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Fußball
Nichts mit dem Abstieg zu tun haben

JÄGERSBURG. Nach der bisher besten Saison der Vereinsgeschichte geht der Fußball-Oberligist aus Jägersburg demütig in die Saison. Auch, weil es einen Leistungsträger nach London zieht. Von Stefan Holzhauser

Am vergangenen Donnerstag sind die Oberliga-Fußballer des FSV Jägersburg in die Sommervorbereitung eingestiegen. Der Vorsitzende Werner Finken dankte den Spielern und Trainer Thorsten Lahm in einer kurzen Ansprache noch einmal für die guten Leistungen in der letzten Saison. Gleichzeitig ermahnte er die Mannschaft aber, weiterhin konzentriert zu arbeiten, da er die Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar auch weiterhin „sehr stark besetzt“ einschätze. Dank des sechsten Tabellenplatzes in der Liga und dem Einzug ins Saarlandpokal-Halbfinale hatten die Jägersburger die bislang erfolgreichste Saison der Vereinsgeschichte gefeiert.


Vor der neuen Runde muss Lahm neben den externen Abgängen eine weitere schwere Hypothek verkraften. So beginnt demnächst sein technisch versierter Mittelfeldspieler und absoluter Leistungsträger Frederic Ehrmann ein Stipendium bei Arsenal London. „Er ist im Rahmen seines Sport- und Englischstudiums ein dreiviertel Jahr zwecks Weiterbildung dort vor Ort. Das ist natürlich ein ganz herber Verlust“, betont sein Trainer.

Allerdings konnten auch bereits einige gute Neuzugänge verpflichtet werden. Mentor Shabani kommt vom TSC Zweibrücken. „Ihn hatte ich bereits beim VfB Waldmohr trainiert. Beim TSC Zweibrücken hat er sich von einem Flügelspieler zu einem Sechser entwickelt, der aber auch davor auf der Acht oder Zehn spielen kann. Er ist ein kleiner, flinker und technisch sehr versierter Spieler. Körperlich muss er gegenüber der Landesliga noch etwas zulegen“, sagt Lahm.

Alexander Schmieden trug bislang das Trikot des bisherigen Oberliga-Konkurrenten SV Saar 05 Saarbrücken. „Er ist schnell und trickreich und in der Offensive variabel einsetzbar“, meint Lahm. Sven Schreiber kommt vom SV Auersmacher. Er ist für den Defensivbereich vorgesehen. Ward Hasan spielte zuvor für den Saarlandligisten SC Halberg Brebach. „Er ist ein, junger und schneller Spieler, mit einem guten Zug zum Tor. Er ist mit seiner Entwicklung natürlich noch nicht am Ende, aber sehr willig“, meint Lahm. Hinzu kommen noch Rückkehrer Patrick Burger, Carlos Borger von der SG Meisenheim und der Jugendspieler Arman Ardestani.

Mit Luis Kiefer bleibt dem FSV Jägersburg ein umworbenes Talent erhalten. „Es kann sein, dass er beim FC Homburg noch die ein odere andere Trainingseinheit morgens mitmachen kann und darf. Das ist für ihn eine Möglichkeit, noch schneller zu reifen. Er hat jetzt sein Abitur gemacht und kann seine freie Zeit auch vormittags zu Trainingseinheiten nutzen. Abends ist er dann bei uns“, erklärt der FSV-Trainer. Alles sei genau mit dem FSV Jägersburg abgesprochen.



Lahm erwartet eine schwere Saison, da nun der „Eckpfeiler“ Ehrmann ersetzt werden müsse. In erster Linie gehe es darum, nichts mit dem Abstieg zu tun zu bekommen. Oben in der Tabelle erwartet der Jägersburger Trainer die Regionalliga-Absteiger und Teams wie den 1. FC Kaiserslautern II, Eintracht Trier, FV Diefflen und vielleicht auch den FC Hertha Wiesbach. „Bei uns kann es weiterhin nur über Disziplin, Einsatzbereitschaft und Mannschaftsgeist gehen“, betont Lahm.

Neuer Torwarttrainer ist Johannes Krehbiel, der zuletzt im Nachwuchsleistungsbereich des SV Waldhof Mannheim tätig war. Er ersetzt Martin Finken, der nun noch stärker als zuvor in der Organisation des Jugendbereichs benötigt wird. „Johannes betreibt auch mit jemand anderem zusammen in Enkenbach eine Torhüterakademie. Ich bin froh, dass wir ihn für uns gewinnen konnten“, berichtet der Jägersburger Trainer.  

Er kann in personeller Hinsicht nicht aus dem Vollen schöpfen. Jan Reiplinger muss wohl an der Leiste operiert werden und wird länger ausfallen. Sergey Littau hat noch Probleme mit dem Gesäßmuskel und steht nicht zur Verfügung.