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Mannlich-Gymnasium
Entfernte Nachbarn näher kennenlernen

Die deutsch-polnische Schülergruppe bei ihrem Besuch auf dem Homburger Schlossberg.
Die deutsch-polnische Schülergruppe bei ihrem Besuch auf dem Homburger Schlossberg. FOTO: Andrea Figlak.
Homburg. 17 polnische Austauschschüler aus Dubiecko waren zu Besuch am Homburger Mannlich-Gymnasium.

Im Rahmen der langjährigen Partnerschaft zwischen dem Christian von Mannlich-Gymnasium und der polnischen Partnerschule in Dubiecko lernten 17 polnische Austauschschüler eine Woche lang Homburg und Umgebung näher kennen. Sie unterstützen mit ihrem Besuch die intensive Partnerschaft zwischen dem Landkreis Przemyśl und dem Saarpfalzkreis, heißt es in einer Pressemitteilung des Mannlich-Gymnaiums.


Nach 19 Stunden Fahrt war es endlich soweit: Der Bus aus dem polnischen Dubiecko im Landkreis Przemyśl erreichte seinen Bestimmungsort, das Christian von Mannlich-Gymnasium in Homburg. Hier wurden die 17 Austauschschüler, die in Begleitung von ihrer Lehrerin Karolina Daraz und einem Schülervater die weite Fahrt ins mehr als 1300 Kilometer entfernte Homburg angetreten hatten, von Schulleiter Wolfram Peters erwartet, der seine Gäste in Anwesenheit aller Gasteltern, Gastschüler und der Betreuungslehrer Kai Denkinger und Susan Höchst aufs Herzlichste begrüßte.

„Eine Schulpartnerschaft mit unserem Nachbarland Polen ist auch heute noch eher die Ausnahme als die Regel. Obwohl laut Deutsch-Polnischem Barometer 56 Prozent der Polen ihre deutschen Nachbarn sympathisch finden, besucht man sich eher selten – zwei Drittel der Befragten haben das jeweilige Nachbarland seit 1989 noch nicht besucht. Wer aber den jeweils anderen schon einmal besucht hat, der bringt ein positives Bild von seinem Gastgeber mit nach Hause“, heißt es weiter.



Der seit einem Jahrzehnt reibungslos funktionierende Schüleraustausch zwischen dem Mannlich-Gymnasium Homburg und dem Liceum Ogolnoksztalcace in Dubiecko ist somit ein wichtiger Schritt, sein weitgehend unbekanntes Nachbarland besser beziehungsweise überhaupt erst einmal kennenzulernen, und ein wichtiger Beitrag zu einem engeren Miteinander junger Menschen in Europa – gerade in der heutigen Zeit.

Und so bemühen sich schon seit Jahren die beiden Mannlichlehrer Denkinger und Höchst, die den Austausch vor Ort betreuen, um ein vielfältiges und umfangreiches Besichtigungsprogramm, bei dem aber auch die private Ebene nicht zu kurz kommen soll.

Deshalb ging es nach dem ersten Kennenlernen erst einmal zum Ausruhen und Eingewöhnen nach Hause zu den deutschen Gastfamilien. Ab Samstag wartete dann ein sehr abwechslungsreiches Programm auf die deutsch-polnische Schülergruppe. In wechselnder Begleitung ging es in den nächsten Tagen nach Merzig in den Wolfspark und zum Baumwipfelpfad, in die Schlossberghöhlen, zum Wandern in die Biosphäre, ins Dynamikum nach Pirmasens und zur Stadtführung nach Saarbrücken. Daneben nahmen die polnischen Schüler auch immer wieder am deutschen Unterricht teil, der sich vom heimatlichen Unterricht gar nicht so sehr unterscheidet. Bestaunt wurde dagegen der Schulneubau mit seiner technischen Ausstattung, der den Schülern und den begleitenden Lehrern manchen sehnsüchtigen Blick entlockte.

Ein Höhepunkt des Besuchs stellte das gemeinsame Fest aller Beteiligten in der Schulaula des Mannlich-Gymnasiums dar. Hier bedankte sich Deutschlehrerin Karolina Daraz im Namen aller Beteiligten für die herzliche Aufnahme und die gute Organisation: „Für viele unserer Schüler ist dies der erste Aufenthalt in Deutschland. Die Wärme, Freundlichkeit und die Selbstverständlichkeit, mit der dieser Austausch funktioniert, ist ein wichtiges Zeichen des Miteinanders in der heutigen Zeit.“ Landrat Dr.Gallo, der aus Termingründen nicht persönlich erscheinen konnte, ließ durch die Partnerschaftsbeauftragte Dr. Violetta Frys ein Grußwort überbringen und ein Dankeschön für das Engagement der Mannlich-Lehrer vor Ort ausrichten.

Am Donnerstag besuchte die Gruppe dann zum Abschluss Straßburg . Nach einer Führung durch das Europa-Parlament erkundete man gemeinsam die Straßburger Altstadt und Sehenswürdigkeiten wie das Münster und La Petite France, bevor es dann am nächsten Morgen bereits wieder hieß, von einander Abschied zu nehmen, was allen Beteiligten sichtlich schwer fiel. Ronja Biran, Schülerin der Klasse 10, bedauerte die Abfahrt ihres Gastes: „Wir sind so müde, wir haben die ganze Nacht geredet und geredet. Englisch, Deutsch, Polnisch, alles durcheinander, aber wir haben uns super verstanden.“ Gemeinsam mit den anderen Gastgebern freut sie sich aber bereits auf den nächsten September, wenn es für die deutschen Schüler in Richtung Polen geht. Dann haben sie ihrerseits die Gelegenheit, ihr unbekanntes Nachbarland persönlich kennenzulernen.