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Schäbige Bühnenwand bei Meisterkonzert ärgert Zuhörer

Homburg. Musikalisch war der Auftritt der Ausnahme-Pianistin Hélène Grimaud im Homburger Saalbau virtuos, mitreißend, faszinierend. Und das Publikum durfte sich am Ende dieses Meisterkonzerts sogar über ungewöhnliche vier Zugaben freuen. Ulrike Stumm

Ein rundum gelungener Abend also, wäre da nicht die schwarze, ziemlich übel aussehende Wand gewesen vor der Grimaud auf dem Steinway-Flügel zauberte. Dieser Anblick stieß bei vielen im Publikum auf Unverständnis und Empörung. Einige empfanden den Zustand der Mauer mit Flecken und Rissen sogar als beschämend für die Stadt. "Ich war auch völlig überrascht, wie es da ausgesehen hat", sagt Klaus Kell, Leiter des städtischen Amtes für Kultur und Tourismus. Der hinterste Vorhang werde normalerweise nicht geöffnet, erläuterte er. Hélène Grimaud habe dies aber gewünscht - aus akustische Gründen. Der Vorfall zeige, dass der Saalbau auch hinter den Kulissen kontrolliert werden müsse, so Kell weiter. "Ich werde heute mit dem Kollegen vom Bauamt in den Saalbau gehen", um nach solchen optischen Schwachstellen zu suchen, kündigte Kell gestern an. Zudem solle geschaut werden, was alles akut unter den Nägeln brennt. Es soll, so Kell weiter, eine Liste gemacht werden, mit all dem, was abgestellt werde muss, eventuelle größere Investitionen müsse man dann gegebenenfalls auch in den Haushalt einbringen.

Übrigens: Falls sich einige im Publikum über den Flügel gewundert haben sollten: Es war nicht das im Saalbau vorhandene Instrument. Der Steinway wurde für die Künstlerin aus Frankfurt nach Homburg gebracht. Von hier wanderte er dann weiter nach Luxemburg, wo Hélène Grimaud am vergangenen Wochenende auftrat.