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Malwettbewerb
Schüler durften ihrer Fantasie freien Lauf lassen

Viele junge Gewinner gab es bei der Preisverleihung des Wettbewerbs „Jugend creativ“ der VR Bank.
Viele junge Gewinner gab es bei der Preisverleihung des Wettbewerbs „Jugend creativ“ der VR Bank. FOTO: Sebastian Dingler
Homburg. In der Aula der Homburger Robert-Bosch-Schule wurden jetzt die saarpfälzischen Gewinner des 48. „Jugend creativ“-Wettbewerbs geehrt.

Der junge Mann aus dem Mittelalter findet einen Zauberstein und reist mit ihm so mir nichts dir nichts in die Gegenwart. Die Erfindungen hier beeindrucken ihn so sehr, dass er Pläne von Handys und Autos anfertigt. Wieder zurück im Mittelalter, baut sein Vater die modernen Geräte einfach nach. Und plötzlich hat jeder im Mittelalter ein Handy. Auf so etwas muss man erst mal kommen. Ausgedacht hatten sich die Geschichte Skadi Hagen, Malte Hagen, Hanna Ritter, Lilli Schofer und Philipp Jung. Damit hatten die Schüler der achten Klassenstufe des Homburger Johanneums einen Film gedreht. „Special Effects“ wurden dabei mit einfachsten Mitteln erzeugt, etwa mit einer hinter einen Stein gehaltenen Wunderkerze, so dass es aussah, als ob dieser Funken sprühte. Die witzig-absurde Story und die filmische Umsetzung überzeugten die Jury des 48. „Jugend creativ“-Wettbewerbs, sodass sie dafür den ersten Platz in der Kategorie Film gab.


Jetzt wurden in der Aula der Robert-Bosch-Schule alle Gewinner des Saarpfalz-Kreises geehrt und mit Geschenken bedacht. Veranstaltet wurde der Wettbewerb wie immer von der Volks- und Raiffeisenbank Saarpfalz. Deren Vorstand Helmut Scharff bedankte sich bei der Hauptorganisatorin Vera Wachs vom Vertriebsmanagement der Bank sowie bei dem Vorsitzenden der Jury, Kunstlehrer Lothar Fontaine. Neben der Kategorie Film ist „Jugend creativ“ hauptsächlich ein Malwettbewerb. „Es waren ganz tolle Bilder dabei, wir waren begeistert von dem, was Ihr Kinder geleistet habt“, sagte Vera Wachs.

In fünf verschiedenen Altersklassen wurden jeweils die Plätze eins bis drei prämiert. Das Thema in diesem Jahr hieß: „Erfindungen verändern unser Leben“. Das brachte beispielsweise den Bexbacher Zweitklässler Nils Kohl auf die Idee, eine Katzenfüttermaschine zu malen; Max Huckert von der Grundschule in Reinheim lebte seine Fantasie mit der Zeichnung eines Fußballroboters aus. Toll auch die Erfindung von Paul Breit aus Reinheim: ein fliegender Müllexpress, der von der Luft aus den Unrat einsammelt. Klara Konz, ebenfalls aus Reinheim, dagegen hatte ein sehr aktuelles Thema bildlich umgesetzt, den Pflegenotstand – bei ihr versorgte ein Roboter eine Rollstuhlfahrerin. Damit gewann sie den ersten Platz in ihrer Altersgruppe. Bei den Nächst-Älteren errang der Viertklässler Leonard Linsler den ersten Preis: Er hatte ein Haus gemalt, das mit Magnetkraft überall mitfliegt – das erspare die lästigen Flugreisen.



Bei den Fünft- und Sechstklässlern vergab die Jury den ersten Platz an Jennifer Jungblut von der Gemeinschaftsschule Neue Sandrennbahn. Sie hatte ein altertümliches Fahrrad einem heutigen gegenübergestellt. Fast schon philosophisch setzte der Neuntklässler Mirel Prillo, ebenfalls von der Neuen Sandrennbahn, das Thema Erfindung um: In seinem schon sehr reif gemalten Gewinnerbild (Schuljahr sieben bis neun) reichen sich Roboter und Mensch die Hände. Ein ähnliches Motiv verwendete Anne Maria Brinkmann, die Michelangelos Gemälde „Die Erschaffung Adams“ zitierte. Zwischen der Fingerspitze Gottes und jener Adams ist bei der Zehntklässlerin der Neuen Sandrennbahn ein Smartphone eingeklemmt. Damit erreichte Anne Maria Brinkmann im Saarpfalz-Kreis den dritten Platz, auf Landesebene jedoch den ersten.

Auch die saarlandweiten Plätze zwei und drei gingen in den Saarpfalz-Kreis: Natascha Sutormin von der Paul-Weber-Schule erreichte mit ihrer Darstellung eines besiedelten Mars’ und einer kaputten Erde Platz drei. Ihre Schulkameradin Celina G. hatte einen 153 Jahre alten Menschen der Zukunft dargestellt, der von Robotern operieret wird. Im Saarpfalz-Kreis wurde sie dafür mit dem ersten Platz prämiert, auf Landesebene erreichte sie Platz zwei. Lothar Fontaine meinte dazu: „Seltsam, dass das Bild nicht Bundessieger geworden ist.“ Der Kunstlehrer verstand es geschickt, in kurzen Interviews mit den Gewinnern die Motivation fürs jeweilige Bild herauszufinden. Die musikalische Untermalung der Preisverleihung lieferte das Akustikduo 2minusBass mit Titeln wie „Gewinnen“ von Cassandra Steen oder „Sowieso“ von Mark Forster. Am Ende freuten sich alle jungen Künstler über Sach- und Geldpreise der VR-Bank.

(sedi)