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Jubiläumsjagd
Mit Pferd und Meute durch die Natur

Ein Jagdfeld ist ein besonderer Anblick und lockt immer zahlreiche Zuschauer an.
Ein Jagdfeld ist ein besonderer Anblick und lockt immer zahlreiche Zuschauer an. FOTO: Cordula von Waldow
Jägersburg. Der Schleppjagd-Club Saar-Pfalz lädt am kommenden Samstag zu seiner Saisonauftakt-Jagd an die Gustavsburg ein. Von Cordula von Waldow

Für kommenden Samstag, 7. April, lädt der Schleppjagd-Club Saar-Pfalz anlässlich seines 30-jährigen Bestehens zu seiner Saisonauftakt-Jagd ein. Treffpunkt und Ziel ist das ehemalige Jagdschloss Gustavsburg in Jägersburg am Schlossweiher. Ab 14 ist Stelldichein, Abritt um 15 Uhr. Das Hallali und das Dank-Curée für die begleitende Meute ist gegen 17 Uhr geplant. Zuschauer sind hierzu willkommen.


Wer an diesem Nachmittag rund um die Jägersburger Weiher unterwegs ist, hat Chancen, die Jagdreiter zu sehen. Die zwölf bis 15 Kilometer lange Strecke unter Führung von Gerald Jann führt vom Schlossweiher aus oberhalb des Brückweihers entlang. Auf der Höhe des Blockhauses am Kletterpark überqueren die Jagdreiter die Straße und reiten durch den Wald in Richtung Kleinottweiler und weiter Richtung Reiskirchen. Nach einem Stopp bei Gerald Jann geht es über eine ähnliche Strecke zurück zur Gustavsburg.

„Wir legen jetzt zu Saisonbeginn mit Rücksicht auf die Hunde nur sechs Strecken“, erklärt Gerald Jann im Gespräch mit unserer Zeitung. Den galoppierenden Pferden stellen sich dort sechs bis sieben jagdgerechte Hindernisse bis 90 Zentimeter Höhe entgegen. „Sie können alle umritten werden, so dass vom Jagdeinsteiger bis zum erfahrenen Jagdreiter wirklich alle teilnehmen können“, beschreibt Jann. Umrahmt wird die Jubiläums-Schleppjagd von den Parforcehornbläser St. Georg aus Saarbrücken. Der abschließende Umtrunk,
Essen und gemütliches Beisammensein findet in der Gustavsburg in Jägersburg statt. „Wir haben rund 40 Anmeldungen“, freut sich
der stellvertretende Vereinsvorsitzende, Andreas Gilbrecht, der den Club nach Ausscheiden des ehemaligen Vorsitzenden führt.



Bei ihm können sich Interessierte noch anmelden unter Telefon (0173) 3 03 53 69 oder per E-Mail unter kontakt@schleppjagdclub.de. Für Mitglieder des Schleppjagdclub Saar-Pfalz ist die Teilnahme frei, Nichtmitglieder zahlen 25 Euro.
Der Schleppjagd-Club Saar-Pfalz wurde 1993 als Abspaltung des Breitensport-Jagdreiten PSV Saarland in der Reiterklause Schwalbach gegründet. 2013 verlegten die gut 50 Mitglieder aus Rheinland-Pfalz-Saar bis nach Baden-Württemberg den offiziellen Vereinssitz von Schloss Münchweiler bei Nunkirchen auf das Gestüt Etzenbacher Mühle. Um die Tradition des Jagdreitens in der Region zu erhalten und zu fördern, organisiert der Verein regelmäßig zahlreiche Veranstaltungen wie Jagden, jagdähnliche Ausritte oder Lehrgänge und pflegt das gesellschaftliche Miteinander. Bereits seit Anfang des 19. Jahrhunderts folgen die
Jagdreiter einer Hundemeute, begleitet von einer berittenen Equipage. Höhepunkt einer jeden Jagd ist das Currée, der Dank an die Hunde, bei denen sie frischen Pansen zu fressen bekommen.

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts gilt in Deutschland allein der sportliche und gesellschaftliche Aspekt einer Reitjagd. Statt der Hetzjagd auf lebendiges Wild legen Reiter mit einer Tierlosung eine künstliche Fährte, der die Hunde entlang einer geplanten Strecke folgen. Diese wird als „Schleppe“ bezeichnet, weshalb die Jagdart auch Schleppjagd heißt. Bereits 1934 wurde die Hetzjagd hinter lebendem Wild in Deutschland gesetzlich verboten.