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Stadtrat Homburg einstimmig dafür
Rat will abgespeckte Fahrzeugbrücke

Die Lamsbachbrücke zur Ausflugsgaststätte Emilienruhe in Kirrberg ist marode und nicht mehr nutzbar. Derzeit gibt es einen alternativen Weg von Kirrberg aus. Nun soll die Brücke so neu gebaut werden, dass sie für Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen geeignet ist.
Die Lamsbachbrücke zur Ausflugsgaststätte Emilienruhe in Kirrberg ist marode und nicht mehr nutzbar. Derzeit gibt es einen alternativen Weg von Kirrberg aus. Nun soll die Brücke so neu gebaut werden, dass sie für Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen geeignet ist. FOTO: Thorsten Wolf
Homburg. Oberbürgermeister Schneidewind hat mit einem neuen Vorschlag zur Brücke über den Lambsbach den Stadtrat überzeugt. Dieser beschloss, dass der Übergang befahrbar sein soll, allerdings nur bis zu einer Traglast von 7,5 Tonnen. Von Ulrike Stumm

Es geht um eine an sich ziemlich kleine Brücke, die in der Vergangenheit aber für ziemlich große Diskussionen gesorgt hat. Die Rede ist von dem Übergang über den Lambsbach zur Gaststätte Emilienruhe. Dieser ist marode, daher für den Fahrzeugverkehr gesperrt.


Nun beschäftigte sich auch der Homburger Stadtrat am Donnerstagabend mit dem Thema – und hat quasi eine abgespeckte Variante eines befahrbaren Ersatzneubaus auf dem Weg gebracht, einstimmig (wir berichteten kurz). Statt einer reinen Fußgängerbrücke soll nun eine für Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen gebaut werden. Bislang war immer mit einer befahrbaren Brückenvariante mit einer Traglast von 60 Tonnen geplant worden.

Zuvor hatte Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind (SPD) ausführlich Hintergründe erläutert und betont, warum die Brücke an dieser Stelle Bedeutung hat. Sie liege zwar in Kirrberg, allerdings werde sie eben nicht nur von Menschen benutzt, die in dem Stadtteil leben. Sie sei vielmehr wichtig für viele Homburger und Besucher, spiele eine Rolle für die Naherholung, für den Tourismus, sei etwa von Wochenendausflüglern stark frequentiert.



2015, so die Erklärung in den Unterlagen, war bei einer Untersuchung festgestellt worden, dass die Brücke kurz vor dem Einsturz steht und die geforderten Lasten nicht mehr trägt. Die Verwaltung habe 2016 und 2017 nach Alternativen gesucht, die Lambsbach-Überquerung wiederherzustellen. Es seien Baustellennotbrücken, Kauf und Anmietung sowie reine Fußgängerbrücken angefragt worden. Parallel wurde eine Notzufahrt von Kirrberg hergestellt, so dass bis heute die Ausflugsgaststätte angefahren werden kann, Ver- und Entsorgung seien also gewährleistet.

Allerdings wollten einige Anlieger, über deren Grundstücke der Notweg verlaufe, ab dem nächsten Jahr dafür Geld bekommen, so Schneidewind in der Sitzung.

Wegen der schlechten Haushaltslage hatte die Verwaltung zunächst eine reine Fußgängerbrücke favorisiert, so steht es in der Vorlage zur Ratssitzung. Diese Planung sei dann beim Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA) eingereicht worden, der Genehmigungsbescheid liege seit Ende Mai vergangenen Jahres vor. Im Haushalt 2017 sei auch das Geld bereitgestellt worden: 80 000 Euro.

Die Variante „reine Fußgängerbrücke“ wurde jedoch nach diversen Beschwerden wieder verworfen. Der Ortsrat machte sich für eine befahrbare Variante stark, beschloss das auch einvernehmlich. Der Vergabeausschuss hatte sich den Wünschen des Ortsrates nicht angeschlossen und die Entscheidung an den Stadtrat verwiesen (wir berichteten).

Es habe, so der OB, bislang immer die Aussage gegeben, dass es rein formal nur die Varianten Fußgängerbrücke oder eine befahrbare Brücke mit 60 Tonnen Traglast gebe. Aber auch einen Übergang, der nur bis zu 7,5 Tonnen belastbar sei, könne man berechnen. Daher schlug er dem Rat vor, genau dafür einen Einleitungsbeschluss auf den Weg zu bringen.

Er werde an den Saarforst und den zuständigen Minister Reinhold Jost schreiben, machte Schneidewind deutlich: Wenn der Forst mit seinen Langholztransportern die Brücke nutzen wolle, müsse dieser den Aufpreis bezahlen, der für ein Bauwerk mit 60 Tonnen Traglast anfalle. Sollte der Saarforst hier nicht zustimmen, werde es Kontrollen geben, um sicherzustellen, dass die Brücke nicht doch von schwereren Fahrzeugen genutzt werde, kündigte Schneidewind an. Der Stadtrat befürwortete den Vorschlag des Oberbürgermeisters. Durch den einstimmigen Beschluss können nun Ersatzneubau, die Beauftragung der Planung Statik und die öffentliche Ausschreibung auf den Weg gebracht werden.

Schneidewind hatte bereits zuvor signalisiert, dass die Ersatzbrücke hoffentlich Ende des Jahres beziehungsweise Anfang 2019 gebaut werden könne. Preislich liege die 7,5-Tonnen-Lösung zwischen den Varianten reine Fußgänger- und 60-Tonnen-Fahrzeugbrücke. Die Differenz zwischen diesen beiden Möglichkeiten bezifferte er auf um die 40 000 bis 60 000 Euro. Die Gesamtkosten für eine Brücke mit einer Traglast von 60 Tonnen liegt laut Unterlagen bei etwa 119 000 Euro brutto. Eingerechnet sind die Kosten für den Abriss der alten Brücke.