, 4. September, 14 Uhr. Gelaufen wird also auch über Nacht, es handelt sich um einen 24-Stunden-Lauf. Doch natürlich könne jeder laufen, wann und wie lange er wolle, betont Willms. Und: "Jeder kann mitmachen!" Im letzten Jahr seien etwa auch Familien mit Kinderwagen und Hund sowie ältere Paare ohne jede Lauferfahrung an den Start gegangen. "Es gibt keinen verbissenen Wettkampfgeist bei uns. Der Gemeinschaftssinn ist groß, alle werden angefeuert und gefeiert." Auch nachts sei der Lauf nie abgerissen, wobei größere Teams diese Stunden gerne per Staffellauf überbrückten.

Für die Spenden akquirieren sich die Läufer entweder im Voraus Unterstützer, die pro Runde (1,8 Kilometer) einen bestimmten Betrag geben oder sie bringen das eigene Portemonnaie mit. 2015 hatten rund 200 Teilnehmer 11 000 Euro erlaufen - für Willms ein überwältigendes Ergebnis, das in diesem Jahr natürlich am besten noch getoppt werden soll. Sie selbst wird übrigens aus der Schweiz anreisen, denn die gebürtige Münsteranerin, die im Saarland studiert hat, arbeitet dort inzwischen als Ärztin.

Gerade in diesem Jahr wird das Palliativzentrum Unterstützung dringend benötigen. Denn wie Klinikdirektor Professor Sven Gottschling erklärt, will man im Oktober die europaweit erste altersübergreifende Palliativstation eröffnen. "Ein Leuchtturmprojekt!" Gottschling will dort für die Patienten eine besonders angenehme Umgebung schaffen, möglichst weit weg von sterilem Klinik-Flair. "Die Palliativmedizin ist ja für Menschen mit lebensbegrenzenden Krankheiten da", erklärt er. "Es geht nicht ums Heilen, sondern darum, Beschwerden zu lindern, zu begleiten und für schöne Momente zu sorgen." Man wolle beispielsweise freundliche Bettwäsche kaufen und einen Gemeinschaftsraum mit Klavier, Fernseher und Kaffeemaschine einrichten. Sowieso immer Unterstützung brauche die Palliativmedizin für "Besonderheiten" wie Kunst-, Musik- und tiergestützte Therapien, die sich über die normalen Krankenhauskosten nicht abrechnen ließen. Da bei "Laufen fürs Leben" alle Helfer ehrenamtlich arbeiten, wird kein Geld für die Organisation benötigt. Gottschling verspricht: "Jeder einzelne Euro kommt direkt bei den Patienten an."

Wer bei "Laufen für's Leben" mitmachen möchte, wird gebeten, sich anzumelden: im Internet unter www.laufenfuersleben.de oder beim Palliativzentrum unter Tel. (0 68 41) 1 62 85 10. Für die selbst mitzubringende Verpflegung gibt es Lagerungsmöglichkeiten, auch können die Teilnehmer kleine Zelte oder Pavillons aufbauen.

Ganze Familien beteiligten sich an dem Benefizlauf, teils sogar mit Kinderwagen.
Ganze Familien beteiligten sich an dem Benefizlauf, teils sogar mit Kinderwagen.