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Musiksommer in Homburg
Positive Energie durchströmte den Marktplatz

Begeisterten ein weiteres Mal: Marco Marchi & The Mojo Workers auf dem Marktplatz.
Begeisterten ein weiteres Mal: Marco Marchi & The Mojo Workers auf dem Marktplatz. FOTO: Sebastian Dingler
Homburg. Wiederholungstäter beim Homburger Musiksommer. Am Samstag begeisterten Marco Marchi & the Mojo Workers das Publikum. Von Sebastian Dingler

Das mache man normalerweise nicht, dass eine Band, die vergangenes Jahr hier war, dieses Jahr gleich wieder beim Musiksommer auftreten darf, sagte  Norbert Zimmer vom Kulturamt. Aber der Auftritt von Marco Marchi & The Mojo Workers sei einfach so gut angekommen, dass man die Band gerne gleich noch einmal hören wollte. Und in der Tat waren einige der Anwesenden nur deswegen gekommen, weil ihnen die Bluesformation 2017 sehr zugesagt hatte. So etwa Birgit Huber, die den weiten Weg von Eppenbrunn im Pfälzerwald an den Marktplatz nicht scheute. „Mir hat es sehr gut gefallen. Ich mache selbst Musik, spiele Saxofon und Klarinette im Musikverein Trulben. Die Konzerte hier sind auch ein guter Anlass sich mit Freunden zu treffen“, so die Pfälzerin. Nicht von ganz so weit, aber ebenfalls aus der Pfalz, nämlich aus Bechhofen, waren Uwe Thielen und seine Frau angereist. Auch sie waren vergangenes Jahr zu Fans von Marco Marchi & The Mojo Workers geworden. „Wir wären auch bei Regen gekommen. Von der Technik und der Auswahl der Lieder, selbstgeschriebene, unbekannte und bekannte, war es wirklich eins A, Qualität pur“, lautete das Urteil. Dem schloss sich auch Patricia Klein aus Homburg, die eigentlich aus Bogotá in Kolumbien stammt, an: „Super, fantastisch, die Musiker waren voll positiver Energie und Swing.“


All diese überschwänglichen Reaktionen erreichte die Band durch ihre große Authentizität, mit der sie den alten Blues spielte. Man konnte kaum glauben, dass die vier Musiker aus der Schweiz stammen, wo sie doch so sehr nach den südlichen US-Staaten klangen. Interessant, was Bassist Fabio Bianchi  zu diesem Thema zu sagen hatte: „Man denkt immer, dieser alte Rhythm & Blues, das könnten nur die Amerikaner. Aber man kann ja Musik nicht von einem Pass abhängig machen.“ Er habe sogar die Erfahrung gemacht, dass die Amerikaner selbst weniger kulturelles Verständnis für den Blues als die Europäer hätten. „Für die ist das so Popmusik, zu der man sein Bier trinkt.“ Hierzulande gäbe es wesentlich mehr Blueskenner, vor allem in der früheren DDR. Ein Problem sei das nicht gewesen, die Musik aus dem damals verteufelten Westen zu hören, denn: „Blues war ja die Musik der unterdrückten Minderheit in den USA, von daher ging das durch und wurde toleriert.“

Neben Bianchi, der manchmal den E-Bass und manchmal ein riesiges Sousaphon bediente, war Bandchef Marco Marchi der Hingucker. Wie er mit Bottleneck und Daumenring seine verschiedenen Gitarren bediente und mit heiserer Stimme den Blues herausschrie, war schon große Klasse. Das kam auch gar nicht so melancholisch rüber, wie dem Blues nachgesagt wird, sondern erzeugte vielmehr gute Laune beim Publikum. Marco Pandolfi an der Mundharmonika und Toby Glaser an Schlagzeug und Waschbrett waren da mehr die soliden Arbeiter, eben die „Workers“ in der Kapelle. Letztlich zeigte sich bei dem Konzert mal wieder, dass es weniger auf die musikalische Stilrichtung ankommt, sondern darauf, wie gut man ihr Gefühl transportiert. Das schafften Marco Marchi & The Mojo Workers ein weiteres Mal und dürften somit weitere Fans für ein erneutes Gastspiel gewonnen haben.