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Neue Brücke über den Lambsbach
Neue Brücke über den Lambsbach

Schon im Jahr 2015 wurde die Brücke über den Lambsbach in Richtung Emilienruhe in Kirrberg als einsturzgefährdet eingestuft. Heute Abend soll der Vergabeausschuss über einen Ersatzneubau entscheiden.
Schon im Jahr 2015 wurde die Brücke über den Lambsbach in Richtung Emilienruhe in Kirrberg als einsturzgefährdet eingestuft. Heute Abend soll der Vergabeausschuss über einen Ersatzneubau entscheiden. FOTO: Thorsten Wolf
Kirrberg. Der Vergabeausschuss des Stadtrates soll heute Abend grünes Licht für inzwischen veränderte Pläne geben. Von Thorsten Wolf

Wie geht es weiter mit der Lambsbach-Brücke in Richtung der Ausflugsgaststätte Emilienruhe in Kirrberg? Schon seit 2015 ist der marode Übergang eine Thema im Ort und in der Stadt (wir berichteten mehrfach). Klar war in dieser Zeit nur, dass die Brücke aufgrund ihres baufälligen Zustands nicht mehr nutzbar ist. Es gab eine entsprechende Sperrung, es gab einen alternativen Weg von Kirrberg aus. Was es nicht gab, das war eine von allen Betroffenen gleichmaßen akzeptierte Lösung.


Nun wird sich am heutigen Dienstag der ständige Vergabeausschuss des Stadtrates Homburg mit dem Neubau der Brücke besschäftigen – auch das ist nicht neu. Schon im vergangenen Jahr hatte das Gremium über die Auftragsvergabe beraten (wir berichteten). Damals hing es, so die Mitteilung der Stadt, eigentlich dann nur noch an der Genehmigung des Haushaltes, in eben dem hatte man 80 000 Euro für die Maßnahme eingestellt. Ein Ergebnis, sprich einen Baubeginn, brachte das Verfahren trotz eines genehmigten Haushalts dann aber aufgrund veränderterer Planungen nicht. So befasst sich der Ausschuss heute zum zweiten Mal mit diesem Thema.

Eigentlich hätte man eine gewisse Geschwindigkeit in der Umsetzung des Neubaus erwarten können. „2015 wurde bei der Brückenuntersuchung festgestellt, dass diese kurz vor dem Einsturz steht und die geforderten Lasten nicht mehr trägt“, so die Verwaltung in der Sitzungsvorlage für die heutige Ausschuss-Sitzung. Dort ist auch von den seit dieser Zeit unternommenen Versuchen zum Neubau der Brücke die Rede, die man vor dem Hintergrund der dann verfügten Sperrung unternommen hatte. „Die Verwaltung hat 2016 und 2017 Alternativen gesucht die Lambsbach-Überquerung wieder herzustellen. Hier wurden Baustellen-Notbrücken, Kauf und Anmietung sowie reine Fußgängerbrücken angefragt“. Zeitliche parallel habe man eine Notzufahrt von Kirrberg aus eingerichtet, „so dass bis heute die Ausflugsgaststätte anfahrbar ist“. Damit, so die Verwaltung, sei deren Ver- und Entsorgung gewährleistet.



Doch warum dreht nun der Brückenneubau quasi eine „Ehrenrunde“ durch den ständigen Vergabeausschuss? Das liegt an den veränderten Planungen. So hatte die Homburger Stadtverwaltung aus Kostengründen und mit Blick auf die nach wie vor schlechte Haushaltslage eine reine Fußgängerbrücke als Ersatzneubau bevorzugt. Diese Planung habe man dem zuständigen Landesamt für Umwelt- und Arbeitschutz auch vorgelegt. „Der Genehmigungsbescheid zur reinen Fußgängerbrücke liegt seit Ende Mai 2017 vor.“ Auch besagte 80 000 Euro wurden im Haushalt für dieses Projekt eingestellt. Diese Pläne aber fanden augenscheinlich keinen Anklang bei der Kirrbergern und ihren politischen Vertretern im Ortsrat. So wurden die Überlegungen für eine reine Fußgängerbrücke wieder verworfen.

Heute Abend geht es nun für die Mitglieder des ständigen Vergabeausschusses darum, veränderten Plänen grünes Licht zu erteilen. Diesmal sollen sich die Gesamtkosten dabei auf rund 117 000 Euro belaufen. Geplant ist mit diesen Mitteln eine befahrbare Brücke mit einer Gesamtbreite von 3,90 Meter bei einer Fahrbandbreite von 3,50 Metern. Die Spannweite des Bauwerkes soll elf Meter betragen, Hauptbestandteil ist ein Betonfertigteil – mit erwarteten 40 000 Euro der dickste Brocken in der Kostenaufstellung.

Weitere 20 000 Euro sind für die Fundamente eingeplant, die restliche Summe verteilt sich auf den Abbruch der alten Brücke, auf die Geländerkonstruktion, die Bachregulierung und die Ingenieur- und Planungsleistungen. Wie schon im vergangenen Jahr, macht die Verwaltung in ihrer Sitzungsvorlage deutlich, dass die Umsetzung des Projektes die Genehmigung des Haushaltes voraussetzt.

Dieses wird vor Juni nicht sein, dann wird der Stadtrat den Etat verabschiedet. Auch müsse die neue Planung noch einmal dem Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz zur erneuten Genehmigung vorgelegt werden – um einen entsprechenden positiven Bescheid für die neuen Brücke-Pläne über den Lambsbach zu erhalten.