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Mückenplage in der Uniklinik

Das Gebäude 90.2, in dem Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie Erwachsenen-Psychotherapie untergebracht sind, wird seit einem halben Jahr von einer Mückenplage heimgesucht. Foto: Thorsten Wolf
Das Gebäude 90.2, in dem Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie Erwachsenen-Psychotherapie untergebracht sind, wird seit einem halben Jahr von einer Mückenplage heimgesucht. Foto: Thorsten Wolf
Homburg. Die Plage misst 15 Millimeter. Von Blutdurst getrieben, rammt die Mücke ihren Stechrüssel in die Haut des Opfers. Was bleibt, ist eine juckende Schwellung. Und eine Rechnung über 300 000 Euro. Denn so viel wird es voraussichtlich kosten, um die Mückenplage im Gebäude 90 Von SZ-Redaktionsmitglied Inga Catharina Thomas

Homburg. Die Plage misst 15 Millimeter. Von Blutdurst getrieben, rammt die Mücke ihren Stechrüssel in die Haut des Opfers. Was bleibt, ist eine juckende Schwellung. Und eine Rechnung über 300 000 Euro. Denn so viel wird es voraussichtlich kosten, um die Mückenplage im Gebäude 90.2, das unter anderem die Kinder- und Jugendpsychiatrie des Uniklinikums in Homburg umfasst, in den Griff zu kriegen."Das Problem besteht seit etwa einem halben Jahr", sagt der Ärztliche Direktor, Professor Hans Köhler. Erst habe man gehofft, dass der Winter die Mückenpopulation auf natürliche Weise eliminieren würde. Als dies nicht geschah, seien zwei Expertenfirmen herbeigerufen worden, um die Situation zu bewerten und Lösungsvorschläge zu machen. Insektizide seien gesprüht, elektronische Mückenfallen installiert und Teilbereiche saniert worden. Sogar Antimücken-Lotionen seien an die etwa 40 Patienten, die in dem Gebäude stationär behandelt werden, verteilt worden. "Es mangelt nicht am Einfallsreichtum", sagt Köhler. "Aber es hat bisher nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Hygienisch ist das keine optimale Situation."Der Hauptproblem ist die Brutstätte der Stechmücken. Tief ins Rohrsystem des in den 1960er Jahren erbauten Gebäudes sollen sie sich eingenistet haben. Dort steht den Mücken ein ideales Leitsystem zur Verfügung: Durch die alten Gussrohre gelangen sie in alle Etagen, schwirren unter anderem durch die Waschbeckenabflüsse in die Patientenzimmer. Um der Plage Herr zu werden, sollen alle alten Rohre gegen moderne aus Kunststoff ausgetauscht werden, so Köhler. Hierfür müsste das gesamte Untergeschoss aufgeklopft werden. Im zweiten Schritt würden die nach oben führenden Rohre bis zu den Waschbecken ausgetauscht. Ein enormer Aufwand, aber laut Köhler unvermeidlich. "Wir sind zum Schluss gekommen, dass wir nach Pfingsten eine Grundsanierung machen müssen", sagt er. Auch wenn das neben den hohen Kosten die Auslagerung der Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie eines Teils der Erwachsenen-Psychotherapie bedeutet. Diese Abteilungen werden ins nahe gelegene Gebäude 69, die Kinderchirurgie, verlagert. Diese wiederum zieht in die Chirurgie um. Die Psychiatrie-Patienten verbringen aber nur den Tag am Ausweichort, während nebenan Bauarbeiten für Lärm und Staub sorgen. Nachts werden sie in ihren üblichen Betten schlafen. Acht Wochen später sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Ob sie von Erfolg gekrönt sind, wird sich noch zeigen. Köhler hält sich an einem Versprechen fest: "Alle sagen: Wenn die Rohre neu sind, dann ist der Spuk vorbei."