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Unsere Woche
Mädchen mögen keine Hinterachsen

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Seit 2001 gibt es an jedem dritten Donnerstag im April den Girls’ Day, seit 2011 auch den Boys’ Day. Dieser Tag fing einst in den USA ganz unideologisch an: Väter nahmen ihre Töchter an einem Tag im Jahr mit auf die Arbeit, damit sie sehen konnten, was Papa in der Industrie so macht. Von Christine Maack

Doch inzwischen sollen die „Aktionstage“ dazu dienen, die „geschlechterstereotypische Berufswahl“ aufzubrechen, so das Bundesbildungsministerium. Mädchen sollten für technische Berufe gewonnen werden, um den Anteil von Frauen in „Männerberufen“ zu erhöhen. Erreicht hat der Girls’ Day zuletzt rund 100 000 Mädchen und 30 000 Jungen pro Jahr. Bei den Berufswünschen, die wir jedes Jahr veröffentlichen, wollen die jungen Männer trotzdem ständig Kraftfahrzeugmechatroniker, Elektriker oder Industriemechaniker werden, nur selten Erzieher oder Bürokaufmann. Die Mädchen streben in die Bank, ans Klinikum oder in die Kitas – jedenfalls nicht in die Autowerkstatt. Mädchen wollen nun mal nicht Hinterachsen prüfen, Mädchen wollen lieber Haare schneiden oder Kleider verkaufen. Die Statistiken der Arbeitsagenturen beweisen das, mögen sich Feministinnen noch so die Haare raufen. Und weil Autoreifen nun mal mehr Geld auf dem Weltmarkt einbringen als Blusen verkaufen, verdienen die Jungs später entsprechend mehr. Ungerecht? Oder selbst schuld? Das sollten sich die Mädchen überlegen. Wenn’s ihnen nichts bringt, machen die Firmen irgendwann nicht mehr mit. Und das träfe dann auch diejenigen, die willig wären, mal etwas anderes auszuprobieren.