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Ollertz hat Homburg verlassen

Pater Hans Ollertz (links am Altar) im Kreise seiner Pfadfinder beim Wiesenfest in Homburg. Die DPSGler bedauern den Weggang ihres Kuraten. Foto: SZ
Pater Hans Ollertz (links am Altar) im Kreise seiner Pfadfinder beim Wiesenfest in Homburg. Die DPSGler bedauern den Weggang ihres Kuraten. Foto: SZ
Homburg. Der Katholikenrat im Bistum Speyer hat mit Bestürzung auf die Fälle von Kindesmissbrauchs in seiner Diözese reagiert. In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass vor mehr als 25 Jahren zwei Patres des Gymnasiums Johanneum im ehemaligen Internat der Homburger Schule Kinder und Jugendliche sexuell missbraucht haben sollen Von SZ-Redakteur Peter Neuheisel

Homburg. Der Katholikenrat im Bistum Speyer hat mit Bestürzung auf die Fälle von Kindesmissbrauchs in seiner Diözese reagiert. In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass vor mehr als 25 Jahren zwei Patres des Gymnasiums Johanneum im ehemaligen Internat der Homburger Schule Kinder und Jugendliche sexuell missbraucht haben sollen. Die Patres haben inzwischen bei der Ordensleitung ein Geständnis abgelegt (wir berichteten). Der Katholikenrat teilt in einer Stellungnahme mit: "Unsere Solidarität gilt den Opfern. Wichtig ist jetzt eine entschiedene innerkirchliche, gesellschaftliche und juristische Aufklärung und Aufarbeitung." Dabei müssten diejenigen, die körperlich und seelisch missbrauch wurden, von kompetenten Menschen gehört und begleitet werden. Es müsse alles getan werden, um Missbrauch zu verhindern. Gleichzeitig stellte der Rat die "positive Bildungsarbeit kirchlicher Einrichtungen heraus" und dankte den Mitarbeitern, die sich engagiert und vorbildlich für Kinder und Jugendliche einsetzten.Auch die Elternvertretung des Johanneums hat mittlerweile zu den Missbrauchsfällen Stellung bezogen und ihr Mitgefühl gegenüber den Opfern ausgedrückt. Schulelternsprecherin Karin Seyfert gegenüber unserer Zeitung: "Aber wir müssen auch an die Schule denken - mit Dankbarkeit all denen gegenüber, die seit vielen Jahren auf positive Art und Weise für sie da sind." Die Elternvertretung bekundete Solidarität mit der Schule, "wir bitten die Schulleitung und das Kollegium, unbeirrt mit den pädagogischen Aufgaben fortzufahren". Die Ereignisse lägen lange zurück und müssten natürlich von der Justiz aufgearbeitet werden, so Seyfert weiter. Die Religionslehrer des Johanneums seien nun gefordert, mögliche Fragen von Schülern anzunehmen und im Unterricht aufzuarbeiten.



Der frühere Leiter des Internats, Pater Hans Ollertz, hat derweil Homburg verlassen, nachdem er die Verantwortung für die Vorfälle vor mehr als zwei Jahrzehnten übernommen hatte. Er hat damals nach Bekanntwerden einiger Übergriffe den betreffenden Pater versetzen lassen, den Fall aber nicht publik gemacht. Rund ums Johanneum stellt sich nun die Frage, was aus den DPSG-Pfadfindern des Johanneums wird, deren Leiter Ollertz war. Das Leitungsteam der Pfadfinder bedauert in einem Schreiben an unsere Zeitung, "dass Ollertz als Kurat nicht mehr zur Verfügung steht. Zwar verlässt uns mit seinem Weggang aus Homburg eine wichtige Stütze, aber dennoch wird die Pfadfinderarbeit am Johanneum durch ehemalige DPSGler fortgeführt".

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