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Homburger Buchmesse
Zwei Gewinner holten Preis direkt ab

Die beiden anwesenden Preisträger Jens Schumacher (links) und Roland Röder (Zweiter von links) freuten sich mit Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind, SR-Journalistin Ulli Wagner und „HomBuch“-Organisator Ulrich Burger.
Die beiden anwesenden Preisträger Jens Schumacher (links) und Roland Röder (Zweiter von links) freuten sich mit Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind, SR-Journalistin Ulli Wagner und „HomBuch“-Organisator Ulrich Burger. FOTO: Sebastian Dingler
Homburg. Am Sonntagabend endet die Messe „HomBuch“ mit prominenten Gästen. Nicht alle Preisträger waren da. Von Sebastian Dingler

Zum achten Mal schon ging am Wochenende in Homburg die Buchmesse „HomBuch“ über die Bühne. Das allein ist schon eine tolle Leistung des Machers Ulrich Burger. In diesem Jahr hat er es darüber hinaus fertiggebracht, dass die Buchmesse die alt angestammten Grenzen verlassen und neue Orte für Lesungen erschlossen hat.


„Es war eigentlich von Anfang an die ursprüngliche Idee, es in ganz Homburg durchzuziehen. Aber dazu musste sich die ,HomBuch’ erstmal etablieren. In diesem Jahr haben wir gute Partner, da öffnet sich die ein oder andere Tür, somit konnten wir es auf die ganze Stadt erweitern“, erzählte Burger bei der Eröffnung im Saalbau im Gespräch mit unserer Zeitung. Außerdem konnten einige sehr prominente Autoren gewonnen werden. Allen voran der Schriftsteller von Thrillern wie „Passagier 23“ oder „Das Joshua-Profil“, Sebastian Fitzek.

Wie kriegt man so jemanden? „Man fragt drei Jahre lang an“, meint Burger. Vor drei Jahren hatte Fitzek schon einen „HomBuch“-Preis gewonnen, und dieses Jahr habe es endlich geklappt, dass der Autor persönlich vorbeikommen konnte. Doch zurück zur Eröffnung, die zunächst mit Burgers einleitenden Worten begann und dem fast kleinlauten Wunsch, Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind möge nicht genervt sein von den vielen Mails, die der Messe-Macher geschickt habe. Das wies der OB anschließend klar zurück: „Du kannst mir ruhig noch mehr Mails schreiben, ich bin davon nicht genervt. Wir werden das auch weiterhin stemmen und spätestens bei der zehnten ,HomBuch’ ein Riesenfest daraus machen.“



Die darauf folgende Preisverleihung nahm SR-Journalistin Ulli Wagner vor. Der neu geschaffene Ehrenpreis für die saarländisch-französischen Beziehungen ging an die auf Deutsch und Französisch schreibende Autorin Sylvie Schenk. Zur Verleihung war sie noch nicht zugegen, später jedoch las sie noch aus ihrem neuen Roman „Eine gewöhnliche Familie“. Die renommierte Schriftstellerin Juli Zeh bekam in Abwesenheit den „HomBuch“-Preis für Belletristik, Autorin Rita Falk jenen in der Kategorie Krimi. Der Preis für Kinder- und Jugendliteratur ging in diesem Jahr an den Sportreporter Ulli Potofski, der mit „Torhelden“ ein Fußballbuch für Kinder geschrieben hat. Potofski sollte allerdings erst am Sonntag anreisen und dann im Waldstadion lesen.

Ins Homburger Fußballstadion zog es auch Roland Röder, der eigentlich als politischer Aktivist der „Aktion Dritte Welt Saar“ bekannt ist. Der glühende Fan des FC Homburg bekam für seinen Band „111 Gründe den FC 08 Homburg zu lieben“ den Preis in der Kategorie Sachbuch. Röder zeigte sich froh darüber, dass die Preisverleihung eine Stunde vor Anpfiff des Heimspiels des FCH angesetzt worden war. In der Hektik passierte ihm jedoch das Missgeschick, dass der aus Glas bestehende Preis zu Boden fiel und ein wenig zu Bruch ging. Und anschließend musste Röder noch eine bittere Heimniederlage verkraften, der FCH verlor 1:2.

Ungetrübt die Freude dagegen beim Gewinner des „HomBuch“-Preises in der Kategorie Fantasy, Jens Schumacher. Der konnte immerhin einen schwerwiegenden Konkurrenten wie Markus Heitz aus dem Felde schlagen - und das, obwohl der im Saarland lebende Mainzer gar nicht nur auf Fantasy spezialisiert ist, sondern auch Kinderbücher und Thriller schreibt.

Einen besonderen Gag hatte sich die Schulleitung des Johanneum einfallen lassen zur Lesung des Thriller-Autors Sebastian Fitzek am Sonntag: Da dessen neues Buch „Flugangst 7A“ heißt, schoben zu Beginn als Stewardessen verkleidete Schülerinnen Getränkewagen durch die voll besetzten Reihen der Schulaula. Insgesamt 500 Tickets für die Lesung waren im Nu ausverkauft, als sich herumsprach, dass der Erfolgsautor die „HomBuch“ besuchen sollte. Die Lesung selbst gestaltete sich zu großen Teilen als witziger Vortrag, der fast schon an Comedy grenzte — für den Thrill sorgten dann kurze Passagen aus dem aktuellen Bestseller.

Erfolgsautor Sebastian Fitzek las am Sonntag in der voll besetzten Aula des Johanneums aus seinem neuesten Buch „Flugangst 7A“.
Erfolgsautor Sebastian Fitzek las am Sonntag in der voll besetzten Aula des Johanneums aus seinem neuesten Buch „Flugangst 7A“. FOTO: Sebastian Dingler