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Mannlich-Gymnasium
Schülerleben am Gymnasium getestet

Viertklässlern wurde das Mannlich-Gymnasium vorgestellt: Im Fach „Darstellendes Spiel“ wurden Masken fürs Theater gebastelt. Die Lotsen Emily Schnurr (rechts) und Jana Stattaus führten die Besucher durch die Schule.
Viertklässlern wurde das Mannlich-Gymnasium vorgestellt: Im Fach „Darstellendes Spiel“ wurden Masken fürs Theater gebastelt. Die Lotsen Emily Schnurr (rechts) und Jana Stattaus führten die Besucher durch die Schule. FOTO: Sebastian Dingler
Homburg. Das Homburger Christian-von-Mannlich-Gymnasium hatte Viertklässler und ihre Eltern zum Schnuppertag eingeladen. Von Sebastian Dingler

„Ich könnte platzen vor Stolz, wenn ich daran denke, wie meine Schule heute dasteht“, sagte Direktor Wolfram Peters bei seiner Ansprache an die Eltern beim Schnuppertag des Christian-von-Mannlich-Gymnasiums in Homburg. Dafür hatte der Schulleiter auch viele Gründe. Der große Neubau ist abgeschlossen und lockt mit einer neuen Mediathek sowie einem Flüsterraum, in den sich Schüler mit einem Buch zurückziehen können. Außerdem habe man über den Wettbewerb Medienschule Zuschüsse vom Land und vom Kreis in Hinblick auf informationstechnische Ausstattung gewonnen. Zusammen mit dem selbst Ersparten könne die Schule nun stolze 100 000 Euro ausgeben.


Zunächst sollen Teile des Geldes für einen Breitbandanschluss verwendet werden. Dann ist vorgesehen, jeden Schüler ab Klassenstufe acht mit einem Tablet auszustatten. Außerdem sollen sogenannte Access Points angeschafft werden, die es ermöglichen, dass jeder Inhalte von seinem Smartphone auf eine Leinwand übertragen kann. „Es soll in Richtung eines vernünftigen Umgangs mit dem Computer gehen. Natürlich wollen wir keine Süchtigen erzeugen, sondern die Medien sinnvoll einsetzen“, so Peters.

Das Mannlich-Gymnasium ist außerdem Unesco-Projektschule. Die Didaktikleiterin der Schule, Waltraud Sellier, erklärte das folgendermaßen: „Das, was die Unesco an Problemen in der Welt sieht“, versuche man vor Ort zu beachten. „Wir können natürlich hier nicht die Welt retten. Aber was wir mit unseren Schülern machen, ist, dass sie die Augen aufmachen und sensibel werden.“ Konkret bedeutet das etwa, dass ein Projekt zum Thema Bienensterben durchgeführt wurde. Die Schüler hatten im Zuge dessen einen Brief an Umweltminister Reinhold Jost geschrieben. Dieser stattete prompt der Schule einen Besuch ab und machte Geld locker für eine insektengerechte Bepflanzung rund ums Gebäude.



Eine Besonderheit der Schule ist das Projekt „Querdenker“: Es richtet sich an Schüler der Stufen sechs bis neun, die mehr leisten können, als der Unterricht fordert. Deshalb dürfen diese den regulären Unterricht freitags für drei Stunden verlassen und sich einem fächerübergreifenden Thema widmen, das ein  Jahr lang aus alle Perspektiven behandelt wird. Aktuell befassen sich die Querdenker mit dem Thema „Grenze“, speziell mit dem Krieg in Syrien. Es gehe nicht darum, einen Text zu lesen und darin zu unterstreichen, sondern ums Angreifen, Schauen, Erleben, sagt Lehrer Johannes Schmitt. Im Januar werde es eine Video-Liveschaltung zu einem Kriegsreporter geben, der jahrelang in Syrien gelebt hat. Die Querdenker sind immer eine Gruppe von etwa 20 bis 25 Schülern.

Eine andere Besonderheit des Gymnasiums ist der bilinguale Zug im Fach Englisch. In diesem werden ab der siebten Klasse die Fächer Geschichte, Politik und Erdkunde auf Englisch unterrichtet. Ab der sechsten Klasse lernen die Kinder Französisch, später werden sie aufgeteilt in die Zweige Latein oder Naturwissenschaft. Am Samstagmittag hatte die Schule für alle Interessierte geöffnet und lockte mit ihren Angeboten. Das war natürlich vor allem für Eltern von Viertklässlern interessant, die vor der Entscheidung stehen, auf welche weiterführende Schule ihr Kind im nächsten Jahr gehen soll. Schulleiter Peters erwähnte in seinem Vortrag die von den Schülern selbst organisierte Konzertreihe „Mannlich Meets“ und das Treffen einiger Schüler mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. In den Sälen der Schule fanden vor allem Experimente statt: Da wurde im Physiksaal ein Tischtennisball per Gebläse in der Luft gehalten oder ein Nagel mit Strom zum Schmelzen gebracht. In Chemie wurde den Kindern gezeigt, wie das Gas Kohlendioxid eine Kerze löscht oder wie man Kupfermünzen erst „versilbert“, dann „vergoldet“, also mit Zink und Messing bearbeitet. Der Viertklässler Dominik Gorschin war begeistert: „Chemie hat mir besonders gut gefallen, ich habe da Sachen zusammengemischt wie Zitronensäure und Rotkohlsaft, dann hat das eine Farbe ergeben.“ Seine Mutter Olga meinte, ihr Sohn habe sich schon entschieden. Aber sie wolle sich noch andere Schulen anschauen.