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Saarpfalz-Gymnasium
Schüler wollen Homburg schöner machen

Ganz schön viel Papier, Folie und Co. hat sich an der Berliner Straße am Wegesrand angesammelt, die blauen Säcke füllen sich rasch.
Ganz schön viel Papier, Folie und Co. hat sich an der Berliner Straße am Wegesrand angesammelt, die blauen Säcke füllen sich rasch. FOTO: Jennifer Klein
Homburg. Zwölftklässler des Saarpfalz-Gymnasiums engagieren sich sozial – diese Woche wurde in Erbach aufgeräumt. Von Jennifer Klein

„Homburg schöner machen“ – unter diesem Motto sind die Schüler des gleichnamigen Seminarfaches am Homburger Saarpfalz-Gymnasium am vergangenen Mittwoch angetreten, um die Berliner Straße in Erbach von Müll und Unrat am Wegesrand zu befreien. Zugegeben, eine Sisyphusaufgabe, die die Temperaturen von 32 Grad nicht grade angenehmer machen. Ebenso wenig wie die vielen Autos und Lieferwagen auf der stark befahrenen Straße.


Nichtsdestotrotz sind 18 der insgesamt 24 Schüler dabei, streifen Warnwesten und Arbeitshandschuhe über und ziehen, bewehrt mit Müllsäcken und Greifzangen, los.

Schüler des Seminarfachs „Homburg schöner machen“ am SPG im Einsatz bei  der Reinigungsaktion in Erbach.
Schüler des Seminarfachs „Homburg schöner machen“ am SPG im Einsatz bei der Reinigungsaktion in Erbach.


Der betreuende Lehrer, Pfarrer Axel Schmitt, der selbst in Erbach wohnt, kennt die „Brennpunkte“. Schmitt und seine Zwölftklässler haben grade gar keinen Blick für den wolkenlos blauen Himmel über ihnen. Dafür schärft sich beim genaueren Hinsehen die Wahrnehmung dafür, wieviel Unrat da tatsächlich in unterschiedlichen Verfallsstadien am Straßenrand lagert, im schnellen Vorbeifahren per Auto oder Fahrrad oft gar nicht wahrgenommen. In der Hauptsache Verpackungsmaterial aller Art, Plastik, Papier, Pappe, Chipspackungen, Medikamentenkärtchen etc. illustrieren den allgegenwärtigen Verpackungswahnsinn ebenso wie die Wegwerfgesellschaft. Auf jeden Fall füllen sich die blauen Müllsäcke damit rasch.

Das Werkzeug wie die Greifzangen kommt vom Baubetriebshof der Stadt Homburg, wie Nadja Langguth sagt, die „haben sehr positiv auf die Aktion reagiert, und uns sofort Unterstützung zugesagt“. „Wir haben auch schon bei der Picobello-Aktion mitgemacht“, erklärt sie - der Umgang mit dem Arbeitszeug ist also nichts Neues. Dennoch ist nach relativ kurzer Zeit klar: Bücken, Aufheben, in den Müllsack werfen, weitergehen – „Das ist anstrengender als gedacht“, räumt Amelie Hollax ein, während die Gruppe die Straßenseite wechselt. Dort gibt es wenigstens ein bisschen Schatten unter den Bäumen. Und schließlich will man in der Zeit doch wenigstens einiges wegschaffen.

Derlei Aufräumaktionen sind jedoch nur ein Aspekt, den das Seminarfach abdeckt, wie Axel Schmitt und seine Schüler berichten. Wollte man die Zielsetzung auf einen Nenner bringen, so könnte man wohl sagen, es geht um Bewusstseinsbildung für soziales Leben im weitesten Sinne. „So waren wir auch schon zu Besuch im Seniorenheim am Schlossberg und haben dort zwei Nachmittage verbracht“, berichtet Amelie Hollax. Und bei der Aktion Stadtradeln habe man mitgemacht, ergänzt Lena Waidler, ebenso wie bei der Radeldemo in der Homburger Innenstadt, außerdem engagieren sich Schüler in der Aktionsgemeinschaft Pro Fahrrad.

Mittlerweile läuft das Fach im dritten Halbjahr. Und wie so oft sind es eben nicht die großen Aktionen, sondern die kleinen Dinge, die den Alltag und das Miteinander besser machen.

Zum Beispiel die Ranzen-Wiege-Aktion, bei der die Ranzen der Fünftklässler gewogen wurden. Mit der Kofferwage in der Hand standen Schmitt und die Schüler da und staunten nicht schlecht: Der Spitzenwert lag bei 9,8 Kilo Ranzen – bei 26,8 Kilo Schülergewicht. Fazit: Die meisten Ranzen waren viel zu schwer für die kleinen Frischlinge am Gymnasium. Klarer Auftrag an die Eltern, darauf zu achten, dass der Nachwuchs nicht zu schwer bepackt in die Schule geht, und die Taschen gegebenenfalls zu entrümpeln.

Leider gescheitert oder zumindest vorerst vom Tisch sei das Gartenprojekt, bedauert Schmitt: In die Pläne zum Anlegen eines Schulgartens habe man einiges an Arbeit gesteckt, aber weil nicht geklärt werden konnte, wer die Pflege übernehmen würde, wenn die 12er-Stufe die Schule verlässt, wurde das Projekt „Schulgarten“ abgeblasen.

Dafür ist eine weitere Aktion in Planung: Eine Tafelaktion unter dem Titel „Was wünsche ich mir für meine Stadt?“. Dabei sollen Tafeln an prominenten Plätzen in Homburg aufgestellt werden, jeder kann mitmachen und aufschreiben, was sein persönlicher Wunsch ist, „und natürlich dokumentieren wir dann das Ganze“, erklärt Schmitt. Ein weiterer kleiner Baustein zur Ideensammlung, wie man Homburg schöner machen kann.